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14. November 2013 |

Viel Regen und Wind am Mittelmeer

In der ersten Novemberwoche zog ein Tief nach dem anderen von West nach Ost über uns hinweg und brachte uns wechselhaftes und teils niederschlagsreiches Wetter.

Im Mittelmeerraum sorgte Hochdruckeinfluss dagegen für ruhiges Wetter. Seit Beginn dieser Woche haben sich die Luftdruckverhältnisse über Mittel- und Südeuropa umgekehrt. Ein Keil des Azorenhochs konnte sich Richtung Westeuropa ausweiten und so die bisherige Zugbahn der Tiefdruckgebiete blockieren. Tiefausläufer erreichten Deutschland seither nur noch in abgeschwächter Form.

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Im Gegenzug entwickelte sich bereits zu Wochenbeginn über dem
zentralen Mittelmeer ein Tiefdruckgebiet. Diese Umstellung der
Strömungsverhältnisse über Europa zeichnete sich bereits am Sonntag
ab. In der Nacht zum Sonntag erreichte nämlich ein kleines, aber
kräftiges Tief von Irland kommend die Normandie. Im Gegensatz zu
seinen Vorgängern schlug es einen Südostkurs ein und zog Richtung
Süddeutschland. Dort kam es dann zu einer Aufspaltung in zwei Teile.
Der nördliche Teil über Bayern löste sich rasch auf, während sich der
südliche Teil über Oberitalien binnen weniger Stunden zu einem großen
Sturmtief entwickelte. Dieses Tief blieb in den letzten Tagen relativ
ortsfest. Die Folge waren gebietsweise starke und länger anhaltende
Regenfälle, teilweise in Verbindung mit kräftigen Gewittern.

Die ergiebigsten Regenfälle gab es in Italien, auf dem Balkan, in
Teilen Griechenlands, in Tunesien und Algerien. So meldete
beispielsweise Dubrovnik in Kroatien zu Beginn der Woche 110 Liter
pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. In der italienischen Stadt
Frontone (Provinz Marken) fielen am Montag und Dienstag um 130 Liter
pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden, auch Palermo auf Sizilien
meldete in diesem Zeitraum etwa 70 Liter Regen pro Quadratmeter. Am
Dienstag und am gestrigen Mittwoch regnete es vor allem von den
Abruzzen bis nach Apulien und Kalabrien kräftig. In Pescara wurden
insgesamt 140 Liter pro Quadratmeter beobachtet, auch in Apulien und
Kalabrien fielen örtlich mehr als 100 Liter innerhalb dieses
Zeitraums.
Nicht weniger nass war es in den Küstenregionen von Tunesien und
Algerien. Auch hier kamen örtlich bis zu 90 Liter Regen pro
Quadratmeter zusammen.

Am heutigen Donnerstag regnet es vor allem in der Ägäis noch teils
kräftig. Das Tiefdruckgebiet hat sich aber bereits abgeschwächt und
wird sich im weiteren Verlauf der Woche auflösen. Dann kommen auch
die Niederschläge im zentralen und östlichen Mittelmeer zum Erliegen.

Laut den aktuellen Vorhersagen wird sich allerdings am morgigen
Freitag ein neues Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer
bilden. Dann könnte es in den nächsten Tagen erneut rund um Italien,
aber auch an der französischen und spanischen Mittelmeerküste zu
kräftigeren Regenfällen kommen.

Das Tief brachte dem zentralen Mittelmeerraum nicht nur
Niederschläge, sondern auch teils stürmischen Wind. Durch hohen
Luftdruck über dem Balkan bzw. Mitteleuropa und tiefem Luftdruck über
Italien waren die mit starken Böen verbundenen Windsysteme des
"Mistrals" im Süden Frankreichs und der "Bora" an der istrischen
beziehungsweise dalmatinischen Küste besonders stark ausgeprägt. Beim
Mistral handelt es sich um einen starken Nordwind. Die kalte Luft,
die von Frankreich her zum Mittelmeer strömt, muss durch die enge
Pforte zwischen Zentralmassiv und Alpen und es entsteht gewissermaßen
ein Düseneffekt. Bei der Bora dagegen handelt es sich um einen kalten
und trockenen Fallwind. Er entsteht, wenn Luft vom kroatischen bzw.
serbischen Binnenland, angesaugt von einem Mittelmeertief, über die
dalmatinischen Küstengebirge regelrecht hinabstürzt. So wurden vor
allem am Montag in diesen Regionen Böen bis zur Orkanstärke gemessen,
so dass sich die Wellen beispielsweise vor Kroatien meterhoch
auftürmten. Auch am gestrigen Mittwoch wurden noch Sturmböen entlang
der Küsten gemeldet. Durch die Abschwächung des Tiefs schwächt sich
allerdings im weiteren Verlauf auch der Wind ab.


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.11.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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