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03. April 2013 |

Die 10 Jahreszeiten.

Wir kennen alle den FrĂĽhling, den Sommer, den Herbst und den Winter.
Hm, das macht 4 Jahreszeiten. Nehmen wir noch den Karneval als 5.
"Jahreszeit" dazu, sind wir aber noch lang nicht bei 10.

10 Jahreszeiten finden sich aber in der Phänologie wieder. Die
Phänologie (griech.) ist gleichbedeutend mit der "Lehre von der
Erscheinung". Es geht also darum, wie sich die Pflanzen- und die
Tierwelt im Laufe eines Jahres entwickeln bzw. wie sie wachsen. In
der Phänologie werden innerhalb eines Jahres die Eintrittszeiten
einer auffälligen Erscheinung notiert, bei den Pflanzen spricht man
dabei von Daten der z.B. Blattentfaltung oder BlĂĽte. Bei den Tieren
geht es eher um die periodischen Wanderungen oder um bestimmte
Verhaltensweisen.

Diese Wissenschaft beschäftigt sich also mit dem Zusammenhang
zwischen biologischen Rhythmiken und den UmwelteinflĂĽssen.

Doch wie kommen nun die 10 Jahreszeiten zustande?

Man unterteilt den Frühling in der Phänologie in Vorfrühling,
ErstfrĂĽhling und VollfrĂĽhling, den Sommer in FrĂĽhsommer, Hochsommer
und Spätsommer, den Herbst in Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst
und der Winter ist und bleibt der Winter.

Der VorfrĂĽhling dauert im Mittel 36 Tage, der ErstfrĂĽhling 32 Tage,
der VollfrĂĽhling 29 Tage, der FrĂĽhsommer 23 Tage, der Hochsommer 44
Tage, der Spätsommer 23 Tage, der Frühherbst 25 Tage, der Vollherbst
24 Tage, der Spätherbst 19 Tage und der Winter im Mittel 110 Tage.

„Doppelte Phänologische Uhr“ für Deutschland


An dieser Stelle wird auf die einzelnen phänologischen Jahreszeiten
etwas genauer eingegangen.

Der VorfrĂĽhling liegt etwa zwischen dem Beginn der
Schneeglöckchenblüte, der Haselnussblüte und der Aussaat des
Sommergetreides, sowie der Blüte des Buschwindröschens. Zudem bricht
die Stachelbeerknospe auf.

Im ErstfrĂĽhling beginnt die ObstblĂĽte mit der Stachel- und
JohannesbeerblĂĽte und geht weiter mit der Kirsche, der Pflaume und
der Birne.

Der Vollfrühling ist geprägt durch die Apfel- und Fliederblüte. Zudem
gehen die FutterrĂĽben und Kartoffeln auf.

Der Frühsommer zeichnet sich aus durch die Holunder- und Gräserblüte.
Es blĂĽhen der Wiesenfuchsschwanz und der Winterroggen. Zudem kommt es
zur Heuernte.

Der Hochsommer umfasst die LindenblĂĽte. Diese Jahreszeit steht im
Zeichen der Getreideernte. Anfangs werden Winterraps und Wintergerste
geerntet, später dann Winterroggen und Hafer.

Der Spätsommer beginnt mit der Gelbreife des Winterweizens und der
Pflückreife der frühen Äpfel und geht bis zum Ende der Haferernte.

Der FrĂĽhherbst umfasst die HerbstzeitlosenblĂĽte und die Fruchtreife
des schwarzen Holunders. Es werden vor allem die Birnen geerntet.

Der Vollherbst hält Einzug mit dem Reifen der Rosskastanie, Eicheln
und WalnĂĽssen. Mit der Apfelernte findet die Obsternte ihren
Abschluss. Zudem ist diese Jahreszeit gekennzeichnet durch die
Laubfärbung und es beginnt die Rübenernte.

Im Spätherbst kommt es zum Laubfall, die Rüben werden geerntet und
das Wintergetreide geht bald auf. Mit dem Pflug der Winterfurchen
geht das phänologische Jahr dem Ende entgegen. Mit dem Ende der
Feldarbeiten findet der Spätherbst seinen Abschluss.

Mit dem Winter beginnt die Vegetationsruhe.

Etwa 1300 ehrenamtliche Mitarbeiter sind derzeit fĂĽr den Deutschen
Wetterdienst als phänologische Beobachter tätig. Die Daten der
Beobachter sind von zentraler Bedeutung, denn diese werden verstärkt
in die Trendanalyse zur Klimadiagnostik heran gezogen. Primär werden
die Daten allerdings von der agrarmeteorologischen Beratung genutzt.
Hierbei fungieren sie als Eingangsgrößen für Modelle zur Vorhersage
von landwirtschaftlichen Ereignissen und Zuständen. Auch die
Abteilung Medizinmeteorologie ist auf diese Daten angewiesen, vor
allem im Hinblick auf den Pollenflug.


Dipl.-Met. Tanja Dressel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst


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