06:47 MESZ | 23.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
04. März 2014 |

Was uns im März so alles blühen kann ...

Was das Blühen der Flora betrifft, so sind wir dieses Jahr bekanntlich etwas weiter als gewöhnlich. Ausgiebig wurde dazu im Thema des Tages vom 22.02.2014 berichtet).

Die im März üblicherweise im Vorfrühling blühenden Pflanzen haben
derzeit einigen Vegetationsvorsprung (in Klammern die Anzahl der
Wochen), wobei die Reihenfolge dem mittleren Blühbeginn in
Deutschland entspricht. Die Hasel beginnt bereits im Februar mit der
Blüte, der Löwenzahn im April:
Vollblüte der Hasel (2), Erle (3), Huflattich (1), Weide (1),
Forsythien (2-3) und Löwenzahn (4).

Forsythien



Was uns beim Wetter in Deutschland so alles "blühen" kann, dafür
blättern wir in der Klimastatistik und suchen uns die Extremwerte
heraus. Die Daten zeigen, dass der März der Übergangsmonat vom Winter
zum Sommer ist. Strengen Frösten zu Monatsbeginn stehen Sommertage
Ende März gegenüber.

Im März kann es anfangs noch sehr winterlich sein, schließlich haben
knapp 10 % aller Wettertationen am 06.03.1971 noch eine
Höchst(!)temperatur unter -10 Grad gemeldet, also ganztägig strengen
Frost. Die Stationen lagen alle im Süden und in Mittelgebirgslagen.
Märztage mit Höchstwerten unter null Grad (Eistage) sind in ganz
Deutschland schon aufgetreten.
Tiefstwerte unter - 20 Grad gab es schon an 30 % aller Stationen; -30
Grad schaffte aber bisher nur die Zugspitze, in den Niederungen war
es in Riedlingen und Hermaringen (beide in der Nähe von Ulm im
Donautal gelegen) am 01.03.2005 mit -28 Grad am kältesten.
Stationen, an denen es im März noch nie unter -10 kalt Grad gewesen
ist, sind rar gesät und seit dem Märzwinter 2013 sind nur noch
Küstenstationen bzw. Inseln von der zweistelligen Kälte verschont
geblieben.
Dass zu solchen Temperaturen auch Schnee gehört, versteht sich von
selbst.
100 cm und mehr gab es in den Alpen und an vielen Stationen der
Mittelgebirge bis hinunter auf 450 m ü. NN. In den Tallagen der Alpen
ist Oberstdorf mit 170 cm Schnee am 12.03.1968 führend, in den
Mittelgebirgen Clausthal-Zellerfeld mit 164 cm am 08.03.1970.
Schließen wir nun das Kapitel Winter und wenden uns den für die
meisten Leser angenehmeren Sommeranteilen des März zu.

Ca. 15% aller Stationen hatten im März schon mal einen Sommertag mit
Höchstwerten über 25 Grad. Die nördlichste Meldung kam aus Angermünde
- 65 km nordöstlich von Berlin - mit 25,2 Grad am 30.03.1968.
Das absolute Märzmaximum wurde mit 26,6°C am 28.03.1989 in
Baden-Baden gemessen.
Zu einem heißen Tag mit Höchstwerten über 30 Grad reicht es im März
wegen des Sonnenstandes und des noch kühlen Meerwassers von
Mittelmeer und Atlantik natürlich noch nicht, aber Ende des Monats
klopft der Sommer schon ab und zu mal an die Tür.

An Sonnenscheinstunden sind 263 (1953) und 21 Stunden (1988) als
Extremwerte zu vermelden, beides auf dem Feldberg im Schwarzwald. Das
waren 1953 immerhin etwa 80%, 1988 6% der astronomisch möglichen
Sonnenscheindauer.

Niederschlag fällt im März nicht unbedingt. Einige Orte hatten sogar
schon einen niederschlagsfreien März.
Gegossen hat es hingegen im März 1988 in Freudenstadt. Dort fielen
527 Liter auf den Quadratmeter, soviel wie in einigen Gegenden
Deutschlands im gesamten Jahr.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.03.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst




© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer