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04. April 2025 | MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert

Unwetter auf den Kanaren

Unwetter auf den Kanaren

Datum 04.04.2025

Am Donnerstag wurden die Kanaren erneut von Unwettern heimgesucht. Insbesondere auf den Inseln La Palma, Teneriffa, La Gomera und Gran Canaria gab es heftige Böen, kräftige Regenfälle und hohe Wellen. Doch wie kam es zu den Unwettern? Und welche Auswirkungen hatten diese?

Hoher Luftdruck sorgte in den vergangenen Tagen in Deutschland für ruhiges und sonniges Frühlingswetter. Bei der milden Witterung zog es viele Leute ins Freie, wo die Pflanzen um die Wette blühen. Auch die Grünflächen in den Städten werden wieder zunehmend von geselligen Menschen eingenommen. Wenn man die derzeit vorherrschende außergewöhnliche Trockenheit mal außer Acht lässt, kann man also von nahezu perfektem Frühlingswetter sprechen.
Aber nicht überall in Europa ging es so ruhig zu. Die Kanarischen Inseln wurden in den vergangenen Tagen von schweren Unwettern heimgesucht. Erst Anfang März verursachten dort Unwetter zum Teil große Schäden. Dieses Mal waren besonders die Inseln La Palma, Teneriffa, La Gomera und Gran Canaria betroffen, wo heftige Regenfälle zu Überschwemmungen führten. Innerhalb von kurzer Zeit wurden im Norden von La Palma an der Station "Roque de los Muchachos" 44 Liter pro Quadratmeter registriert. Zuvor wurden auf der Insel vorsorglich sämtliche Wander- und Forstwege gesperrt, Freizeit- und Erholungsgebiete geschlossen und Arbeiten im Freien untersagt. Zudem blieben die Schulen geschlossen.

Satellitenbild und Linien gleichen Luftdrucks zeigen einen Wolkenwirbel vor der Iberischen Halbinsel. Ein Wolkenband greift auch auf die Kanaren über. (Quelle DWD)


Deutlich schwerwiegender fiel aber der Wind aus. Bereits am Donnerstagvormittag frischte dieser auf den Inseln auf. In den Mittags- und Nachmittagsstunden wurden dann insbesondere in Leelagen der Berge aufgrund von Fallwinden Böen bis zu 130 km/h gemessen. Der spanische Wetterdienst AEMET warnte auf der Ostseite von La Palma sogar mit einer Unwetterwarnung der höchsten Stufe vor den heftigen Böen. Dies führte zu erheblichen Beeinträchtigungen, darunter Flugausfälle am Flughafen La Palma und Einschränkungen im öffentlichen Leben. Nicht ohne Grund, denn die heftigen Winde ließen nicht nur Bäume, sondern auch Laternen und auf Gran Canaria sogar einen Strommasten umknicken. Auch von Stromausfällen wurde berichtet. Neben den kräftigen Böen wurde auch ein starker Seegang erwartet mit einer signifikanten Wellenhöhe von 4 bis 5 Metern.

Bodendruckanalyse mit farbigem Modellfeld und eingezeichneten Luftmassengrenzen zeigen Tief


Die Schuldige für die schweren Unwetter auf den Kanaren ist schnell ausgemacht. Tief "Nuria" liegt derzeit vor der Iberischen Halbinsel. Am gestrigen Donnerstag zog knapp nördlich der Kanaren ein Randtief vorüber, dessen Kaltfront auch auf die Inseln übergriff. Dabei sorgte zum einen die Nähe zum Tief für kräftige Winde, die sich in Leelagen der Gebirge in Form von Fallwinden noch verstärkten. Zum anderen konnte es in den Nordwest-Staulagen der Gebirge zu heftigen Regenfällen kommen.

Vorhersage zeigt einen Langwellentrog über dem nahen Nordostatlantik, der im Laufe der kommenden Woche abtropft. Ein eigenständiges Tief hält erneut in der Region vor der Iberischen Halbinsel Einzug und beeinflusst in der Folge die Kanarischen Inseln. (Qu


Unter Hochdruckeinfluss hat sich das Wetter auf den Kanaren heute wieder beruhigt. Allerdings zeigen die Wetterkarten in der kommenden Woche einen Langwellentrog über dem Atlantik, der im Laufe der Woche abtropft. Das abgetropfte und folglich dann eigenständige Tief nähert sich zum Mittwoch bereits wieder den Inseln an und hat voraussichtlich weitere heftige Regenfälle sowie Gewitter im Gepäck. Auch der Wind könnte am Donnerstag wieder kräftig auffrischen.



© Deutscher Wetterdienst

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