03:56 MESZ | 01.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
09. Januar 2026 | Dipl.-Met. Marcel Schmid

Bergland oder Tiefland? Wozu gehöre ich?

Bergland oder Tiefland? Wozu gehöre ich?

Datum 09.01.2026

In Wetterberichten liest man immer wieder die Begrifflichkeiten Bergland und Tiefland, oftmals in Verbindung mit Schnee oder Sturm. Doch gibt es hierfür eine genaue Definition oder wie werden die Begriffe gehandhabt?

Es tauchen in einem Wetterbericht immer wieder die Begriffe Bergland, Flachland, mittlere Lagen, Tiefland, höheres Bergland usw. auf. Im Folgenden versuchen wir etwas Licht ins Dunkel zu bringen, welche Höhenlage denn nun welcher Bezeichnung entspricht. Allerdings muss vorweggenommen werden, dass es beim DWD keine festgeschriebene Definition der verwendeten Begrifflichkeiten gibt.
Grundlegend muss festgehalten werden, dass die Definitionen innerhalb Deutschlands variieren. Prinzipiell wird der Begriff Bergland im nördlichen Teil Deutschlands teilweise schon für flache Mittelgebirgslagen angewendet, während im Süden des Landes deutlich höher gelegene Regionen als Bergland bezeichnet werden.

Nehmen wir beispielsweise das höhere Bergland oder die höheren Lagen als Basis. Im Norden Deutschlands spricht man ab etwa 500-700 m vom höheren Bergland, in der Mitte ab 600-800 m und im Süden ab 700-1000 m. Die mittleren Lagen sind etwas tiefer anzusetzen und entsprechen im Norden der Höhenstufe zwischen 200 und 500 m, in der Mitte zwischen 300 und 600 m und im Süden zwischen 400 und 700 m. In Lagen unterhalb der angesprochenen Höhenniveaus wird vom Flachland oder tiefen Lagen gesprochen. Gelegentlich liest man vor allem in Bayern auch mal höheres Flachland. Damit ist dort meist die Höhenstufe um 400 m gemeint. Im folgenden Bild sind die Gebietsbezeichnungen in Deutschland sowie die einzelnen Mittelgebirge aufgeführt.


Geografie Deutschlands mit Gebietsbezeichnungen und Mittelgebirgszügen (Quelle:https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Deutschland_Landschaften.png )


Im Warnsystem des DWD wird vom Meeresniveau bis auf 1000 m auf Höhenstufen in 200 m Schritten zurückgegriffen. Danach folgt noch die Höhenstufe 1500 m und 2000 m. Diese Abgrenzung bietet sich insbesondere für Wind- und Schneefallwarnungen an. Besonders bei Schneefall gelten aber oberhalb 800 m andere Kriterien als unterhalb 800 m. Beispielsweise müssen für das Erreichen der Unwetterschwelle in Lagen oberhalb 800 m 20 bis 30 cm Schnee in sechs Stunden fallen, während in tiefer gelegenen Lagen dafür 10 bis 20 cm ausreichen. Die einzelnen Warnkriterien finden Sie unter: www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_aktuell/kriterien/warnkriterien.html.

Am heutigen Freitag gestaltet sich die Warnlage äußerst komplex und auch hier spielen die Höhenstufen beispielsweise in Bezug auf den Wind oder den Schneefall eine wichtige Rolle. Aktuelle Warnungen finden sich unter: www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html. Besonders in den Staulagen des Berglandes (also der windzugewandten Seite) gibt es bei in der Mitte und später im Süden wieder absinkender Schneefallgrenze teils starke Schneefälle. Außerdem schneit es in einem Streifen vom Emsland bis in die Lausitz am Freitagnachmittag gebietsweise noch kräftig. Zu einer vorübergehenden Beruhigung der Wetterlage kommt es von Norden her im Laufe des Samstags, allerdings dann mit bitterkalten Nächten.



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026