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07. Februar 2024 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

Schwere Unwetter in Kalifornien

Schwere Unwetter in Kalifornien

Datum 07.02.2024

Kräftige Regenfälle, Böen bis Orkanstärke und massive Schneefälle im Bergland suchten in den vergangenen Tagen Kalifornien (USA) heim. Die Auswirkungen dieses historischen Wetterereignisses sind teilweise erheblich.

Kalifornien ist bekannt für seine landschaftliche Vielfalt. Neben Mammutbaumwäldern und bizarren Wüstenformationen geht es von den Küstenregionen hinauf ins mächtige Hochgebirge der Sierra Nevada. Besonders bekannt dürfte wohl neben den Großstädten San Francisco, San Diego und Los Angeles auch das Death Valley in der Mojave-Wüste sein, der trockenste Ort der USA.

Der drittgrößte Bundesstaat der USA wurde jedoch in den vergangenen Tagen von kräftigen Niederschlägen heimgesucht. Nachdem bereits am vergangenen Mittwoch und Donnerstag (31.01. bzw. 01.02.2024) kräftige Regenfälle auftraten, zog dann am vergangenen Sonntag und Montag ein weiterer unwetterartiger Sturm über Kalifornien hinweg. Zunächst traf es den Großraum San Francisco, bevor das Unwetter im Laufe des Montags weiter nach Süden in Richtung Santa Barbara und Los Angeles zog. Dort wurden auch die höchsten Niederschlagsmengen registriert. Zwischen 120 und 250 Liter pro Quadratmeter sollen dort innerhalb von nur 48 Stunden niedergegangen sein.

Auslöser für diese heftigen Regenfälle war ein Wetterphänomen, das auch als "Atmosphärischer Fluss" bekannt ist. Dieses Phänomen beschreibt eine kräftige Strömung, eine Art Fließband, welches sehr feuchte Luft vom Pazifik zur kalifornischen Küste transportiert. Da die Luftmassen meist aus Richtung Hawaii stammen, erhielt dieses Phänomen speziell in Kalifornien den Namen "Ananas Express" (weitere Informationen zum "Atmosphärischen Fluss" im Thema des Tages vom 11.01.2023). Dieser führte in den vergangenen Tagen selbst am trockensten Ort der USA, dem Death Valley (Jahresniederschlag im klimatologischen Mittel rund 50 Liter pro Quadratmeter; zum Vergleich Deutschland mit 790 Liter pro Quadratmeter pro Jahr) zu einer Warnung vor Sturzfluten und geschlossenen Straßen.


Satellitenbild von Montag, den 05. Februar 2024 zeigt Teile des Pazifischen Ozeans und der USA bzw. Mexikos. (Quelle https://worldview.earthdata.nasa.gov ; Beschriftungen ergänzt durch Sebastian Schappert)


Das Unwetter nahm sogar ein historisches Ausmaß an: Laut des amerikanischen Wetterdienstes hat es im Großraum von Los Angeles so viel Regen innerhalb von 48 Stunden seit 150 Jahren nicht mehr gegeben. Vielerorts kam es zu massiven Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. Schätzungen zufolge waren zwischenzeitlich rund 850.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. Selbst am gestrigen Dienstag mussten mehrere Zehntausend Menschen weiterhin ohne Strom ausharren. In acht Bezirken wurde der Notstand ausgerufen.

Aber nicht nur der kräftige Regen spielte eine maßgebliche Rolle. Am Südrand des Tiefdruckgebiets formierte sich ein kräftiges Sturmfeld, das örtlich sogar Böen bis Orkanstärke im kalifornischen Binnenland verursachte. Dabei sorgten umherfliegende Trümmer für erhebliche Schäden, 3 Menschen mussten aufgrund umstürzender Bäume sogar ihr Leben lassen. Weiter landeinwärts gingen die Niederschläge dann im Bergland in Schnee über, wo es zu einem Neuschneemengenzuwachs von 30 bis 60 Zentimeter kam. In einigen Gipfellagen kamen rund 100 Zentimeter in weniger als 72 Stunden zusammen. Der böige Wind verfrachtete zudem den neugefallen Schnee, wodurch es in höheren Lagen zu weiteren Behinderungen kam.


Kartenausschnitt zeigt den Osten der USA sowie das nördliche Mexiko sowie die vorhergesagten Niederschlagsmengen bis Freitag, den 09. Februar.


Zwar wird sich das Wettergeschehen in Kalifornien etwas beruhigen, dennoch bleibt es zunächst wechselhaft mit weiteren Regenfällen. Es stehen keine Unwetter mehr ins Haus, aufgrund der aufgeweichten und gesättigten Böden sind aber auch weiterhin Überschwemmungen und Erdrutsche denkbar. Im höheren Bergland kann es zu vorübergehenden Starkschneefällen kommen. Und auch der Wind kann zeitweise noch stürmisch wehen.



© Deutscher Wetterdienst

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