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06. Januar 2026 | Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Brisante Wetterlage im Anmarsch?!

Brisante Wetterlage im Anmarsch?!

Datum 06.01.2026

So ruhig das Winterwetter am heutigen Dienstag ist, so brisant könnte es zum Ende der Woche werden. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.

Das Winterwetter hat uns zwar weiter fest im Griff, zeigt sich am heutigen Dienstag aber zumeist von seiner ruhigen Seite. Grund dafür ist Azorenhoch ANDREAS, das seine Fühler vorübergehend bis nach Deutschland ausstreckt. Während es in weiten Teilen des Landes in der Folge nur noch hier und da für etwas Geflöckel reicht, bringen die Ausläufer von Tief CONSTANZE mit Sitz bei Schottland dem Nordseeumfeld neue Schneeschauer. Letztere machen sich am morgigen Mittwoch auch im Nordwesten und Westen mit Schneefall bemerkbar, der sich in der Nacht zum Donnerstag in abgeschwächter Form auf weite Teile des Landes ausbreitet.


Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Temperatur in etwa 1500 m Höhe (Farbfläche) für Donnerstag, 08.01.2026, 01:00 Uhr (ICON).


Richtig spannend wird es aber ab Donnerstag. Über dem Atlantik formiert sich Tief ELLI, das rasch ostwärts vorankommt und sich dabei zu einem Sturmtief verstärkt. Während es sich Donnerstagfrüh noch westlich von Irland befindet, soll es Freitagfrüh bereits irgendwo im Raum Niederlande, Ärmelkanal, Südostengland liegen und im Laufe des Freitags langsam nach Deutschland ziehen.


Luftdruck am Boden (schwarze Linien) und Temperatur in etwa 1500 m Höhe (Farbfläche) für Freitag, 09.01.2026, 01:00 Uhr (ICON).


Damit verbunden sind zunächst einmal teils kräftige Niederschläge, die im Laufe des Donnerstags auf den Südwesten und Westen übergreifen und zunächst als Schnee fallen. Da ELLI aber auch deutlich mildere Atlantikluft aus Südwesten ins Land strömen lässt, gehen die Niederschläge recht rasch in Regen über. Im Übergangsbereich kann es dabei vorübergehend zur Bildung von Glatteis kommen! In der Nacht zum Freitag kommen die Niederschläge weiter ost-/ nordostwärts voran und erreichen im Laufe des Freitags auch den äußersten Osten und Südosten. Auch dabei gilt zumeist: Erst Schnee, dann teils gefrierender Regen. Eine Ausnahme könnte der Norden oder zumindest Teile davon bilden, wo man sich nämlich (nach aktuellem Stand) nördlich des Tiefkerns und damit auf der kalten Seite befindet. Dort könnte es zum Teil auch durchweg schneien.


Niederschlagsphase und -stärke für Freitag, 09.01.2026, 07:00 Uhr (ICON).


Kommen wir zum Wind. ELLI weist gleich zwei Sturmfelder auf. Eins ist auf der Südseite des Tiefs zu finden und reicht etwa von Frankreich und Benelux bis in den Westen und Südwesten Deutschlands hinein. Dabei kann es bis in tiefe Lagen zu stürmischen und einzelnen Sturmböen kommen, auf den Bergen droht schwerer Sturm. Das andere befindet sich auf der Nordflanke von Elli, wo von der Ostsee bis zur Nordsee Böen bis Sturmstärke aus Ost auftreten können. Dazwischen gibt es einen schmalen Korridor, in dem der Wind nur recht schwach weht.


Windgeschwindigkeit (Böen, 10 m, Farbfläche), Windrichtung (Pfeile) und Luftdruck am Boden (schwarze Linien) für Freitag, 09.01.2026, 13:00 Uhr (ICON).


Entscheidend ist natürlich die genaue Zugbahn von ELLI und die ist derzeit noch alles andere als in Stein gemeißelt. Davon sowie vom Kerndruck des Sturmtiefs hängt die Windentwicklung maßgeblich ab. Das IFS-Modell hat in seinem heutigen 0-UTC-Lauf das Tief zum Beispiel etwas weiter südlich im Programm. Damit verschieben sich auch beide Sturmfelder etwas weiter nach Süden.


Windgeschwindigkeit (Böen, 10 m, Farbfläche), Windrichtung (Pfeile) und Luftdruck am Boden (schwarze Linien) für Freitag, 09.01.2026, 13:00 Uhr (IFS).


Was allerdings relativ sicher ist, ist, dass es zumindest regional zu einer Kombination aus starkem Wind und Schneefall beziehungsweise einer lockeren Schneedecke kommt. Schneeverwehungen sind die Folge, die durchaus kräftig sein können.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es dem Schnee vor allem in der Südwesthälfte ziemlich an den Kragen gehen dürfte. Der Blick auf die dortigen Höchstwerte am Freitag zeigt verbreitet 5 bis 9 Grad - plus, wohlgemerkt! Aber gut, so viel Schnee liegt dort in der Fläche ja ohnehin nicht. In rund 1500 m Höhe gelangt dagegen schon wieder kältere Luft aus Westen ins Land, die um das Tief gegen den Uhrzeigersinn geführt wird. Durch den kräftigen Wind und die gute Durchmischung der bodennahen Luft, wirkt sich das jedoch nicht auf die angesprochenen Höchstwerte aus. Allerdings sinkt dadurch die Schneefallgrenze langsam wieder, sodass zumindest im Bergland im Laufe des Freitags wieder die Schneephase dominieren dürfte.

Am Wochenende soll uns das Tief unter Abschwächung ost-/südostwärts überqueren. Wie genau das vonstatten geht, ist noch sehr unsicher. Es bleibt aber wohl unbeständig bei weiter absinkender Schneefallgrenze.

Zusammenfassend gesagt, gibt es noch einige Unsicherheiten bei der genauen Entwicklung und Zugbahn des Tiefs und damit natürlich auch bei der Wind- und Niederschlagsentwicklung. Dass da aber etwas im Busch steckt, steht außer Frage.



© Deutscher Wetterdienst

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