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20. Januar 2022 | Dipl.-Met. Marco Manitta

Nasskalt bis winterlich

Nasskalt bis winterlich

Datum 20.01.2022

Nasskalt in den Niederungen und winterlich im Bergland, so kann man das aktuelle Wetter in Deutschland zusammenfassen. Wie lange der Polarluftvorstoß anhält, wird im Tagesthema des heutigen Donnerstags erläutert.

Ein Polarluftvorstoß bringt am heutigen Donnerstag und am Freitag Schnee, Wind, Frost und Glätte nach Deutschland. Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel zwischen dem kräftigen Hoch "Erich" mit Schwerpunkt westlich von Irland und dem Tief "Ida" bei Finnland. Diese beiden sorgen dafür, dass von Norden her maritime Polarluft nach Deutschland strömt.


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In den Berglagen kehrt somit der Winter ein. In Lagen oberhalb von 400 m kann man sich dann über eine teilweise ordentliche Neuschneeauflage freuen. Dies gilt hauptsächlich für die Alpenregion. Dort kommen bis Freitagabend um 20 cm, in Staulagen teils über 30 cm Neuschnee zusammen. In den Mittelgebirgen liegen die Neuschneemengen zwischen 5 und 10 cm, am Bayerischen Wald, Erzgebirge und Nordschwarzwald bis 20 cm. Zudem sorgt der teils stürmische Wind in den Hochlagen auch für Schneeverwehungen.

Für das Flachland reicht es allerdings nicht für eine nachhaltige Schneedecke, da die Polarluft sich auf dem langen Weg über Wasser (Nordmeer und Nordsee) erwärmt und die Temperatur dadurch zumindest tagsüber knapp über den Gefrierpunkt liegt. Somit kann sich nur bei kräftigen Schnee- bzw. Graupelschauern vorübergehend eine dünne Schnee- und Graupeldecke bilden, die aber sehr tückisch für die Autofahrer sein kann. In der Nacht zum Freitag sinkt die Temperatur abgesehen von der Nordseeküste, jedoch verbreitet in den Frostbereich, sodass die Nässe auf den Straßen überfriert und zusammen mit etwaigen Schneeschauern für Glätte sorgt.

Der Polarluftvorstoß ist nur von kurzer Dauer, denn um das Hoch "Erich" wird schon im Laufe des Freitags und am Samstag mildere Meeresluft nach Deutschland herangeführt, sodass die Schneefallgrenze von Nordwesten her auf 600 m, am Samstag auf 800 m ansteigt. Die mildere Luft gleitet über die eingeflossene Polarluft und sorgt trotz des relativ hohen Luftdrucks für starke Bewölkung und für Niederschläge, die in der Nacht zum Samstag auf Deutschland übergreifen. Im Osten und Südosten des Landes ist die Luft zunächst noch kalt genug für Schnee bis in die Niederungen. Dabei fallen verbreitet 5 bis 10 cm Neuschnee und an den östlichen Mittelgebirgen (Erzgebirge, Bayerischer Wald) sind bis 20 cm Neuschnee möglich.

Am Samstag bleibt der Zustrom feuchter Luft von der Nordsee erhalten, sodass es trotz des Einflusses von Hoch "Erich" zu weiteren meist leichten Niederschlägen kommt. An den östlichen Mittelgebirgen geht der Schnee unterhalb von 600 bis 800 m zunehmend in Regen über. Hingegen setzt vor allem an den östlichen Alpen starker Schneefall ein, der bis Sonntagvormittag anhalten kann. Dabei nimmt der Schneezuwachs um 20 bis 40 cm, in Staulagen von Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen um 50 cm in 24 Stunden zu.

Am Sonntag verstärkt sich zwar der Einfluss vom Hoch "Erich", allerdings bleibt sein Schwerpunkt westlich von uns. D.h. die Zufuhr feuchter Luftmasse von der Nordsee wird bei tief hängenden Wolken aufrechterhalten, wenngleich die meisten Niederschläge abklingen. Die Sonne kommt dann, wenn überhaupt, nur im äußersten Südwesten Deutschlands zum Vorschein. Auch zu Wochenbeginn bleibt der Himmel meist Grau in Grau. Wer aus dieser Tristesse entfliehen möchte, für den sind die Alpen und der Hochschwarzwald ein gutes Ausflugziel.



© Deutscher Wetterdienst

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