14:06 MESZ | 07.06.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
19. Juli 2018 |

Mehr Kopfschmerz in kaltem Klima?!

Mehr Kopfschmerz in kaltem Klima?!

Datum 19.07.2018

In nördlichen Breiten leiden mehr Menschen an Migräne als in südlichen. Forscher haben nun herausgefunden, was unsere Vorfahren und deren Anpassung an ein kälteres Klima damit zu tun haben.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO steht Migräne an sechster Stelle der am schwersten behindernden Erkrankungen. Die Symptome reichen von Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen über Übelkeit und Erbrechen bis hin zu heftigen, pulsierenden Kopfschmerzen.


Zum Vergrößern bitte klicken


Allein in Deutschland haben pro Tag rund eine Million Menschen mit Migräne-Attacken zu kämpfen. Global leiden über eine Milliarde Menschen an dieser neurologischen Erkrankung, wobei die Zahl der Betroffenen keineswegs gleich über den Erdball verteilt ist: In Europa und Nordamerika ist Migräne stärker verbreitet als in Afrika oder Asien. Einen Grund dafür haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig kürzlich herausgefunden.

Als unsere frühen Vorfahren den warmen afrikanischen Kontinent verließen und in kältere Gefilde umsiedelten, half ihnen ein bestimmtes Gen, sich an die neuen klimatischen Verhältnisse anzupassen. Schließlich mussten sie sich beispielsweise von "mollig warmen" 28 Grad Celsius durchschnittlicher Jahrestemperatur in Nigeria auf "bibberkalte" 6 Grad in Finnland umstellen. Allerdings führte genau dieses "Kälte-Anpassungs-Gen" dazu, anfälliger für Migräne zu sein.

Bei ihren Untersuchungen nahmen die Forscher das Gen TRPM8 in den Fokus, das die "Bauanleitung" für einen Kälterezeptor ist, der es Menschen erlaubt, mit kühlerem Wetter besser umzugehen. Eine Variante dieses Gens wurde in den vergangenen 25.000 Jahren bei Menschen in nördlichen Breiten immer häufiger. Mittlerweile verfügen 88% der Menschen finnischer Abstammung über diese Gen-Variante, in der Bevölkerung Nigerias hingegen nur 5%. Die Wissenschaftler fanden also heraus, dass je höher der Breitengrad (je kälter das Klima), desto mehr Menschen tragen in ihrem Erbgut dieses veränderte "Kälte-Anpassungs-Gen", das eben auch die Anfälligkeit für Migräne erhöht.

Dass es einen gewissen Zusammenhang zwischen Kälte und Migräne gibt, bestätigen auch einige Patienten, bei denen das Trinken von kaltem Wasser einen Migräneanfall auslöst.

Weitere Studien sollen nun durchgeführt werden, um noch mehr Erkenntnisse über die Entstehung von Migräne zu erlangen. Das ist vor allem für die Entwicklung neuer Medikamente wichtig.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 19.07.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

07.06. - Die Wettervorhersage für den D-Day

06.06. - Eine Nebelnacht im Juni

05.06. - Aprilwetter im Juni

04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026

01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen

28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?

27.05. - In 16000 m Höhe

26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?

25.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 7: Meteorologie im beginnenden Zeitalter der Aufklärung und Weiterentwicklung der quantitativen Meteorologie

24.05. - Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!

23.05. - Des einen Freud…

22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!

21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!

20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai

19.05. - Tag der Diversität

18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?

16.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 6: Meteorologie im Zeitalter der Renaissance und Anfänge der quantitativen Meteorologie

15.05. - König Fußball und das Wetter

14.05. - Kühles "Aprilwetter" an den Eisheiligen

13.05. - Wo ist der Polarjet hin?

12.05. - Der Geruch von Regen

11.05. - Turbulente und kühle Maitage

10.05. - Pannekoek in der Kalahari – wenn die Savanne wieder zum Leben erwacht

09.05. - Die Eisheiligen: Nur ein Mythos?

08.05. - Warmes Wochenende, kühler Wochenstart

07.05. - Wie funktioniert eine Gewittervorhersage?