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05. Januar 2014 |

300 Jahre Grad Fahrenheit

Fahrenheit; wer oder was ist das, wird sich mancher Leser fragen. Die Suchmaschinen bieten bei der Hälfte der Treffer eine physikalische Größe bzw. den Namen eines Naturwissenschaftlers.

Thermometer mit Celsius- und Fahrenheit-Skala


Was hat denn der 1686 in Danzig geborene Kaufmann und Glasbläser
(Spezialgebiet Messgeräte) und spätere Wissenschaftler Daniel Gabriel
Fahrenheit so interessantes geschaffen, dass 328 Jahren später Münzen
und Briefmarken zur Widmung des Ereignisses erscheinen?
Er erschuf unter anderem die nach ihm benannte
Fahrenheit-Temperaturskala.
Das war 1714, also vor 300 Jahren. Grund genug, den deutschen
Wissenschaftler wieder mal ins Gedächtnis zu rufen.
Die von ihm geschaffene Temperaturskala fand zunächst auch in Europa
Verwendung, ist heute aber hauptsächlich in den USA in Gebrauch und
wird von den US-Amerikanern im Auslandseinsatz auch weiterhin
weltweit benutzt.
Sie ist also im Gegensatz zu anderen alten Skalen von Romer, Rankine,
Reaumur etc. auch heute noch von Relevanz.
Sie wird, wie fast alle anderen entwickelten Temperaturskalen, in der
Einheit Grad gemessen.

Was unterscheidet nun die Fahrenheitskala von der bei uns üblichen
Celsiusskala?
Die Celsiusskala (geschaffen 1742 vom Schweden Celsius) hat als
Nullpunkt den Gefrierpunkt von Wasser, als 100 Grad-Wert den
Siedepunkt von Wasser und ist dazwischen in 100 gleiche Teile
eingeteilt.
Um negative Temperaturen zu vermeiden, lag der Nullpunkt der
Fahrenheitskala bei der niedrigsten Temperatur, die Herr Fahrenheit
damals kannte, nämlich umgerechnet -17,8°C. Er konnte sie aus einer
Kältemischung von Eis, Wasser und Salmiak bzw. Seesalz reproduzieren.
(Das ist übrigens in etwa die Temperatur, bis zu der heutige
Salzmischungen der Straßendienste wirken.)
Der obere Wert der Fahrenheitskala war mit 96 Grad bei der
Körpertemperatur eines gesunden Menschen (36,7°C) festgelegt.
Dazwischen war als reproduzierbarer Wert ein dritter Fixpunkt mit dem
Gefrierpunkt von Wasser auf 32°F gelegt.

Da auch die Temperaturskala nach Fahrenheit wie die nach Celsius in
gleiche Teile eingeteilt ist, lassen sich die Temperaturwerte (T)
leicht von Fahrenheit in Celsius und umgekehrt umrechnen.

Es gilt: T[°F]=T[°C] * 9/5 + 32
bzw. T[°C]=(T[°F] - 32) * 5/9

Sollten Sie die USA besuchen und kein Smartphone mit passender App
zur Hnad haben, merken Sie sich am besten, dass 70°F etwa 20°C
entsprechen.
Dann können Sie, zusammen mit einem der drei Fixpunkte, die dort im
Wetterbericht angegebenen Temperaturen schnell auf die gewohnte
Celsiusskala interpolieren.


Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.01.2014

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