Im letzten Thema des Tages zur Geschichte der Meteorologie wurde die Entwicklung der Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben. Zeitlich rĂŒcken wir kaum vor. Neben weiteren BeitrĂ€gen zur allgemeinen Meteorologie richtet sich der Blick auf meteorologische Erkenntnisse aus verschiedenen Expeditionsreisen sowie allgemeinen frĂŒhen Wetterbeobachtungen.
Starten wir zunĂ€chst mit einem Nachtrag. Der preuĂische Theologe und Naturforscher Gottlob Burchard Genzmer (1716â1771) wurde 1764 Augenzeuge eines verheerenden Tornados in der Region Woldegk im SĂŒdosten von Mecklenburg. Er beschrieb dessen Auswirkungen in seiner 1765 erschienenen Publikation âUmstĂ€ndliche und zuverlĂ€Ăige Beschreibung des Orcans, welcher den 29ten Jun. 1764. einen Strich von etlichen Meilen im Stargardischen Kreise des Herzogthums Mecklenburg gewaltig verwĂŒstet hat.â
Nachfolgend werden die meteorologischen Erkenntnissen aus verschiedenen Expeditionsreisen geschildert.
Der britische Seefahrer, Kartograph und Entdecker James Cook (1728â1779) unternahm Reisen in den Pazifischen Ozean. Er fĂŒhrte Beobachtungen in einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen von der Ethnologie und Anthropologie ĂŒber die Botanik und Biologie bis hin zur Glaziologie und Meteorologie durch. Cooks Schiffe machten 1773 die ersten dokumentierten Beobachtungen der Aurora australis.
Der französische Offizier und Entdecker Louis-Antoine de Bougainville (1729â1811) leitete von 1766 bis 1769 die erste französische Weltumsegelung mit zwei Schiffen, der Boudeuse und der Ătoile. Die Expedition war eine der ersten groĂen See-Expeditionen, die eine wissenschaftliche Komponente aufwies. Die LogbĂŒcher seiner Weltumsegelung enthielten astronomische, meteorologische, hydrographische und navigatorische Aufzeichnungen, beispielsweise wĂ€hrend seines Aufenthalts in der MagellanstraĂe, die Feuerland vom sĂŒdamerikanischen Festland trennt.
Der britische Mathematiker und Astronom William Wales (um 1734â1798) fĂŒhrte vor und wĂ€hrend einer Astronomie-Expedition 1768 bis 1769 bei Churchill an der KĂŒste der Hudson Bay im Winter meteorologische Aufzeichnungen durch. Er war der erste Wissenschaftler im Winter an der Hudson Bay und der Erste, der regelmĂ€Ăige Wetterbeobachtungen in Kanada leistete.
Der Naturforscher und Ethnologe Georg Forster (1754â1794) aus Polnisch-PreuĂen war Teilnehmer der zweiten Expedition von Cook von 1772 bis 1775. Die Expedition besuchte Australien, dessen Klima Forster 1786 in seinem Buch âNeuholland und die britische Kolonie in Botany Bayâ beschrieb und mit dem SĂŒdafrikas verglich: âAus den oben genannten Breitengraden lĂ€sst sich ersehen, dass dieses Land in gĂŒnstigen Klimazonen liegt. Seine nördlichen Gebiete, die 12 Grad innerhalb der Tropen liegen und somit den direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt sind, leiden gelegentlich unter ĂŒbermĂ€Ăiger Hitze; doch jenseits des sĂŒdlichen Wendekreises bis zum 43. sĂŒdlichen Breitengrad ist das Klima gemĂ€Ăigt und lĂ€sst sich beispielsweise mit dem Kap der Guten Hoffnung vergleichen. Selbst der sĂŒdlichste Punkt von Van-Diemen-Land [Tasmanien], der ganze 9 Grad weiter sĂŒdlich liegt als das afrikanische Kap, scheint in gleichem MaĂe begĂŒnstigt zu sein, wahrscheinlich weil es dort keine schneebedeckten Berge gibt wie jene, die nördlich des Kaps liegen und die die AtmosphĂ€re abkĂŒhlen und dem Wind eine durchdringende SchĂ€rfe verleihen.â Forster wies zudem auf die allgemeinen klimatologischen GrundsĂ€tze hin, wonach die westlichen Grenzen der Kontinente in den gemĂ€Ăigten Breiten stets wĂ€rmer sind als die entsprechenden Breitengrade ihrer östlichen Grenzen, und dass die Temperaturen in MeeresnĂ€he milder sind als im Inneren der Kontinente.
