03. Juli 2014 |
Urlaubsfeeling
"Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl", so oder so ähnlich hat sich der ehemalige Fußballprofi Andreas Möller einmal in einem Interview geäußert.
Und mancher wird aktuell vom Urlaubsfeeling her ein gutes Gefühl haben. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen, wo am Montag die Sommerferien beginnen, aber auch in Berlin, Brandenburg und Hamburg, wo die Schüler im weiteren Verlauf der kommenden Woche jubelnd aus ihren Klassenzimmern stürmen können.
Da stellt sich natürlich die Frage: Wie wird denn das Wetter zum
Urlaubsbeginn? An dieser Stelle soll versucht werden, diese Frage
zumindest für Europa und die angrenzenden Regionen zu diskutieren.
Bezüglich der Temperaturen wird sich ein recht eindeutiges Nord-Süd-
bzw. Nordwest-Südost-Gefälle einstellen. Dabei werden am Mittelmeer
verbreitet Werte von um oder über 30 Grad erreicht. Die Spitzenreiter
sollten dabei im Süden der Iberischen Halbinsel und an der Türkischen
Riviera zu finden sein. Aber auch auf dem Balkan, rund ums Schwarze
Meer und bis nach Weißrussland soll es hochsommerlich werden. Während
von Frankreich bis zum Baltikum und nach Ostfinnland ein Streifen zu
finden sein wird, der mit Temperaturen von etwa 25 Grad für einen
mitteleuropäischen Sommer recht normal ist, kommen die Höchstwerte
von den Britischen Inseln bis nach Skandinavien mit Werten um 20 Grad
nicht "aus dem Quark".
Während ein solch weiter "Vorausblick" auf die Temperaturen durchaus
Erfolg versprechend ist, gestaltet sich die Sache beim Wetter
aufgrund der Vielzahl der Einflussfaktoren etwas schwieriger. Dennoch
sei hier kurz gesagt, dass es rund ums Mittelmeer, aber auch in
Osteuropa verbreitet freundlich zu werden scheint. In West- und
Mitteleuropa hingegen deutet sich wechselhaftes Wetter mit Schauern
und Gewittern an. Mit anderen Worten: Während die Italiener und
Spanier nach ihrem frühen Ausscheiden bei der Fußball-WM von der
Sonne getröstet werden, weint der Himmel auch nächste Woche noch mit
den Briten um die Wette.
Womit wir wieder beim Thema Fußball wären - und damit auch bei der
Frage, wie das Wetter morgen zum Spiel Deutschland-Frankreich
hierzulande werden wird. Aktuell sieht es so aus, dass am Nachmittag
von Frankreich her dichtere Wolken in den Südwesten ziehen. Während
der ersten Halbzeit (und dem 1:0 :-)) kann es dann in Südbaden und im
südlichen Schwarzwald, während der zweiten Halbzeit (und dem 2:0 :-))
vom Oberrhein bis zum Werdenfelser Land Schauer und Gewitter geben.
Da die Schauer und Gewitter auch Starkregen, Sturmböen und Hagel im
Gepäck haben können, heißt es in den angesprochenen Regionen, aber
auch im restlichen Südwesten und Süden, neben der Leinwand oder dem
Bildschirm auch den Himmel im Blick zu behalten.
Eines ist aber jetzt schon klar: Während morgen in Deutschland nur
der Südwesten und Teile des Südens schlechtwettergefährdet sind, wird
es in Frankreich verbreitet und teils kräftig regnen. Wenn also der
Ausgang des Fußballspiels noch mit - ganz kleinen - Unsicherheiten
behaftet sein sollte, im Wetterwettbewerb werden wir uns am morgigen
Freitag auf jeden Fall durchsetzen, zumal es in weiten Teilen
Deutschlands den ganzen Tag noch sonnig und trocken bleibt.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.07.2014
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Bild: DWD
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