13. Februar 2012 |
Niederschläge in aller Welt
Da es in den Tropen Zentralamerikas keine thermischen, d.h. durch
Temperaturunterschiede definierbaren Jahreszeiten gibt, muss eine
saisonale Differenzierung anhand der Niederschlagsverhältnisse
erfolgen. Allgemein ist dort etwa von November bis Mai Trockenzeit,
denn die sog. Innertropische Konvergenzzone (ITC), ein den
Sonnenhöchstständen folgender, weltumspannender Tiefdruckgürtel mit
ergiebigen Niederschlägen liegt im Februar schwerpunktmäßig noch viel
weiter südlich. Dennoch ist das Tiefland der Ostküsten aufgrund der
Nähe des warmen Karibischen Meeres "immerfeucht". Daher sind
Regenmengen um 50 L/m² (= mm) innerhalb von vierundzwanzig Stunden
bis heute 00:00 UTC im Bereich des Golfes von Honduras für Insider
nichts Besonderes.
Wesentlich ergiebiger regnete im Bereich der Philippinen. Den
dortigen Ostküsten bringt der Winter- oder Nordost-Monsun stets
kräftige Niederschläge, während die Westküsten im Lee der Gebirge
meist trocken bleiben. So fielen in vierundzwanzig Stunden bis heute
00:00 UTC in Legaspi (benannt einem spanischen Conquistadoren,
13°11'N, 123°43'E, 16 m NN) 141 mm, im Surferparadies Daet (14°13'N,
123°08'E, 3 m NN) 140 mm und vielerorts um 60 mm.
Der Malaiische Archipel zählt zu den inneren Tropen mit feucht-heißem
Klima und ganzjährigen Niederschlägen. Spitzenreiter der vergangenen
vierundzwanzig Stunden bis heute 00:00 UTC war das indonesische
Städtchen Timika (Papua/Neuguinea, 04°56'S, 137°29'E, 3 m NN) mit 120
mm. Ganz in der Nähe befindet sich übrigens mit der Grasberg-Mine die
größte Goldmine der Welt.
Nichtzuletzt können auch außertropische Zyklonen eindrucksvolle
Niederschlagsmengen hervorrufen. Beispielsweise besorgte ein
kräftiges Tief den kanadischen Atlantikprovinzen ein verregnetes bzw.
verschneites Wochenende. Schwerpunkt war am Sonnabend Nova Scotia mit
verbreitet über 40 mm in vierundzwanzig Stunden und am Sonntag
Neufundland mit sogar 158 mm an der Station Saint Anthony (51°25'N,
55°59'W, 33 m NN).
Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.02.2012
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