16:18 MESZ | 24.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
30. Januar 2018 |

Ein facettenreiches Satellitenbild

Ein facettenreiches Satellitenbild

Datum 30.01.2018

Ein Blick auf das extrem detailreiche Satellitenbild vom gestrigen Montag lässt das "Meteorologenherz" höher schlagen.

Das gezeigte Satellitenbild von Montagmittag ist die sehr hochaufgelöste Aufnahme eines polarumlaufenden Satelliten namens Suomi-NPP. Suomi ist ein amerikanischer Satellit, der die Erde in einer Höhe von etwa 830 km umkreist. Mitteleuropa bzw. der in der Abbildung dargestellte Bereich wird tagsüber 2 Mal überflogen und zwar etwa um 11 und 13 UTC. Die gestrige Aufnahme stammt von 11.23 UTC, also 12.23 Uhr MEZ und hatte einige interessante Details zu bieten.


Zum Vergrößern bitte klicken


Schauen wir uns dabei zunächst einmal den Alpenraum und das Alpenvorland an. Dort herrschte unter Hochdruckeinfluss verbreitet wolkenloser Himmel, so dass man die schneebedeckten Berge und viele schneefreie Täler sehr detailreich erkennen kann. Die registrierte Sonnenscheindauer lag dort demnach gestern bei 8 bis 9 Stunden, auf höheren Bergmessstationen wie der Zugspitze oder dem schweizer Säntis sogar bei knapp 9,5 Stunden.

Nördlich davon liegt ein Bereich mit hochnebelartiger, tiefer bis mittelhoher Bewölkung, selbst die Hochlagen der Mittelgebirge befanden sich teils in dieser Wolkenschicht. Die Sonne zeigte sich dort kaum, allerdings wurde diese Hochnebeldecke im Tagesverlauf von Süden her "angeknabbert", so dass z. B. Augsburg noch auf etwa 4 Stunden Sonnenschein kam. Beim genauen Hinsehen kann man auch einige Wellenstrukturen in der Bewölkung über dem mittleren Deutschland erkennen, die durch die Entstehung sogenannter Leewellen bei der Überströmung der Mittelgebirge entstanden sind. Auch die etwas größeren Auflockerungen im Lee (Windschatten) des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb sowie im Lee der ostdeutschen Mittelgebirge sind darauf zurückzuführen. So konnte sich in diesen Gebieten die Sonne etwa 3 bis 5 Stunden lang zeigen.

Schauen wir auf dem Satellitenbild noch etwas weiter nach Norden, kommen wir in den Bereich der Kaltfront, die uns im Laufe des gestrigen Montags von Norden her allmählich südwärts überquert hat und aktuell in deutlich abgeschwächter Form über dem Süden Deutschlands liegt. Dort fiel aus kompakter, mehrschichtiger Bewölkung Regen und die Sonne suchte man mal wieder vergebens. Und noch weiter nordwärts über der Nordsee kann man die Ausbildung von Schauerbewölkung erkennen, die durch die Wirkung der hinter der Kaltfront einfließenden, kühleren Luftmasse entsteht.

Zuletzt richten wir unser Augenmerk noch auf die Region südlich der Alpen: Unter höherem Luftdruck und bei schwachen Winden herrschte in der Po-Ebene recht dichter Nebel, in dem die Sichtweiten den ganzen Tag meist deutlich unter 1 km, teils sogar anhaltend bei Werten um 100 m, lagen. Von den 8 bis 9 Sonnenstunden im gesamten Alpenraum, also nur ein paar Kilometer weiter nördlich, war man in der Po-Ebene am Montag sehr weit entfernt.

Dipl.-Met. Sabine Krüger

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.01.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen