Das Winterwetter hat uns zwar weiter fest im Griff, zeigt sich am heutigen Dienstag aber zumeist von seiner ruhigen Seite. Grund dafĂŒr ist Azorenhoch ANDREAS, das seine FĂŒhler vorĂŒbergehend bis nach Deutschland ausstreckt. WĂ€hrend es in weiten Teilen des Landes in der Folge nur noch hier und da fĂŒr etwas Geflöckel reicht, bringen die AuslĂ€ufer von Tief CONSTANZE mit Sitz bei Schottland dem Nordseeumfeld neue Schneeschauer. Letztere machen sich am morgigen Mittwoch auch im Nordwesten und Westen mit Schneefall bemerkbar, der sich in der Nacht zum Donnerstag in abgeschwĂ€chter Form auf weite Teile des Landes ausbreitet.

Richtig spannend wird es aber ab Donnerstag. Ăber dem Atlantik formiert sich Tief ELLI, das rasch ostwĂ€rts vorankommt und sich dabei zu einem Sturmtief verstĂ€rkt. WĂ€hrend es sich DonnerstagfrĂŒh noch westlich von Irland befindet, soll es FreitagfrĂŒh bereits irgendwo im Raum Niederlande, Ărmelkanal, SĂŒdostengland liegen und im Laufe des Freitags langsam nach Deutschland ziehen.

Damit verbunden sind zunĂ€chst einmal teils krĂ€ftige NiederschlĂ€ge, die im Laufe des Donnerstags auf den SĂŒdwesten und Westen ĂŒbergreifen und zunĂ€chst als Schnee fallen. Da ELLI aber auch deutlich mildere Atlantikluft aus SĂŒdwesten ins Land strömen lĂ€sst, gehen die NiederschlĂ€ge recht rasch in Regen ĂŒber. Im Ăbergangsbereich kann es dabei vorĂŒbergehend zur Bildung von Glatteis kommen! In der Nacht zum Freitag kommen die NiederschlĂ€ge weiter ost-/ nordostwĂ€rts voran und erreichen im Laufe des Freitags auch den Ă€uĂersten Osten und SĂŒdosten. Auch dabei gilt zumeist: Erst Schnee, dann teils gefrierender Regen. Eine Ausnahme könnte der Norden oder zumindest Teile davon bilden, wo man sich nĂ€mlich (nach aktuellem Stand) nördlich des Tiefkerns und damit auf der kalten Seite befindet. Dort könnte es zum Teil auch durchweg schneien.
Kommen wir zum Wind. ELLI weist gleich zwei Sturmfelder auf. Eins ist auf der SĂŒdseite des Tiefs zu finden und reicht etwa von Frankreich und Benelux bis in den Westen und SĂŒdwesten Deutschlands hinein. Dabei kann es bis in tiefe Lagen zu stĂŒrmischen und einzelnen Sturmböen kommen, auf den Bergen droht schwerer Sturm. Das andere befindet sich auf der Nordflanke von Elli, wo von der Ostsee bis zur Nordsee Böen bis SturmstĂ€rke aus Ost auftreten können. Dazwischen gibt es einen schmalen Korridor, in dem der Wind nur recht schwach weht.

Entscheidend ist natĂŒrlich die genaue Zugbahn von ELLI und die ist derzeit noch alles andere als in Stein gemeiĂelt. Davon sowie vom Kerndruck des Sturmtiefs hĂ€ngt die Windentwicklung maĂgeblich ab. Das IFS-Modell hat in seinem heutigen 0-UTC-Lauf das Tief zum Beispiel etwas weiter sĂŒdlich im Programm. Damit verschieben sich auch beide Sturmfelder etwas weiter nach SĂŒden.

Was allerdings relativ sicher ist, ist, dass es zumindest regional zu einer Kombination aus starkem Wind und Schneefall beziehungsweise einer lockeren Schneedecke kommt. Schneeverwehungen sind die Folge, die durchaus krÀftig sein können.
Zu guter Letzt sei noch erwĂ€hnt, dass es dem Schnee vor allem in der SĂŒdwesthĂ€lfte ziemlich an den Kragen gehen dĂŒrfte. Der Blick auf die dortigen Höchstwerte am Freitag zeigt verbreitet 5 bis 9 Grad - plus, wohlgemerkt! Aber gut, so viel Schnee liegt dort in der FlĂ€che ja ohnehin nicht. In rund 1500 m Höhe gelangt dagegen schon wieder kĂ€ltere Luft aus Westen ins Land, die um das Tief gegen den Uhrzeigersinn gefĂŒhrt wird. Durch den krĂ€ftigen Wind und die gute Durchmischung der bodennahen Luft, wirkt sich das jedoch nicht auf die angesprochenen Höchstwerte aus. Allerdings sinkt dadurch die Schneefallgrenze langsam wieder, sodass zumindest im Bergland im Laufe des Freitags wieder die Schneephase dominieren dĂŒrfte.
Am Wochenende soll uns das Tief unter AbschwĂ€chung ost-/sĂŒdostwĂ€rts ĂŒberqueren. Wie genau das vonstatten geht, ist noch sehr unsicher. Es bleibt aber wohl unbestĂ€ndig bei weiter absinkender Schneefallgrenze.
Zusammenfassend gesagt, gibt es noch einige Unsicherheiten bei der genauen Entwicklung und Zugbahn des Tiefs und damit natĂŒrlich auch bei der Wind- und Niederschlagsentwicklung. Dass da aber etwas im Busch steckt, steht auĂer Frage.





