20:06 MESZ | 24.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
12. Juli 2013 |

Tropenstürme

Das Wetter in Deutschland wird weiterhin von einem Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln bestimmt, so dass das weitgehend trockene und sommerliche Wetter anhält.

Somit können wir mal einen Blick auf das weltweite Wettergeschehen
und dabei auf die diesjährige Tropensturmsaison werfen.

Tropische Wirbelstürme entstehen meist dann, wenn die
Oberflächentemperatur der Ozeane 26 Grad Celsius überschreitet. In
Einzelfällen sind allerdings Entwicklungen tropischen Charakters auch
schon bei geringeren Wassertemperaturen beobachtet worden. Durch die
starke Verdunstung von der warmen Meeresoberfläche werden die darüber
liegenden Luftschichten mit großen Mengen von Wasserdampf
angereichert. Die feuchte Warmluft steigt dann nach oben und der
Wasserdampf kondensiert zu Wolken, wobei gewaltige Energiemengen in
Form der sogenannten Kondensationswärme frei werden. Schon ein
einziges Kilogramm Wasserdampf liefert bei diesem Vorgang eine
Energiemenge von etwa 0,7 Kilowattstunden. Das scheint nicht viel zu
sein, aber bei der Größe eines Wirbelsturms und den enormen Mengen an
Wasserdampf, den er enthält, kann Energie von einigen Billionen
Kilowattstunden frei werden. Ein Teil dieser Energie trägt dazu bei,
die aufsteigende Luft in horizontale Rotation zu versetzen.
Drehzentrum ist dabei ein gleichzeitig neu entstehendes
Tiefdruckgebiet. Damit ist das erste Entwicklungsstadium, die
"Tropical Depression" erreicht. Zieht nun ein solcher junger Sturm
weiter über warme Meeresgebiete, gewinnt dieser durch weitere Zufuhr
von Wasserdampf noch mehr an Kraft und entwickelt sich schließlich zu
einem tropischen Wirbelsturm. Die nächste Entwicklungsstufe wird dann
je nach Entstehungsregion unterschiedlich bezeichnet, nämlich auf dem
Atlantik und dem Ostpazifik als Hurrikan, auf dem Westpazifik als
Taifun und im Indischen Ozean als Zyklon. Um diese Stufe zu
erreichen, muss der Wirbelsturm (mittlere) Windgeschwindigkeiten von
120 km/h überschreiten.

Die Saison der Tropenstürme reicht auf der Nordhalbkugel je nach
Region etwa von Mai bis November und steht somit noch am Anfang.
Bisher hat es im Atlantik und dem Westpazifik bereits einige
Entwicklungen bis hin zum tropischen Wirbelsturm gegeben. Ein
Hurrikan wurde auf dem Atlantik allerdings in diesem Jahr noch nicht
beobachtet.

Zum Vergrößern bitte klicken


Dagegen wütet derzeit im Westpazifik ein tropischer Wirbelsturm, der
mittlerweile zu einem Taifun heran gewachsen ist.
Dieser Taifun mit dem Namen SOULIK befindet sich östlich von Taiwan
(ein aktuelles Satellitenbild finden Sie nebenstehend). Mit Spitzenwindgeschwindigkeiten um
200 km/h hat er die Taifunkategorie 2 erreicht. Der Taifun wird
voraussichtlich weiter Richtung Nordwesten ziehen und könnte somit
gegen Samstagmorgen Ortszeit Taiwan erreichen. Bis dahin wird
erwartet, dass sich SOULIK noch verstärkt und dann die Kategorie 3
erreicht. Auf seinem weiteren Weg Richtung China wird sich der Taifun
voraussichtlich etwas abschwächen, er stellt allerdings aufgrund des
nach wie vor starken Windes und starker Regenfälle weiterhin eine
große Gefahr dar.


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.07.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen