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12. Dezember 2025 | Dipl.-Met.Christian Herold

Extreme Dezember: 2010 und 2015 im Vergleich

Extreme Dezember: 2010 und 2015 im Vergleich

Datum 12.12.2025

Mitteleuropa erlebt derzeit eine ungewöhnlich warme Witterung mit bis zu 16 °C am vergangenen Montag und kaum Frost. Auch in den kommenden Tagen ist kein Winter in Sicht, ähnlich wie im rekordwarmen Dezember 2015. Zum Vergleich blickt das Thema des Tages zudem auf den eisigen Dezember 2010 mit beinahe flächendeckend weißen Weihnachten zurück.

Bei der aktuellen Mildwetterlage könnte man meinen, der Dezember schreibe Rekorde. Doch wer erinnert sich noch an den Dezember 2015 – den mit Abstand wärmsten Dezember in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen?

Die großräumige Wetterlage war damals der heutigen sehr ähnlich. Nach einem starken Polarlufteinbruch Ende November kippte die Wetterlage Anfang Dezember völlig. Es entwickelten sich kräftige Atlantiktiefs, die auf ihrer Vorderseite in einer südwestlichen Strömung außergewöhnlich milde Subtropen-, teils sogar Tropenluft nach Deutschland führten. Es etablierte sich eine stabile, meist von Hochdruck geprägte Südwestlage. Zweistellige Höchstwerte waren an der Tagesordnung, Frost blieb die Ausnahme. Ein wenig Schnee gab es lediglich bei einem kurzen „Kaltlufteinbruch” Mitte Dezember in den Gipfellagen einiger Mittelgebirge. Ihren Höhepunkt erreichte die sehr milde Witterung an Weihnachten. Mit 10 bis 17 °C und viel Sonnenschein herrschte nahezu „Biergartenwetter“. Erst zum Monatsende sickerte im Osten etwas kältere Luft ein.

Einen deutlichen Kontrast dazu bot der Dezember 2010: Auch damals ging ein kalter Witterungsabschnitt Ende November voraus, der sich jedoch – anders als 2015 – nachhaltig festsetzte. Bereits Anfang Dezember kam es bei einer Nordlage zu einem arktischen Kaltlufteinbruch mit strengen Nachtfrösten bis –20 °C und verbreitetem Dauerfrost. Auch Schnee lag schon reichlich. Weitere intensive Schneefälle folgten zur Monatsmitte in einer ausgeprägten Grenzwetterlage. In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember brachte eine ausgeprägte Nordstaulage in den östlichen Mittelgebirgen über 50 cm Neuschnee. Dort türmten sich die Schneemassen teils über einen Meter hoch. 2010 war das bislang letzte Jahr, in dem Deutschland nahezu flächendeckend weiße Weihnachten erlebte – selbst im Flachland lagen gebietsweise bis zu 50 cm Schnee.

Die Kaltluft hielt sich bis in die erste Januarwoche 2011, danach stellte sich die Wetterlage um. Eine kräftige Südwestlage brachte Regen, Sturm und eine deutliche Milderung, wodurch der Schnee rasch taute und es teils zu Hochwasser kam.

Während der Dezember 2015 mit einer Mitteltemperatur von +6,5 °C deutlich zu warm war und eher einem milden März glich, zählt der Dezember 2010 mit einer Durchschnittstemperatur von −3,7 °C zu den kältesten dieses Jahrhunderts.


Zugewehte Häuser auf dem Aschberg im oberen Vogtland nach den Schneefällen vom 14.12. auf den 15.12.2010. In der Nacht fiel fast 1m Neuschnee.



Bestes Fortbewegungsmittel: Ein Motorschlitten



Zugeschneite Straßenschilder



Zugewehtes Haus




© Deutscher Wetterdienst

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