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05. August 2014 |

Wetterrekorde

Während des diesjährigen Sommers kam es bis zum heutigen Tag immer wieder zu unwetterartigen Gewitterentwicklungen. Häufige Begleiterscheinungen waren heftiger Starkregen, Sturm- oder Orkanböen und Hagel.

Das Resultat dieser extremen Wetterereignisse waren oftmals vollgelaufene Keller bzw. überflutete Straßen, umgestürzte Bäume oder auch Schäden durch Hagelschlag. Für den einen oder anderen mögen diese Wetterereignisse schon rekordverdächtig sein. Weltweit gab es in der Vergangenheit jedoch noch extremere Wetterereignisse, die im Weiteren in einem kurzen Überblick dargestellt werden.

Death Valley National Park (Bild: © sumikophoto - Fotolia.com)


Werfen wir zunächst einen Blick auf die Temperaturrekorde. Am 13.
August 2003 stieg das Thermometer in Freiburg und in Karlsruhe auf
die bisher höchste in Deutschland gemessene Temperatur von 40,2 Grad
Celsius. Fast 90 Jahre zuvor (10.07.1913) lag im Death Valley
(Kalifornien, USA) die Höchsttemperatur bei 56,7 Grad Celsius.
Die niedrigste Temperatur in Deutschland mit -37,8 Grad Celsius wurde
am 12.02.1929 in Hüll (Kreis Pfaffenhofen, Bayern) gemessen. Weltweit
gesehen konnte am 21.07.1983 in Wostok (Antarktis) ein neuer
Kälterekord aufgestellt werden. Bis heute wurde diese
Tiefsttemperatur von -89,2 Grad Celsius nicht unterboten.

Als Nächstes nehmen wir den Niederschlag unter die Lupe. Die höchste
jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland kam im Jahr 1970 in
Balderschwang im Allgäu zusammen. Die dort gemessenen 3503,1 mm sind
jedoch nur ein Bruchteil dessen, was innerhalb eines Jahres in
Cherrapunji (Indien) vom Himmel fiel. Im Zeitraum vom 01.08.1860 und
31.07.1861 betrug die dortige Niederschlagsmenge 26467 mm.
Innerhalb von 24 Stunden ist die Station Zinnwald im Osterzgebirge
mit 312 mm deutscher Spitzenreiter. Weltweit hat jedoch das
Hochplateau Foc-Foc auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean mit
1825 mm in 24 Stunden die Nase vorne.
In unseren Breiten unvorstellbar ist auch die größte je gemessene
ein-minütige Regenmenge von 38 mm in Barot auf der Karibikinsel
Guadeloupe.

Sehen wir uns nun die Windmaxima an. Seit dem 03.12.1999 steht List
auf Sylt mit 184 km/h auf Platz eins der deutschen Wetterstationen im
Tiefland. Von den Stationen im Bergland ist die Zugspitze ganz vorne.
Mittels eines Staudruckmessers wurde dort am 12.06.1985 ein
Windmaximum von 335 km/h gemessen. Im weltweiten Vergleich ist jedoch
Barrow Island (Australien) Spitzenreiter unter den
Windgeschwindigkeiten (Tornados ausgeschlossen). Während des schweren
tropischen Zyklons "Olivia" am 10. April 1996 wurde auf Barrow
Island, nahe der australischen Nordwestküste, eine Spitzenböe von 408
km/h registriert.

Abschließend kommen wir zum Hagel. Während eines schweren Gewitters
in Vivian im US-Bundesstaat South Dakota wurde ein Hagelkorn mit
einem Durchmesser von 20,32 cm aufgefunden. Das wohl größte Hagelkorn
in Deutschland wurde nach einem Hagelunwetter in der Region
Reutlingen (Baden-Württemberg) am 6. August 2013 gefunden. Dieses
soll nach mehreren Berichten zur Folge einen Durchmesser von 14,1 cm
aufgewiesen haben.

Weitere Wetterrekorde finden Sie auch unter www.dwd.de/rekorde.



M.Sc.-Met. Andreas Würtz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.08.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Bild: © sumikophoto - Fotolia.com

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