Der französische Mathematiker und Physiker Gaspard Monge (1746â1818) untersuchte wĂ€hrend der Teilnahme an einem Feldzug in UnterĂ€gypten 1798 die physikalischen Ursachen einer Fata Morgana, einer Luftspiegelung, in der WĂŒste. Er erklĂ€rte, dass diese mit der Schicht ĂŒberhitzter Luft nahe der WĂŒstenoberflĂ€che zusammenhingen: Die Grenze zwischen dieser Luft und der kĂŒhleren, dichteren Luft direkt darĂŒber bewirkt, dass sich die Lichtstrahlen vom Himmel nach oben und in das Auge des Betrachters krĂŒmmen, anstatt sich geradlinig fortzubewegen und auf den Sand zu treffen. Dies erzeugt die Illusion von Wasser in der Ferne (der Betrachter interpretiert das Licht als Wasser auf dem Sand). Monges Abhandlung, in der er dieses PhĂ€nomen erklĂ€rte, erschien 1800 in den âMĂ©moires sur l'Ăgypteâ des Ăgyptischen Instituts.
Neben Expeditionen wurden Wetterbeobachtungen wichtiger.
Der erste US-amerikanische PrĂ€sident George Washington (1732â1799) aus der Kolonie Virginia hinterlieĂ ein gewaltiges Werk von 36 TagebuchbĂ€nden. Diese enthalten zahlreiche Wetterbeobachtungen und Kommentare zum Wetter â ein Thema, das ihn offenbar faszinierte, wahrscheinlich aufgrund seines lĂ€ndlichen Hintergrunds aus der Landwirtschaft.
Die Royal Society begann 1774 mit zweimal tĂ€glichen Beobachtungen, die von dem britischen Theologen und Bischof Samuel Horsley (1733â1806) zusammengestellt wurden. Ziel der Beobachtungen war die Untersuchung der EinflĂŒsse von Winden und des Mondes auf die Barometerwerte.
Die beiden GrĂŒndervĂ€ter und PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten Thomas Jefferson (1743â1826) und James Madison (1751â1836), beide aus der Kolonie Virginia, interessierten sich fĂŒr die Meteorologie. Ihr Interesse war auch auf ihren Antrieb zurĂŒckzufĂŒhren, die vom französischen Naturforscher Buffon veröffentlichte Behauptung zu widerlegen, die amerikanische Natur sei der europĂ€ischen aufgrund eines angeblich minderwertigen Klimas in gewisser Weise unterlegen (siehe Teil 9 der Serie Geschichte der Meteorologie). Von 1772 bis 1778 fĂŒhrte Jefferson in seinem Haus in Monticello regelmĂ€Ăig Wetterbeobachtungen durch. In den Jahren 1777 und 1778 arbeiteten Jefferson und Madison zusammen und fĂŒhrten die ersten bekannten gleichzeitigen Wetterbeobachtungen in Amerika durch. Jefferson interessierte sich auch dafĂŒr, wie das Wetter, und insbesondere extreme Wetterereignisse, das Leben der Menschen und die Gesellschaft beeinflussen könnten.
Die nachfolgenden Persönlichkeiten lieferten allgemeine BeitrÀge zur Meteorologie.
Der kurhannöversch-britische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel oder William Herschel (1738â1822) interessierte sich auch fĂŒr das Klima. Er stellte Hypothesen ĂŒber physikalische Prozesse auf, die das Klima beeinflussen könnten, wie beispielsweise eine AbkĂŒhlung durch Vulkan- oder Meteoritenstaubschleier in der AtmosphĂ€re oder eine ErwĂ€rmung durch erhöhte SonnenaktivitĂ€t. Herschel legte seinen Fokus auf die Auswirkungen der Sonne und stellte fest, dass in Jahren, in denen viele Sonnenflecken auf der SonnenoberflĂ€che auftraten, oft reichhaltige Weizenernten zu verzeichnen waren. Herschel veröffentlichte zwischen 1780 und 1801 einige Artikel ĂŒber mögliche Auswirkungen der Sonne auf das Klima in den âPhilosophical Transactions of the Royal Societyâ. Der Artikel von 1801 warf die Frage auf, ob ein Zusammenhang zwischen der SonnenaktivitĂ€t (dargestellt durch das Auftreten von Sonnenflecken) und dem Getreidepreis festgestellt werden könne. Herschel konnte allerdings darauf keine schlĂŒssige Antwort geben. In der Astronomie ist Herschel als Entdecker des Planeten Uranus bekannt.
