12:53 MESZ | 09.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
30. Januar 2018 |

Ein facettenreiches Satellitenbild

Ein facettenreiches Satellitenbild

Datum 30.01.2018

Ein Blick auf das extrem detailreiche Satellitenbild vom gestrigen Montag lässt das "Meteorologenherz" höher schlagen.

Das gezeigte Satellitenbild von Montagmittag ist die sehr hochaufgelöste Aufnahme eines polarumlaufenden Satelliten namens Suomi-NPP. Suomi ist ein amerikanischer Satellit, der die Erde in einer Höhe von etwa 830 km umkreist. Mitteleuropa bzw. der in der Abbildung dargestellte Bereich wird tagsüber 2 Mal überflogen und zwar etwa um 11 und 13 UTC. Die gestrige Aufnahme stammt von 11.23 UTC, also 12.23 Uhr MEZ und hatte einige interessante Details zu bieten.


Zum Vergrößern bitte klicken


Schauen wir uns dabei zunächst einmal den Alpenraum und das Alpenvorland an. Dort herrschte unter Hochdruckeinfluss verbreitet wolkenloser Himmel, so dass man die schneebedeckten Berge und viele schneefreie Täler sehr detailreich erkennen kann. Die registrierte Sonnenscheindauer lag dort demnach gestern bei 8 bis 9 Stunden, auf höheren Bergmessstationen wie der Zugspitze oder dem schweizer Säntis sogar bei knapp 9,5 Stunden.

Nördlich davon liegt ein Bereich mit hochnebelartiger, tiefer bis mittelhoher Bewölkung, selbst die Hochlagen der Mittelgebirge befanden sich teils in dieser Wolkenschicht. Die Sonne zeigte sich dort kaum, allerdings wurde diese Hochnebeldecke im Tagesverlauf von Süden her "angeknabbert", so dass z. B. Augsburg noch auf etwa 4 Stunden Sonnenschein kam. Beim genauen Hinsehen kann man auch einige Wellenstrukturen in der Bewölkung über dem mittleren Deutschland erkennen, die durch die Entstehung sogenannter Leewellen bei der Überströmung der Mittelgebirge entstanden sind. Auch die etwas größeren Auflockerungen im Lee (Windschatten) des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb sowie im Lee der ostdeutschen Mittelgebirge sind darauf zurückzuführen. So konnte sich in diesen Gebieten die Sonne etwa 3 bis 5 Stunden lang zeigen.

Schauen wir auf dem Satellitenbild noch etwas weiter nach Norden, kommen wir in den Bereich der Kaltfront, die uns im Laufe des gestrigen Montags von Norden her allmählich südwärts überquert hat und aktuell in deutlich abgeschwächter Form über dem Süden Deutschlands liegt. Dort fiel aus kompakter, mehrschichtiger Bewölkung Regen und die Sonne suchte man mal wieder vergebens. Und noch weiter nordwärts über der Nordsee kann man die Ausbildung von Schauerbewölkung erkennen, die durch die Wirkung der hinter der Kaltfront einfließenden, kühleren Luftmasse entsteht.

Zuletzt richten wir unser Augenmerk noch auf die Region südlich der Alpen: Unter höherem Luftdruck und bei schwachen Winden herrschte in der Po-Ebene recht dichter Nebel, in dem die Sichtweiten den ganzen Tag meist deutlich unter 1 km, teils sogar anhaltend bei Werten um 100 m, lagen. Von den 8 bis 9 Sonnenstunden im gesamten Alpenraum, also nur ein paar Kilometer weiter nördlich, war man in der Po-Ebene am Montag sehr weit entfernt.

Dipl.-Met. Sabine Krüger

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.01.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI