08. Dezember 2014 | M.Sc.-Met. Anna Wieczorek
Taifun HAGUPIT - nicht so stark wie HAIYAN, aber trotzdem schadenträchtig
Mit Taifun HAGUPIT sind dieses Jahr bereits acht Supertaifune im Nordwestpazifik beobachtet worden.
HAGUPIT, der vom philippinischen Wetterdienst auch RUBY genannt wird, wurde am 1. Dezember 2014 das erste Mal als tropischer Sturm eingestuft. Innerhalb eines Tages entwickelte er sich zu einem Taifun und erreichte am 3./4. Dezember sogar die Kategorie 5, die höchste der Saffir-Simpson-Skala.
Aufatmen auf den #Philippinen - #Taifun #Hagupit nicht so zerstörerisch wie befürchtet: t.co/5uqo8hGzYc pic.twitter.com/4i6dgS9gon
— Deutschlandfunk (@DLF) 7. Dezember 2014
Während er sich den Philippinen von Südosten näherte, reichten die
mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 285 km/h, in Böen bis ca.
350 km/h. Somit erinnerte HAGUPIT zunächst an den verheerenden
Supertaifun HAIYAN, der 2013 die Philippinen traf und extreme Schäden
und tausende Menschenleben forderte. Doch bereits am 5. Dezember
schwächte sich HAGUPIT auf Kategorie 4 ab.
Am 6. Dezember erreichte der Taifun die Kategorie 3 und mit
Windgeschwindigkeiten von rund 200 km/h die Gemeinde Dolores der
Provinz Ostsamar. Bei einem Kerndruck von 935 hPa wurden in der
Gemeinde Borongan (Ostsamar) 395 l/qm und in der Gemeinde Catbalogan
(Samar) 360 l/qm Regen in 24 Stunden gemessen.
Mittlerweile hat sich der Taifun auf seiner Bahn über die Gemeinde
Cataingan der Insel Masbate in Richtung Südspitze der Insel Luzon, in
der Nähe der Hauptstadt Manila, auf einen tropischen Sturm mit
mittleren Windgeschwindigkeiten um 110 km/h abgeschwächt. Dabei
werden dort heute aber noch Niederschläge von bis zu 200 l/qm in 24
Stunden erwartet.
#Hagupit #Philippines Das Schlimmste ist wohl vorüber. Mehr heute in @tagesschau und @tagesthemen @Weltspiegel_ARD pic.twitter.com/HmfLQuuZnI
— Uwe Schwering (@uschwering) 7. Dezember 2014
Durch die frühzeitige Erkennung, die relativ langsame Zugbahn des
Taifuns und die vorsorglichen Massenevakuierungen konnte die Anzahl
der Toten - aktuell sind acht Opfer bekannt - gering gehalten werden.
Dennoch richtete HAGUPIT schwere Schäden an: Es kam zu einer 4 bis 5
m hohen Sturmflut, weitläufigen Stromausfällen sowie dem regionalen
Ausfall von Mobilfunkverbindungen, blockierten Straßen, verwüsteten
Häuser und Überschwemmungen.
In den kommenden Tagen wird sich der Taifun noch weiter abschwächen
und über das Südchinesische Meer Richtung Vietnam ziehen. Laut den
momentanen Vorhersagen soll HAGUPIT nach "landfall" (Treffen auf
Land) weiter an Intensität abnehmen und sich schließlich in ein
gewöhnliches außertropisches Sturmtief umwandeln.
© Deutscher Wetterdienst
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