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18. August 2012 |

Waldbrandgefahr!:

Die Waldbrandgefahr ist - wie es die Temperaturen der letzten Tage
und auch die Prognosen für die kommenden Tage vermuten lassen -
aktuell sehr hoch. Bei Aktivitäten im Freien ist offenes Feuer also
extrem gefährlich!
Um die Feuerwehren, das THW und natürlich auch die Bevölkerung
frühzeitig auf die Gefahr aufmerksam zu machen, hat der DWD den
Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) eingeführt. Er orientiert sich am
kanadischen Fire Weather Index.


Der WBI wird nach einem speziellen Modell berechnet, bei dem die
Feuerintensität die Hauptrolle spielt. Diese wiederum berechnet sich
aus der Verbrennungswärme, dem Gewicht brennbarer Biomasse und der
Laufgeschwindigkeit des Bodenfeuers.
Die brennbare Biomasse hängt u. a. ab vom Bewuchs und dessen Feuchte
und natürlich von der Bodenfeuchte. Diese wird für unterschiedliche
Bodenarten abgeschätzt.

Mit berücksichtigt werden müssen außerdem sowohl Wasseraufnahme als
auch Verdunstung, und zwar nicht nur für den Boden, sondern auch für
den bodennahen Bewuchs (Streuschicht) und auch für den Kronenbereich.
Die Streuschicht ist der Bereich, in dem die Initialzündung
stattfindet. Ist dort die Feuchte bei mindestens 35%, wird ein
Zünderfolg als unwahrscheinlich angesehen, während bei einer Feuchte
von höchstens 9 % extreme Brandgefahr herrscht.

Die Laufgeschwindigkeit des Feuers wiederum errechnet sich aus dem
Streu-Wassergehalt und der Windgeschwindigkeit.

Nun benötigt man zur Berechnung der Brandgefahr noch stündliche
meteorologische Daten wie Lufttemperatur, relative Feuchte,
Windgeschwindigkeit, Niederschlagswerte und auch die
Strahlungsanteile der Atmosphäre. Verwendet werden nicht nur die
aktuellen Messwerte, sondern auch die Prognosedaten.

Zusätzlich zum WBI wird auch der Grasland-Feuerindex berechnet.
Dieser Index setzt sich aus ähnlichen Komponenten zusammen, bezieht
sich jedoch auf offenes, nicht abgeschattetes Gelände und ist auf
Grasflächen, aber auch auf Stoppelfelder oder gelbreife
Getreidefelder anwendbar.

Sie sehen - den Feuer-Indizes liegen umfangreiche Berechnungen
zugrunde.


Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier:
www.dwd.de/waldbrand -> Erläuterungen.



Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.08.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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