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07. Juni 2015 |

Die Sonne - Quell des Lebens oder gefÀhrliche Strahlung?

Die Sonne steht im Zentrum unseres Sonnensystems und versorgt die Erde zu allererst mit wÀrmender Strahlung. Dabei kann man die Sonne in ihrem Inneren auch als riesigen Kernfusionsreaktor ansehen.

Bei Temperaturen um 15 Millionen Grad Celsius und ĂŒber 100 Millionen Bar Druck wird durch die Verschmelzung von Wasserstoff- zu Heliumatomen pro Sekunde 630 Terajoule Energie erzeugt. Im Vergleich mĂŒsste ein 1GW-Kernkraftwerk fĂŒr 630 Terajoule eine Woche arbeiten.

Aufbau der Sonne


Die entstandene Energie wird durch verschiedene physikalische
Prozesse an die SonnenoberflÀche transportiert. Auf dem Weg geht ein
gewisser Teil der WÀrme verloren, sodass an der SonnenoberflÀche "nur
noch" Temperaturen von rund 6000 Grad Celsius herrschen. Von dieser
OberflÀche, der sogenannten PhotosphÀre, strömen Licht und WÀrme
schließlich ins All. Ein bestimmter Anteil dieser Energie kommt am
Oberrand der AtmosphÀre als kurzwellige Strahlung an. Damit ist die
sogenannte UV-Strahlung und Infrarotstrahlung gemeint. Insgesamt
sprechen wir dabei von ca. 1367 Watt pro Quadratmeter.

Da die Sonne zudem die 700-fache Masse aller Planeten des
Sonnensystems besitzt (99,86% der gesamten Masse), dominiert sie
durch ihre Gravitation auch das gesamte System. Als Folge umrunden
die Planeten in einer kreisÀhnlichen Bahn die Sonne.

Die Erde umlÀuft dabei die Sonne in etwa 150 Millionen Kilometer
Abstand auf einer leicht elliptischen Bahn. Durch die Kugelgestalt
der Erde ist die ankommende Sonnenenergie nicht gleichmĂ€ĂŸig verteilt.
WĂ€hrend die Sonne am Äquator meist nahezu senkrecht einstrahlt,
kommen die Strahlen zu den Polen hin flacher auf dem Boden an. Die
gleiche Anzahl Sonnenstrahlen beleuchtet somit am Pol eine viel
grĂ¶ĂŸere FlĂ€che als am Äquator. Die Sonne fĂŒhrt demnach den
Polregionen pro FlĂ€cheneinheit weniger Energie zu als in ÄquatornĂ€he.
Durch die Neigung der Erdrotationsachse ist die Einstrahlung im
Verlauf des Jahres zusÀtzlichen Schwankungen unterworfen. Abgesehen
von den Tropen erlebt die Erde daher markante Jahreszeiten.

Mit ihrer WÀrme erhÀlt die Sonne das Leben auf der Erde. Die
Strahlung erwÀrmt den Boden, die Meere und die AtmosphÀre, treibt das
Wetter an und steuert auch das Klima. Schon der Philosoph Poseidonius
(135 - 51 v. Chr.) erkannte die Bedeutung der Sonne: "Die Sonne
erleuchtet das ganze, fast unendliche Weltall. Durch die FĂŒlle ihrer
Kraft haucht sie der Erde Leben ein...".

Doch die Sonnenstrahlung ist keineswegs ungefÀhrlich!

Durch sogenannte "Schockwellenfronten" des Sonnenwindes werden
elektromagnetische Teilchen, hauptsÀchlich Protonen und Elektronen,
als ĂŒberschallschneller Strom ins All geschleudert. Diese benötigen
etwa 24 bis 36 Stunden, um die Erde zu erreichen. Dabei stören diese
elektromagnetischen Ströme das Magnetfeld der Erde und nachfolgend
auch die Funk- und Radionetze.

Aber auch die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) kann negative
Auswirkungen haben. Wer seine Haut beim Sonnenbaden nicht ausreichend
schĂŒtzt, schĂ€digt diese nachhaltig. Die UV-A (lange Wellen) Strahlung
fĂŒhrt zu einer kurzfristigen BrĂ€une, die jedoch kaum Lichtschutz
bringt. Dagegen verliert die Haut an Spannkraft und altert
frĂŒhzeitig. Auch das Hautkrebsrisiko ist bei hĂ€ufiger ungeschĂŒtzter
Einstrahlung deutlich erhöht. Die sogenannte UV-B Strahlung sorgt
hingegen fĂŒr eine langfristigere BrĂ€une, die auch einen echten
Lichtschutz mit sich bringt. Gleichzeitig dringen diese Strahlen
nicht so tief in die Haut ein und schÀdigen sie daher nicht
nachhaltig.

Dipl.-Met. Lars KirchhĂŒbel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.06.2015

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