03:56 MESZ | 01.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
08. Januar 2026 | M.Sc. Fabian Chow

Die Außenkugel

Die Außenkugel

Datum 08.01.2026

Unsere Atmosphäre ist kompliziert und vielschichtig. Im Thema des Tages vom 17.10.2025 haben wir ihren Aufbau kennengelernt. Nachdem schon die anderen vier Schichten in Themen des Tages etwas näher betrachtet worden sind, beenden wir die Reihe heute mit der obersten Schicht: Der Exosphäre. Es geht um hohe Temperaturen, die sich kalt anfühlen, eine "Fluchtgeschwindigkeit" und verlorene Teilchen.

Unsere Atmosphäre... eine Gasschicht, die unsere Erde vom Weltraum trennt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie einen speziellen vertikalen Aufbau besitzt. Im Thema des Tages vom 17.10.2025 wurde schon ein kurzer Überblick über die atmosphärischen Schichten gegeben. Dem Aufbau der Atmosphäre folgend, ist nun nach Betrachtung der Tropo-, Strato- und Meso- und Thermosphäre in einzelnen Themen des Tages als letzte die Exosphäre an der Reihe.


Zum Vergrößern bitte klicken


Die Exosphäre befindet sich oberhalb der Thermopause und stellt die äußerste Schicht der Atmosphäre dar. Der Name leitet sich dementsprechend von den griechischen Worten "exo" – außen/außerhalb und "sphaira" – Kugel ab. Die Grenzen dieser Schicht sind nicht ganz klar definiert. Allgemein schließt sie an den Oberrand der Thermosphäre bzw. Thermopause in einer Höhe von etwa 600 km an. Für den fließenden Übergang zum Weltall hin, gibt es sehr unterschiedliche Höhenangaben. Dabei wird eine Spanne von 10.000 km bis zu 630.000 km angegeben. Um diese riesigen Zahlen einordnen zu können eine kleine Randnotiz: Unser Mond befindet sich etwa in einem Abstand von etwa 385.000 km zu der Erdoberfläche. Das bedeutet folglich, dass in manch einer Exosphärendarstellung der Mond weit innerhalb unserer Atmosphäre liegt.

Durch die unmittelbar eintreffende energiereiche Sonneneinstrahlung, liegt die vorherrschende Temperatur oft über 1000 °C, kann aber auch deutlich darunter liegen. Der Grund für diese große Spanne liegt darin, dass die Sonnenaktivität ähnlich wie in der Thermosphäre einen enormen Einfluss hat. Dadurch, dass die Luft noch dünner als in der darunter liegenden Schicht ist, kann hier natürlich ebenso wenig der uns geläufige Temperaturbegriff angewandt werden. Die Temperatur bezieht sich demnach nur auf die mittlere Bewegungsenergie der (wenigen) Teilchen. Gefühlt ist es dort oben eiskalt und nicht heiß.

Die geringe Anzahl an Teilchen hat einen weiteren Effekt. Zusammenstöße von zwei Teilchen sind sehr unwahrscheinlich und dadurch auch ihre Bremswirkung. Leichte Teilchen mit ausreichend großer Geschwindigkeit (Überschreiten der Fluchtgeschwindigkeit) können das Gravitationsfeld der Erde in den Weltraum verlassen. Dieser atmosphärische Verlust wird auch als "Jeans Escape" (Jeans-Verlust) bezeichnet. Zusammen mit anderen Arten des Masseverlusts verliert die Atmosphäre pro Sekunde etwa 3 kg Wasserstoff. Schwerere Teilchen sind davon weit weniger betroffen und können durch die Gravitation gehalten werden.

Nun ist es soweit, mit der Exosphäre haben wir den Rundgang durch den Aufbau unserer Atmosphäre abgeschlossen. Unser Wetter spielt sich in der untersten Schicht ab, darüber werden wir durch Ozon vor gefährlicher Sonnenstrahlung geschützt. In der Mesosphäre finden sich leuchtende Nachtwolken und in der Thermosphäre spektakuläre Polarlichter. Die Exosphäre reicht bis in gewaltige Höhen und markiert den fließenden Übergang zum Weltall. Gleichzeitig ermöglicht dieses Meisterwerk verschiedener miteinander interagierender Schichten erst unser aller Leben und ist das nicht einfach unglaublich faszinierend?



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026