Der Naturforscher und Bergsteiger Horace BĂ©nĂ©dict de Saussure (1740â1799) aus der Alten Eidgenossenschaft untersuchte eingehend die Geologie, Chemie und Meteorologie der Alpen. Er war der Ansicht, dass Wetterbeobachtungen in groĂen Höhen in den Bergen fĂŒr die Meteorologie von groĂer Bedeutung sein könnten, und fĂŒhrte sorgfĂ€ltige Messungen von Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Höhen durch. Er nahm sogar Barometer und Thermometer mit auf einige Berggipfel. Auf dem Gipfel des Mont Blanc stellte er beispielsweise 1787 fest, dass der Luftdruck einen Wert von â16 Zoll und eine Linieâ aufwies. Er maĂ zudem die Zusammensetzung und Transparenz der Luft in verschiedenen Höhen sowie die StĂ€rke der Sonneneinstrahlung. De Saussure entwickelte viele der Instrumente, die er fĂŒr seine Beobachtungen verwendete. Er baute ein Cyanometer zur Messung des Blauanteils des Himmels und ein Diaphanometer zur Beurteilung der Klarheit der AtmosphĂ€re. Er tĂŒftelte an Windmessern herum und passte Thermometer an, um andere Temperaturen als die ĂŒbliche Lufttemperatur zu messen. Beispielsweise steckte er den Thermometerkolben in ein StĂŒck nassen Schwamm und schwang das Thermometer dann schnell hin und her, sodass es sich im Kreis drehte. In der modernen Terminologie ist dieses Instrument als Feuchtkugelthermometer oder Psychrometer bekannt. Es misst die Feuchtkugeltemperatur, die in Kombination mit der Trockenkugeltemperatur (der ĂŒblichen Lufttemperaturmessung mit einem Thermometer, dessen Kugel nicht befeuchtet ist) zur Berechnung der relativen Luftfeuchtigkeit und des Taupunkts der Luft verwendet werden kann. De Saussure maĂ auch Temperaturwerte im Boden bis zu den gröĂten Tiefen, in die er seine ThermometerstĂ€be treiben konnte. Er zeigte, dass die Sommerhitze sechs Monate brauchte, um eine Tiefe von 30 FuĂ (9 m) im Boden zu erreichen. Er maĂ auch Wassertemperaturen und zeigte, dass das Wasser am Grund tiefer Seen kalt ist und sich seine Temperatur im Laufe der vier Jahreszeiten kaum verĂ€ndert. Diese Messungen wurden durch eine neuartige Erfindung ermöglicht: Er verwendete Thermometer, die in isolierendes Material eingewickelt waren, sodass sich der im Boden oder See gemessene Wert kaum verĂ€nderte, wenn das Instrument an die OberflĂ€che gehoben wurde. De Saussure befasste sich auch mit NiederschlĂ€gen und schĂ€tzte deren Auswirkungen auf BĂ€che, FlĂŒsse, Seen und Gletscher. Aufgrund seiner Arbeiten auf dem Gebiet der Hygrometrie war de Saussure der Erste, der nachwies, dass sich Luft bei steigendem Feuchtigkeitsgehalt ausdehnt und ihre Dichte abnimmt. Er experimentierte nicht nur mit einem Feuchtthermometer, sondern testete auch verschiedene Arten von Hygrometern. Diese Forschungen gipfelten um 1775 in seiner Erfindung des Haarhygrometers. In seinem 1783 veröffentlichten Buch âEssais sur l'HygromĂ©trieâ erörterte er die allgemeinen Prinzipien der Hygrometrie, stellte die Ergebnisse seiner Experimente mit verschiedenen Hygrometern vor und beschrieb sein Haarhygrometer.
AuĂerdem ging er auf die Prinzipien der Verdunstung ein und stellte einige meteorologische Anwendungen seiner Forschung vor. De Saussure experimentierte zudem mit einem isolierten Kasten, der mit drei Glasschichten abgedeckt war, und stellte fest, dass die durch das Glas einfallende Sonnenenergie den Kasten erwĂ€rmte. Damit entwickelte er einen frĂŒhen Solarofen. De Saussure beschĂ€ftigte sich auch mit der atmosphĂ€rischen ElektrizitĂ€t. Anhand von Messungen, die zwischen 1785 und 1788 durchgefĂŒhrt wurden, stellte er tageszeitliche Schwankungen der atmosphĂ€rischen ElektrizitĂ€t fest.
Der Wissenschaftler Georg Christoph Lichtenberg (1742â1799) aus Hessen lehrte der an der UniversitĂ€t Göttingen und entwickelte sich zu einem fĂŒhrenden Experten der deutschen Staaten auf vielen wissenschaftlichen Gebieten, darunter Chemie, GeodĂ€sie, Geologie, Physik, Meteorologie und Astronomie. In der Meteorologie beschĂ€ftigte er sich mit der GewitterelektrizitĂ€t.
