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06. September 2024 | M.Sc. MeteorologeMaster of Scienes(Naturwissenschaften) Nico Bauer

Übergang zu herbstlich kühlem Wetter

Übergang zu herbstlich kühlem Wetter

Datum 06.09.2024

Nachdem der September in diesem Jahr bisher eher ein Hochsommermonat als ein Herbstmonat ist, scheint sich dies zu Beginn der kommenden Woche grundlegend zu ändern. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.

Hochsommerliche Temperaturen und teilweise sogar Tropennächte. Der September gestaltete sich bisher alles andere als herbstlich. Grund dafür ist ein persistentes Hochdruckgebiet über dem Baltikum und tiefer Luftdruck über West- und Südwesteuropa. Dabei stellte sich eine südöstliche Strömung ein, mit der sehr warme bis heiße Luftmassen zu uns gelangten. Daran ändert sich vorerst auch nur wenig. Erst zu Beginn der kommenden Woche stellt sich die Wetterlage grundlegend um.

Dann verlagert sich das kräftige blockierende Hochdruckgebiet über dem Baltikum langsam in Richtung Ural und macht Platz für einen Tiefdruckzone, die sich zu Wochenbeginn vom Nordmeer bis nach Italien erstrecken wird. Dabei wird im Wochenverlauf voraussichtlich mit einer nördlichen Strömung sukzessive kühlere Luft ins Land geführt. Von Samstag bis Donnerstag sinkt demnach die Luftmassentemperatur in 850 Hektopascal (etwa 1,5 Kilometer Höhe) gebietsweise um 15 Grad.

Doch der Reihe nach. Zunächst erwartet uns am morgigen Samstag nochmals bestes Ausflugs- und Badewetter. Bei viel Sonnenschein und nur wenigen harmlosen Wolkenfeldern steigen die Temperaturen in den Niederungen abseits des äußersten Westens und den Küstengebieten verbreitet auf hochsommerliche Werte um 30 Grad an. Im Osten werden örtlich sogar Spitzenwerte um 33 Grad erreicht.

Doch bereits in der Nacht auf Sonntag macht sich im Westen eine Kaltfront mit schauerartigen Regenfällen bemerkbar. Örtlich sind auch Gewitter mit von der Partie. Am Sonntag verlagert sich die Kaltfront im Tagesverlauf langsam nach Osten. Im Vorfeld treten voraussichtlich vor allem im Süden teils kräftige Schauer und Gewitter mit Starkregen auf. Während es im Westen bereits etwas abkühlt, wird in den äußersten Osten im Vorfeld der Kaltfront nochmals sehr warme Mittelmeerluft herangeführt. Dort steigen die Temperaturen auf ähnlich hohe Werte wie am Vortag.


Diese Grafik zeigt die Analysekarte für Montag, den 09.09.2024 um 12 UTC. Erkennbar ist eine Tiefdruckzone vom Nordmeer über Mitteleuropa bis nach Italien reichend. (Quelle DWD - Deutscher Wetterdienst)


Zu Wochenbeginn erreicht die kühle Meeresluft auch allmählich den Osten des Landes. Dabei treten dort teils kräftige schauerartige Regenfälle auf. Anfangs treten auch noch teils starke Gewitter auf. Diese können mit heftigem Starkregen einhergehen. Stellenweise sind auch abseits der Gewitter unwetterartige Niederschlagsmengen nicht ausgeschlossen! Die genauen Schwerpunkte und Intensitäten sind aber noch mit einigen Unsicherheiten verbunden. Die Temperaturen gehen in großen Teilen des Landes deutlich zurück. Meist liegen die Höchstwerte nur noch um 20 Grad. Lediglich im äußersten Osten sind nochmals sommerliche Werte um 25 Grad möglich.


Diese Grafik zeigt die Temperaturentwicklung bis zum kommenden Mittwoch. (Quelle DWD - Deutscher Wetterdienst)



In den folgenden Tagen etabliert sich ein ausgeprägter, mit Kaltluft gefüllter Höhentrog(siehe „Weitere Informationen zum Thema“) über Mitteleuropa. Damit bleibt es landesweit wechselhaft. Immer wieder muss mit kräftigen Regengüssen gerechnet werden. Zeitweise wird es auch sehr windig. Außerdem gehen die Temperaturen noch weiter zurück. Zur Wochenmitte zeigt das Thermometer auch in den wärmsten Regionen voraussichtlich kaum noch 20 Grad an. In etwas höheren Lagen des Berglandes werden häufig sogar nicht einmal mehr 15 Grad erreicht. Der Herbst sendet also schonmal herzliche Grüße!


Diese Grafik zeigt die Großwetterlage am Mittwoch, den 11.09.2024 um 12 UTC. Dabei ist ein kräftiger Höhenrücken über Mitteleuropa erkennbar. Auf der Rückseite strömt Polarluft nach Süden. (Quelle DWD - Deutscher Wetterdienst)




© Deutscher Wetterdienst

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