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04. Februar 2026 | Met. Thore Hansen

Glatteis und Schnee: Rückblick und Vorausschau

Glatteis und Schnee: Rückblick und Vorausschau

Datum 04.02.2026

Die letzte Glatteislage ist erst ein paar Stunden her, da bahnt sich schon der nächste gefrierende Regen an. Am gestrigen Dienstag und heutigen Mittwoch waren der Westen und Nordwesten betroffen. Ab der Nacht zum Donnerstag setzt dann im Osten gebietsweise gefrierender Regen ein.

Am gestrigen Dienstag sorgte ein Tiefausläufer vor allem in Teilen von Hessen für ergiebige Schneefälle in kurzer Zeit. Starke Hebung im Zusammenspiel mit der Orografie (Taunus) sorgten für ungewöhnlich hohe Niederschlagsraten bezogen auf ein Schneeereignis. Kleinräumig gab es 5 bis 7 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in einer Stunde und örtlich 10 cm Neuschnee in zwei Stunden. Nach wenigen Stunden war der Schneefall meist wieder vorbei. In der Spitze gab es dann örtlich 15 cm Neuschnee. In tiefen Lagen des Rhein-Main-Gebietes gab es meist wenige Zentimeter nassen Neuschnee. Die Modelle lieferten erst kurzfristig Hinweise auf solch hohe Schneemengen, entsprechende Schneefallwarnungen wurden somit mit vergleichsweise wenig Vorlauf hochgestuft.


Schneehöhen um 07 Uhr am Dienstag und Mittwoch (03./04.02.2026). Quelle: Deutscher Wetterdienst
Schneehöhen um 07 Uhr am Dienstag und Mittwoch (03./04.02.2026). Quelle: Deutscher Wetterdienst


Weiter nördlich war dann weniger Schneefall als gefrierender Regen das Problem. Besonders betroffen war in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochmorgen ein Gebiet vom Emsland bis zum Weserbergland, aber auch die Hansestadt Bremen. Dort fiel bei Temperaturen zwischen 0 und -5 Grad Regen. Auf den gefrorenen Böden wurde dieser in Sekunden zu Eis. Eine unwetterartige Glatteissituation war die Folge. In der ersten Tageshälfte des heutigen Mittwochs zogen die Niederschläge (teils Regen, teils Schnee) nach Norden ab. Bei weiterhin frostigen Temperaturen blieb die Glättesituation streckenweise aber brisant.


Nutzermeldungen aufgrund von Glätte aus der WarnWetterApp aus dem Nordwesten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst
Nutzermeldungen aufgrund von Glätte aus der WarnWetterApp aus dem Nordwesten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Doch damit nicht genug, steht am morgigen Donnerstag bereits die nächste Glatteislage ins Haus. Dann ist vor allem der Osten Deutschlands betroffen. In der Nacht zum Donnerstag setzen in Ostdeutschland Niederschläge ein, die teils als Regen, teils als Schnee fallen. Vor allem in Teilen Sachsens, Brandenburgs und Berlins besteht dann die Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Regen. Donnerstagfrüh breiten sich die Niederschläge weiter nach Norden aus und erfassen auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Dort dominiert zunächst allerdings Schneefall, bevor auch in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern der Schneefall wahrscheinlich in Regen übergeht. Meist gibt es dort 1 bis 5 cm Neuschnee. Vor allem im Norden Vorpommerns hält der Schneefall aber voraussichtlich länger an, dort könnten um 10 cm Neuschnee fallen. Detailfragen, wo zum Beispiel der Phasenübergang von fest nach flüssig erfolgt, sind aus jetziger Sicht (Mittwochmittag) noch immer offen. Auch wie viel Niederschlag in Sachsen fällt und ob die Temperaturen am Boden dann verbreitet niedrig genug für Glatteis sind, ist unsicher.

Eine weitere offene Frage ist auch das Ende des Ereignisses. Die verschiedenen Wettermodelle zeigen teils sehr unterschiedliche Simulationen ab Donnerstagabend. Nicht ausgeschlossen ist, dass in manchen Regionen Ostdeutschlands bis in den Freitag hinein noch gefrierender Regen fällt.


Übersicht über potenziell betroffene Gebiete durch Glatteis und mäßigen Schneefall. Quelle: Deutscher Wetterdienst
Übersicht über potenziell betroffene Gebiete durch Glatteis und mäßigen Schneefall. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Von derlei winterlichen Eskapaden völlig unbeeinflusst zeigt sich die Südwesthälfte Deutschland. Bei örtlich zweistelligen Höchstwerten am Rhein und teils positiven Nachtwerten bleibt man dort von solch Ungemach verschont.

M.Sc.



© Deutscher Wetterdienst

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