Der französische Botaniker, Zoologe und Naturwissenschaftler Jean-Baptiste de Lamarck (1744â1829) war der Ansicht, dass das Klima zwangslĂ€ufig das Tierleben beeinflusse und daher einer der wichtigsten Umweltfaktoren im Evolutionsprozess sein mĂŒsse. Er vermutete, dass VerĂ€nderungen in der AtmosphĂ€re auf atmosphĂ€rische Gezeiteneffekte zurĂŒckzufĂŒhren seien, die von Sonne und Mond verursacht wĂŒrden. Er glaubte, dass die Gesamttiefe der AtmosphĂ€re im Bereich von 66 bis 80 km lag, und stellte fest, dass Wolken, Winde, Regen, Gewitter, Nebel, Hagel und alle anderen gewöhnlichen WetterphĂ€nomene auf den untersten Teil der AtmosphĂ€re beschrĂ€nkt waren (eine Schicht, deren Tiefe er auf etwa 10 km schĂ€tzte, die âTroposphĂ€reâ in der heutigen Terminologie). Lamarck stellte 1802 in Band 3 im âAnnuaire mĂ©tĂ©orologiqueâ und in einem Aufsatz mit dem Titel âĂber Wolkenformenâ das erste System zur Wolkenklassifikation vor. Er schlug zunĂ€chst fĂŒnf Wolkentypen vor, die âmit allgemein feststellbaren Ursachen zusammenhĂ€ngenâ: dunstige Wolken (en forme de voile); zusammengeballte Wolken (attroupĂ©s); fleckige Wolken (pommelĂ©s); besenartige Wolken (en balayeurs); gruppierte Wolken (groupĂ©s). Im âAnnuaireâ von 1805 schlug er eine detailliertere Klassifizierung vor: 12 verschiedene Kategorien und insgesamt 20 verschiedene Wolkentypen. Im âAnnuaireâ von 1807 schlug Lamarck die Einrichtung eines französischen zentralen Wetterdienstes vor, der Daten von verschiedenen Observatorien sammeln und diese zur Erstellung von Wettervorhersagen nutzen sollte.
Der Bergkommissarius Gottfried Erich Rosenthal (1745â1813) aus der Freien Reichsstadt Nordhausen (heute ThĂŒringen) war ein Pionier der Meteorologie. 1780 erstieg er den Gipfel des Brocken, um mit einem Barometer Experimente durchfĂŒhren zu können. Er erkannte die Möglichkeiten der barometrischen Höhenmessung und verbesserte so Landkarten und NivellierplĂ€ne ausgewĂ€hlter Orte.
Der Dichter, Politiker und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe (1749â1832) aus der Freien Reichsstadt Frankfurt interessierte sich auch fĂŒr Meteorologie. Er richtete 1775 eine erste Wetterstation im Herzogtum Weimar ein. Auf seinen Reisen durch Europa entdeckte Goethe ein einfaches Wasserbarometer, das als Wetterglas bekannt war, und fĂŒhrte es in den deutschsprachigen LĂ€ndern ein. Durch seine Förderung wurde das Instrument mit ihm in Verbindung gebracht und in Europa als Goethe-Barometer bekannt. Goethe war auch fasziniert von Wolken. Sein Gedicht âEhrengedĂ€chtnisâ besteht aus den Strophen âStratusâ, âCumulusâ, âCirrusâ und âNimbusâ, welche Bezeichnungen der heute gĂŒltigen Wolkenklassifikation darstellen.
Der Name des französischen Mathematikers und Astronomen Pierre-Simon Laplace (1749â1827) steht fĂŒr eine bestimmte mathematische Funktion, die heute in der Meteorologie weit verbreitet ist: den âLaplace-Operatorâ. Laplace leitete aus Messungen verschiedener Ballonaufstiege eine hypsometrische Gleichung ab (eine Gleichung, die den Luftdruck mit der geometrischen Höhe in Beziehung setzt, wobei die Profile der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit bekannt sind).
