Seit dem Jahreswechsel hat uns der Winter in Deutschland fest im Griff. Kalte Polarluft strömte aus nördlichen Breiten zu uns ein. Da sie einen langen Weg über dem Meer zurücklegte, konnte sie auch Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch es vielerorts in Deutschland in den letzten Tagen zu Schneefällen kam. Auf ihrem Weg von Nordwest nach Südost verloren diese aber an Intensität, sodass die Nordhälfte mehr Schnee als der Süden abbekam. Im Lee (windabgewandte Seite) einiger Mittelgebirge fiel kaum Schnee, weshalb sich die Schneeverteilung über Deutschland durchaus sehr unterschiedlich darstellt.
Abbildung 1 zeigt die gemessenen Schneehöhen am heutigen Montagmorgen um 7 Uhr MEZ. Betrachtet man das Flachland, so sticht ein etwa 100 bis 150 km breiter Streifen ins Auge, der sich etwa von Cuxhaven über Hamburg bis nach Berlin erstreckt. Dort brachten zeitweise kräftige Schneefälle verbreitet 10 bis 15, stellenweise sogar bis zu 20 cm Schnee. Beachtliche Neuschneemengen kamen ebenfalls im Nordseeumfeld infolge kräftiger Schneeschauer zusammen. Im Schleswig-Holsteinischen Binnenland fielen stellenweise knapp 20 cm Neuschnee (z.B. Hattstedt: 17 cm). Winterurlauber auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln können aktuell ein eher seltenes Naturschauspiel bewundern: verschneite Dünenlandschaften und Strände. In Wangerooge wurden stolze 13 cm gemessen, ähnlich viel Schnee liegt in Wrixum auf Föhr (12 cm), in List auf Sylt sind es immerhin noch 4 cm. Im Laufe des heutigen Tages kamen und kommen in Nordfriesland durch kräftige Schneeschauer und Wintergewitter strichweise nochmals einige Zentimeter Neuschnee hinzu. Die durchziehenden Schneeschauer können mit der Live-Webcam aus Wenningstedt/Sylt gut beobachtet werden (siehe unten angefügter Link). Auch an der Ostsee hat es geschneit, wie man auf der Webcam von Rostock-Warnemünde sehen kann.
Tief verschneit präsentieren sich auch die Mittelgebirge Sauerland, Harz und Erzgebirge. In höheren Lagen oberhalb etwa 600 m sind in den letzten Tagen 20 bis 40 cm Neuschnee gefallen, teils sogar noch etwas mehr, z.B. 45 cm in Braunlage (Harz) auf 607 m. Aktuell herrschen dort also beste Wintersportbedingungen, wie man beispielsweise auf der Webcam vom Hochheideturm bei Willingen im Sauerland gut verfolgen kann. In mittleren Lagen oberhalb 300 m liegen in diesen Mittelgebirgen immerhin noch 10 bis 20 cm.

Deutlich weniger Schnee liegt in den süddeutschen Mittelgebirgen. Im Schwarzwald und im Bayerischen Wald sind es selbst in den Hochlagen nur 10 bis 20 cm. Die Schneefälle waren im Süden Deutschlands deutlich schwächer als in der Mitte. Auch an und in den Alpen ist die Schneelage im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten eher mau. Dennoch präsentiert sich die Landschaft dort winterlich und bei Sonnenschein lädt die Schneelandschaft zu einem Winterspaziergang ein, wie man anhand der Webcam von Obermaiselstein im Oberallgäu unschwer erkennen kann.

Doch nicht überall in Deutschland kann man ein Winterwunderland bestaunen. In den Niederungen Süddeutschlands fiel der Neuschnee eher dürftig aus. In der Südhälfte Bayerns liegen – wenn überhaupt – nur wenige Zentimeter Schnee, oft sind es nur ein paar Schneereste auf Wiesen und Dächern. München kann mit rund 2 cm in Sachen Schneedecke bei Weitem nicht mit Berlin (6-13 cm) und Hamburg (ca. 15 cm) mithalten.
Ähnlich schneearm zeigt sich das Rhein-Main-Gebiet (z.B. Webcam aus Offenbach), wo man teils nur noch ein paar Schneereste vorfindet. Entlang von Rhein und Neckar liegt gebietsweise überhaupt kein Schnee, weil dort entweder kein Niederschlag fiel oder weil es zu mild blieb, als dass der Schnee liegenbleiben konnte.







