12. März 2014 |
Kälterekorde in den USA
Der Winter 2013/2014 gehört in Mitteleuropa mit zu den wärmsten seit den Wetteraufzeichnungen. Während bei uns viele Wintersportgebiete über Schneemangel klagten, machten Meldungen über extreme Kälte und Schneestürme in Kanada und im Osten der USA die Runde.
Doch wie sieht es derzeit mit dem nordamerikanischen Wetter aus?
So herrschte zum Beispiel bei uns in Deutschland am letzten
Wochenende eine Rekordwärme mit Temperaturen von bis zu 24 Grad,
während der Osten von Nordamerika immer noch mit der
außergewöhnlichen Kältewelle zu kämpfen hat. An vielen Stationen
wurden dort letzte Woche bei Temperaturen bis nahe -30 Grad die
niedrigsten Märztemperaturen seit den Aufzeichnungen gemessen. Ein
Sturmtief sorgte zudem für Eisregen und ordentlich viel Schnee.
Im Prinzip hat sich seit Mitte Dezember an der großräumigen
Wetterlage auf der gesamten Nordhemisphäre nicht viel geändert. Ein
kräftiger Kaltluftpol befindet sich immer noch über Ostkanada. Von
dort aus gab es immer wieder kräftige Kaltluftausbrüche in den
Nordosten der USA. Die Kaltluft floss dabei über Neufundland über
den Atlantik aus, wodurch sich über dem warmen Atlantikwasser recht
kräftige Tiefdruckgebiete bildeten, die im Gegenzug an ihrer
Ostflanke sehr milde Luft anzapften und nach Europa führten. Diese
Großwetterlage war so stabil, dass die ungewöhnliche Kälte im
Nordosten der USA abgesehen von kurzen Unterbrechungen seit Mitte
Dezember bis heute anhält. Dies hat zur Folge, dass die Großen Seen
jetzt fast vollständig zugefroren sind. Seit 1977 gibt es dort mit
92,2 % die zweitgrößte je registrierte Eisbedeckung.
Zwar ist auch im Nordosten der USA jetzt kurz mal der Frühling
eingezogen. In New York wurden Beispielsweise Temperaturen von bis zu
18 Grad gemessen, im Bereich der Großen Seen lag die Temperatur
immerhin bei 5 bis 10 Grad. Doch der nächste kräftige
Kaltlufteinbruch steht kurz bevor. Ab Donnerstag gibt es dort
wieder in größeren Gebieten Dauerfrost und Schnee. Auch im weiteren
Verlauf verschiebt sich die Position des Kältepols kaum, sodass es
wohl auch in nächster Zeit dort immer wieder zu Kaltluftausbrüchen
kommen kann.
Dipl.-Met. Christian Herold
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