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26. April 2013 |

Temperatursturz

Höchsttemperaturen heute und morgen


Gestern gab es, abgesehen vom Norden Deutschlands, bei einem meist
blauen und wolkenfreien Himmel viel Sonnenschein. Dabei wurden in der
Mitte und im Westen sommerliche Temperaturen von über 25 Grad
gemessen. Spitzenreiter war dabei Worms mit 27,6 Grad. Doch das
Sommerintermezzo findet zunächst erst mal ein abruptes Ende.

Noch führt ein kräftiger Tiefdruckwirbel über dem westlichen
Mittelmeer im Zusammenspiel mit einem Tief, das sich über
Ostfrankreich gebildet hat und unter Verstärkung nach Deutschland
zieht, auf seiner Vorderseite sehr warme Saharaluft in die
Südosthälfte Deutschlands. Gleichzeitig wird aber auf der Rückseite
des über Deutschland hinweg ziehenden Tiefs polare Kaltluft in das
Bundesgebiet geführt. Diese hat sich zuvor in einem hochreichenden
Tiefdruckkomplex angesammelt, der sich von Skandinavien bis zu den
Britischen Inseln erstreckt.

Die gegensätzlichen Luftmassen treffen derzeit über Deutschland
aufeinander. Die Folge ist, dass sich ein Gebiet mit schauerartig
verstärktem Niederschlag ausbildet, in dem einzelne Gewitter
eingelagert sein können. Dieses Regengebiet kommt im weiteren Verlauf
nur langsam südostwärts voran, wodurch es gebietsweise im Südwesten
auch etwas größere Niederschlagsmengen geben kann.

Im Südosten Deutschlands wird es aber noch mal richtig warm. So
können heute im Chiemgau nochmals bis zu 27 Grad erreicht werden,
während es im Norden kaum 10 Grad warm wird.

Im Norden und in der Mitte gibt es einen regelrechten
Temperatursturz. Wurden gestern im Westen und in der Mitte noch
verbreitet 25 Grad, lokal auch 27 Grad gemessen, so wird es dort am
Samstag bei Regen kaum 10 Grad warm. Der gestrige Spitzenreiter Worms
mit fast 28 Grad muss sich am Samstag bei Regenwetter auf eine
Höchsttemperatur von nur noch 8 Grad einstellen. Das bedeutet einen
Temperatursturz von fast 20 Grad. In den Kammlagen der nordwestlichen
Mittelgebirge kann am Samstagmorgen sogar etwas Schnee fallen und in
der Nacht zum Sonntag besteht im Nordwesten bei Aufklaren
Frostgefahr!

Solche Wetterextreme sind für April aber nichts Ungewöhnliches. Man
spricht auch von typischem Aprilwetter. Gewitter, Regen und
Sonnenschein wechseln sich ab. Dabei treten oft große
Temperaturunterschiede innerhalb kurzer Zeit auf. Die Ursache dafür
ist, dass im April in Nordeuropa noch genügend Kaltluft vom Winter
vorhanden ist, die noch weit nach Süden ausbrechen kann. Gleichzeitig
haben sich bereits das südeuropäische und nordafrikanische Festland
stark erwärmt, wodurch sich schon sehr warme Luft von dort aus mit
südlichen Strömungen bis weit nach Norden ausbreiten kann. Über
Mitteleuropa treffen dann diese Extreme häufig aufeinander.

Auch in der kommenden Woche scheint die Kaltluft die Oberhand zu
behalten. Auch wenn sich zur Mitte der Woche in der Nordhälfte
leichter Hochdruckeinfluss andeutet, sollte man sich zum 1.
Mai-Feiertag nicht all zu viel Hoffnung auf frühlingshaft warme oder
gar sommerliche Temperaturen machen.



Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.04.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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