Der Lexikograph und Publizist Noah Webster (1758â1843) aus Neuengland kritisierte in seinem Aufsatz âOn the Supposed Change in the Temperature of Winterâ (Ăber die vermeintliche VerĂ€nderung der Wintertemperatur) aus dem Jahr 1799 die damals in Amerika und Europa verbreitete Meinung, dass das Klima, insbesondere im Winter, wĂ€rmer geworden sei. Er argumentierte, dass âwir keinen Grund haben anzunehmen, dass sich die Neigung der Erdachse zur Ebene ihrer Umlaufbahn jemals verĂ€ndert hat; es gibt jedoch starke Beweise fĂŒr das Gegenteil. Wenn diese Neigung immer gleich geblieben ist, folgt daraus, dass die Menge der Sonnenstrahlen, die jĂ€hrlich auf das jeweilige Land fĂ€llt, immer gleich gewesen sein muss. WĂŒrden wir diese Daten akzeptieren, mĂŒssten wir zu dem Schluss kommen, dass die allgemeine Temperatur jedes Klimas seit der Schöpfung bis zum heutigen Tag gleich geblieben ist, abgesehen von kleinen jĂ€hrlichen Schwankungen, die auf die Positionen der Planeten im VerhĂ€ltnis zur Erde oder auf die Wirkungen des Elements Feuer im Erdball und seiner AtmosphĂ€re zurĂŒckzufĂŒhren sindâ. Webster konnte nicht wissen, dass Schwankungen der Umlaufbahnparameter der Erde, die mit KlimaverĂ€nderungen zusammenhĂ€ngen, tatsĂ€chlich ĂŒber verschiedene Zeitskalen hinweg auftreten. Webster war jedoch der Ansicht, dass das Klima zumindest unbestĂ€ndiger geworden sei und sich insbesondere als Reaktion auf landwirtschaftliche Bewirtschaftung verĂ€ndern könne.
Der britische Naturforscher und Chemiker John Dalton (1766â1844) entwickelte um 1803 die erste brauchbare Atomtheorie der Materie. Er war schon frĂŒh von der Meteorologie fasziniert, fĂŒhrte Wetterbeobachtungen durch und legte sein ganzes Leben lang ein meteorologisches Tagebuch an. Am Ende seines Lebens umfasste dieses rund 200.000 Beobachtungen. Dalton hielt VortrĂ€ge vor der Manchester Literary and Philosophical Society zu Themen wie allgemeiner Meteorologie (z. B. Niederschlag, Tau, Verdunstung, Wolkenbildung, Verteilung und Beschaffenheit der Luftfeuchtigkeit, das Konzept des Taupunkts), der Aurora borealis und meteorologischen Instrumenten (Barometer, Thermometer und Hygrometer). In einem dieser VortrĂ€ge skizzierte Dalton 1799 den zunehmend verbreiteten Einsatz von Regenmessern in England und prĂ€sentierte Niederschlagsdaten fĂŒr verschiedene Orte, wobei er darauf achtete, die Grafschaften in Binnen- und KĂŒstengebiete zu unterteilen. Er kam zu dem Schluss, dass die Binnenlandgrafschaften weniger Regen haben als diejenigen in MeeresnĂ€he, insbesondere im Westen Englands. Er schĂ€tzte zudem die jĂ€hrliche Wassermenge, die aus den FlĂŒssen Englands und Wales ins Meer flieĂt, sowie die Menge an Tau, die sich auf dem Boden absetzt. Daltons Interesse an der Meteorologie förderte seine Arbeit an Gasen. Im Jahr 1801 formulierte er sein Gesetz der PartialdrĂŒcke, das als âDalton-Gesetzâ bekannt wurde: Der Gesamtdruck, den ein Gasgemisch ausĂŒbt, ist gleich der Summe der DrĂŒcke, die die einzelnen Gase ausĂŒben wĂŒrden, wenn sie dasselbe Volumen einnehmen wĂŒrden. Er veröffentlichte dieses Ergebnis in einer Abhandlung 1802. In diesem Artikel stellte er auch einen Zusammenhang zwischen Dampfdruck und Temperatur her. Schon in seiner Jugend war Dalton von der Aurora borealis fasziniert, die er als Junge erstmals in den Regionen Kendal und Keswick in England beobachtete. In einem Buch mit dem Titel âMeteorological Observations and Essaysâ fasste er seine Beobachtungen der Aurora aus den Jahren 1786 bis 1793 zusammen, einschlieĂlich Details zu deren Erscheinungsbild, Helligkeit und Bewegung. Er kam zu dem Schluss, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aurora und dem Erdmagnetfeld geben mĂŒsse.
Das nÀchste Thema des Tages wird sich mit meteorologischen Entwicklungen um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen. Freuen Sie sich auf weitere meteorologische Erkenntnisse spannender Entdeckungsreisen, die Grundlage der Klassifikation von Wolken und Wind sowie Fortschritte in der Feuchtigkeitsmessung.






