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27. Februar 2026 | M.Sc. Met. Meteorologe Thore Hansen

Hochnebel - das Haar in der Suppe

Hochnebel - das Haar in der Suppe

Datum 27.02.2026

In vergangenen Tagen herrschte zwar verbreitet Hochdruckeinfluss, aber Nebel und Hochnebel machten so mancherorts einen Strich durch die frühlingshafte Rechnung.

In den noch vergleichsweise langen Nächten des Februars können sich bei windschwachen klaren Bedingungen die bodennahen Luftschichten stark abkühlen. Dies traf in den vergangenen Nächsten auf weite Teile des Südens und der Mitte Deutschlands zu. Aufgrund der vorherigen Regenfälle bzw. des Tauens von Schneedecken waren die obersten Bodenschichten zudem sehr feucht. Alles in allem förderliche Bedingungen für die nächtliche Bildung von Nebel bzw. Hochnebel. Dieser wurde tagsüber dünner bzw. wurde von den Rändern her aufgelöst. Gleichzeitig fand eine Verfrachtung mit der bodennahen Luftströmung statt. Bei meist schwachem Wind aus dem Sektor Ost bis Süd staute sich die feuchtkalte Luft der Grundschicht an den Süd- bzw. Osthängen der südlichen und einiger zentraler Mittelgebirge. Dort konnte der Hochnebel sich bis zum Tagesende halten und sich in der Folgenacht wieder verdichten bzw. ausbreiten.


Drei Satellitenbilder vom 26.02.2026 im Abstand von 3 Stunden (Quelle:DWD)


Dies hatte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Anzahl der Sonnenstunden, sondern auch auf die 2 Meter Temperatur. In den von früh bis spät sonnigen Gebieten wurde die maximal mögliche Sonnenscheindauer von etwa 10 Stunden erreicht. Zugleich stieg die Temperatur deutlich über die 10-Grad-Marke und am gestrigen Donnerstag örtlich auch auf 20 Grad wie zum Beispiel in Metzingen bei Reutlingen mit 20,4 Grad. In den vom Dauergrau geplagten Regionen lagen die Höchstwerte dagegen zum Teil nur im einstelligen Bereich. Zum Beispiel war in Meiningen an der Werra im Süden Thüringens gestern mit 6,8 Grad bereits das Tagesmaximum erreicht.


Satellitenbild vom 27.02.2026 13 Uhr (Quelle:DWD)


Häufig lag zwischen grau und blau nicht einmal eine besonders große Distanz. Beispielsweise gab es an der Station am Frankfurter Flughafen gestern nur 25 Minuten Sonnenschein, in Michelstadt im Odenwald dagegen schien die Sonne 7:32 Stunden. Auch höher gelegene Stationen befanden sich in der Sonne, weil sie über das Nebelmeer herausragten. So registrierte die Station auf dem Feldberg im Taunus gestern 8:18 Stunden Sonnenschein. Diese kleinräumigen Unterschiede machen die Vorhersage schwierig und am Ende kann es bedeuten, dass man im Grau sitzt, obwohl die App oder der Wetterbericht etwas anderes zuvor vermittelten.


Mittagstemperaturen am 26. und 27.02.2026 (Quelle:DWD)


Am heutigen Freitag waren Nebel- und Hochnebel aus der Nacht heraus nicht so verbreitet und dick wie an den Tagen zuvor, so konnte sich die Sonne bis zum Mittag verbreitet, wenn auch nicht überall durchsetzen.



© Deutscher Wetterdienst

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