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10. August 2013 |

Heiße Nächte

In der sommerlich heißen Periode der vergangenen Wochen haben in großen Teilen Deutschlands die hohen Temperaturen den Schlaf gestört. Dabei unterschritten vielerorts die Temperaturen die 20°C-Marke nicht. In diesem Fall spricht man bekanntermaßen von einer Tropennacht.

Hitzewelle: Heiße Nächte brachten viele Deutsche um den Schlaf


Infolge dieser Hitzewelle haben uns zahlreiche Anfragen zur genauen Definition der Tropennacht erreicht, sodass wir dieses Thema gerne im heutigen Thema des Tages aufgreifen möchten.

Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Nachttemperatur im Zeitraum von
18 Uhr am Vortag bis 6 Uhr (UTC) die 20°C nicht unterschreitet. Dies
ist also, aufgrund der Zeitumstellung, während der Sommerzeit
zwischen 20 Uhr und 8 Uhr und zur Winterzeit zwischen 19 Uhr und 7
Uhr.  Es wird die koordinierte Weltzeit (UTC) verwendet, da sich alle
Messtermine an Wetterstationen nach Standard der Weltorganisation für
Meteorologie (WMO) an jener orientieren und die Haupttermine für
Messungen 0 Uhr, 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr nach UTC sind.

Für die Ermittlung der Tiefsttemperatur werden alle Messungen
gewertet, die in der Regel im 10-Minuten-Takt aufgenommen werden.
Fällt die Temperatur nur für eine Messung innerhalb der engen
Zeitfenster unter 20°C, so kann man schon nicht mehr von einer
Tropennacht sprechen. Da die Kriterien so streng sind, kommt es nur
selten zu solchen Ereignissen.

In diesem Jahr wurden beispielsweise an der Station Berlin-Dahlem
fünf Tropennächte gezählt. Zu den wärmsten Regionen Deutschlands
zählt eigentlich der Breisgau. Die Stadt Freiburg hatte bisher jedoch
nur eine einzige offizielle Tropennacht.

Auch wenn es zurzeit eher kühl in Deutschland geworden ist, muss dies
noch nicht das Ende der diesjährigen sommerlichen Hitze gewesen sein.
Der meteorologische Sommer geht ja bis Ende August und selbst im
September sind heiße Tage und schweißtreibende Nächte der Erfahrung
nach nicht auszuschließen.

Übrigens: Zur Berechnung der Tagesmitteltemperaturen werden keine
10-Minuten-Werte herangezogen, sondern nur die Messungen zur vollen
Stunde, jeweils von 0 Uhr bis 24 Uhr.



Dipl.-Met. D. Paetzold, O. Eppers, S. Kugel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.08.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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