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29. Juli 2026 | M.Sc. Meteorologe Nico Bauer

Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

Datum 29.07.2026

Am heutigen Mittwoch erwartet uns noch einmal verbreitet hochsommerlich heißes und freundliches Wetter. Ab Donnerstag steigt das Schauer- und Gewitterrisiko deutlich an; lokal besteht Unwettergefahr!

Hoch OLAF verlagert sich mit seinem Schwerpunkt nach Osteuropa. Damit wird der Weg für sehr heiße Luftmassen aus Südwesteuropa fei. Heute befindet sich ein Höhenrücken über dem Bundesgebiet. Zudem ist die Luftmasse sehr trocken, sodass Schauer und Gewitter nahezu ausgeschlossen sind. Lediglich in den Alpen und am Alpenrand besteht ein geringeres Gewitterrisiko. Dann sind aber aufgrund der sehr trockenen Grundschicht auch Sturmböen (Bft 9) möglich. Insgesamt erwartet uns aber heute noch einmal ein lupenreiner Hochsommertag. Optimal für einen Ausflug ins Freibad oder an den nahegelegenen Badesee. Allerdings steigt bei Höchsttemperaturen von 31 bis 38 Grad auch die Wärmebelastung vor allem im Südwesten und Westen deutlich an.


Vorhersagekarte mit den Druckgebilden und Frontensystemen für Mittwoch, den 29.07.2026 um 12 UTC. Das Hoch OLAF verlagert sich nach Osten. Damit wird der Weg frei für sehr heiße Luftmassen aus Südwesteuropa. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Am Donnerstag schwächt sich der Hochdruckeinfluss weiter ab. Gleichzeitig verlagert sich im Tagesverlauf von Westen ein Bodentrog mit einer eingelagerten Konvergenzzone über das Land hinweg. Dabei kommt es voraussichtlich ab dem frühen Nachmittag im Westen zur Ausbildung von Schauern und vor allem nach Norden hin auch zu einzelnen kräftigen Gewittern.


Radiosondenaufstieg mit vertikaler Temperatur- und Taupunktkurve, sowie der konvektiv potenziell verfügbaren Energie. Zu erkennen ist die extrem trockene Grundschicht, sowie eine relativ geringe konvektiv potenziell verfügbare Energie. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Aufgrund der sehr trockenen Grundschicht und der relativ raschen Verlagerung der Schauer und Gewitter liegt hier das Hauptaugenmerk auf dem Wind. Grund dafür ist, dass durch Verdunstungsprozesse in der trockenen Luftmasse die Fallwinde im Bereich eines Gewitters deutlich beschleunigt werden können. Damit sind bei stärkeren Entwicklungen schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) durchaus wahrscheinlich. Örtlich sind auch Orkanböen bis 120 km/h (Bft 12) nicht ausgeschlossen. Bei diesen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt und größerer Gegenstände durch die Luft gewirbelt werden. Bei einem Aufenthalt im Freien besteht dann Lebensgefahr!


Feuchte, Energiegehalt, Scherung und signifikantes Wetter für Donnerstag, den 30.07.2026 um 15 UTC. Die Schauer und Gewitter treffen auf eine sehr trockene Luftmasse in einer relativ gut gescherten Umgebung. Dadurch ergibt sich ein hohes Sturmpotenzial! Quelle: Deutscher Wetterdienst


Aber auch abseits der Gewitter frischt der Wind mit Durchzug des markanten Bodentroges deutlich auf. Verbreitet sind für wenige Stunden stürmische Böen (Bft 8) möglich. In der Nacht ziehen die Schauer und Gewitter unter allmählicher Abschwächung rasch nach Nordosten ab. In der ersten Nachthälfte muss dort jedoch noch mit kräftigen Schauern und vereinzelten Gewittern gerechnet werden.

Morgen steigen die Temperaturen im Vorfeld des Bodentroges aber noch einmal ordentlich an. Vor allem in Unterfranken könnte örtlich die 40 Grad Marke erreicht werden. Ein neuer Allzeitrekord ist aber unwahrscheinlich! Trotzdem muss nochmals verbreitet mit einer starken Wärmebelastung gerechnet werden.

Am Freitag setzt sich von Nordwesten die kühlere Luftmasse weiter durch. Im Südosten bleibt uns die Hitze weiter erhalten. An der unteren Donau sind auch am Freitag Spitzenwerte von bis zu 38 Grad möglich. Am Freitag tagsüber treten im Übergangsbereich weitere Schauer und Gewitter auf. Diese werden voraussichtlich im Vorfeld einer herannahenden Kaltfront zum Abend von Südwesten her häufiger. Dann besteht Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel.

In der Nacht auf Samstag verlagern sich die kräftigen Schauer und Gewitter voraussichtlich in den Osten des Landes. Bezüglich der genauen Schwerpunkte bestehen aber insgesamt noch einige Unsicherheiten.


Synoptische Übersicht für Freitag, den 31.07.2026 um 18 UTC. Deutschland gelangt auf die Vorderseite eines Höhentroges über Westeuropa. Dabei kommt es auf der Vorderseite einer heranrückenden Kaltfront zur Ausbildung von kräftigen Schauern und Gewittern mit Unwetterpotenzial! Quelle: Deutscher Wetterdienst


Auch am Samstag ist nach jetzigem Stand die Schauer- und Gewittergefahr im Osten und Süden noch nicht ganz gebannt. Dort können sich erneut teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln. Örtlich besteht wiederum Unwettergefahr. Ansonsten macht sich aber von Nordwesten her deutlich angenehmere Luft bemerkbar. Somit werden tagsüber nur noch in den Niederungen im Süden Temperaturen um 30 Grad erwartet.

Der Hochsommer scheint sich jedoch noch nicht endgültig geschlagen zu geben. Bereits am Sonntag könnte die Hitze vor allem im Süden wieder zurückkehren. Wie stark die erneute Erwärmung ausfällt, ist derzeit allerdings noch unsicher!



© Deutscher Wetterdienst

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