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17. Februar 2026 | und Diplom Meteorologe Thorsten Kaluza

Es bleibt turbulent beim Wetter

Es bleibt turbulent beim Wetter

Datum 17.02.2026

Im Bereich einer Luftmassengrenze kommt es am Mittwoch und Donnerstag teils zu kräftigen Schneefall und zu gefrierenden Regen.

Deutschland befindet sich weiter unter einer Luftmassengrenze, im Nordosten die inzwischen gewohnt dauerfrostig-kalte Luft, süd-westlich einer Grenzlinie Bremen-Lausitz (in erster Näherung) herrschen positive Temperaturen. Die verbreitet auftretenden Schauer welche seit gestern unser Wetter bestimmen bringen demensprechend im Nordosten und generell oberhalb von etwa 300-700 m Schneefall, im Rest des Landes Regen, und wohl auch vereinzelt gefrierenden Regen. Mehr als vereinzelt dürfte dieses unliebsame Phänomen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auftreten, insbesondere in der zweiten Nachthälfte und im Süden Deutschlands.

Auch in besagter Nacht haben wir es mit einer Luftmassengrenze zu tun, während in der Nacht noch in größten Teilen Deutschlands Temperaturen unter 0 Grad vorherrschen (im Nordosten bis -10 Grad!), schiebt sich von Süden - in Verbindung mit einem Tiefdruckgebiet westlich von Deutschland - deutlich mildere Luft nach Norden.


Wetterlage über Europa am Donnerstag, den 19.02.2026 um 12 UTC. Eine Luftmassengrenze erstreckt sich über Deutschland. Diese trennt kalte Polarluft im Norden und Nordosten von milder Atlantikluft im Südwesten.


Diese feucht-warme Luft macht sich zunächst nicht direkt am Boden bemerkbar, sondern vor allem in einer Höhe um das Luftdruckniveau von etwa 900 hPa (ungefähr 900 m). Das Aufgleiten der Warmluft führt verbreitet zu Niederschlägen, die an der Vorderseite der Front – der Front der Front – als Schnee fallen, rückseitig mit der Milderung in Regen übergehen, und aber im Übergangsbereich teils verbreitet als gefrierender Regen fallen. Verantwortlich dafür ist hier die oft zitierte „warme Nase“, also positive Temperaturen, in der Vertikalen begrenzt, bei besagten 900 hPa (Abbildung 2). Darüber, bei recht hoch reichender Bewölkung bis zu sehr tiefen Temperaturen haben sich Schneeflocken gebildet, welche durch die Schicht mit positiven Temperaturen fallen und dort schmelzen, im weiteren Verlauf dann aber wieder in die kalte bodennahe Luftschicht fallen, und dort am Boden gefrieren. Wo genau, in welcher Ausprägung, wie verbreitet, und wie lange eine solche warme Nase in der Nacht auf Donnerstag auftritt, gilt es hier beim DWD am morgigen Mittwoch genauer herauszuarbeiten. Es wird nach jetziger Prognose vor allem den Süden betreffen, insbesondere Bayern – das Modellvorhersage-Temperaturprofil in Bild 2 ist demensprechend aus einer Region an der unteren Donau.


Die simulierten Radiosondenaufstiege für die untere Donau (gefrierender Regen) mit einer ausgeprägten warmen Nase und für das Rothaargebirge (Schnee).


Bis in die Morgenstunden kommen die Niederschläge bis zu einer Linie etwa vom Ruhrgebiet bis zum westlichen Erzgebirge nach Norden voran, in Bayern und Baden-Württemberg lässt der Regen bereits nach, nördlich davon in besagtem verbleibenden Niederschlagsstreifen gibt es dafür teils kräftigen Schneefall, der, da die Front nicht weiter nach Norden vorankommt – ihrem steuernden Druckgebilde geht die Luft aus (beziehungsweise ein) – nicht nur stärker sondern auch etwas länger in denselben Regionen fällt. Dementsprechend ist Donnerstag früh, ob zu Fuß, mit dem Rad, mit der Bahn oder mit dem Auto unterwegs, mit Glättegefahr und Einschränkungen im (Berufs-)Verkehr zu rechnen. In Abbildung 3 sind Gesamtschneehöhen aus drei vergangenen Modellläufen des ICON6 Modells aus der deutschen Modellkette gezeigt, für Donnerstag früh. Die Mittelgebirge sind schön herausgearbeitet in den Schneehöhen, aber auch verbreitet in den Niederungen können mehrere Zentimeter Schnee fallen, nach jetziger Modellprognose auch weit bis ins Ruhrgebiet hinein – eine Lösung die sich so weit nördlich gestern noch nicht abgezeichnet hatte.


Prognostizierten Schneehöhen für Donnerstagmorgen, basierend auf den letzten Modellläufen. Im Bereich der westlichen Mittelgebirge von der Eifel über dem Hunsrück bis zum Taunus werden die höchsten Neuschneemengen simuliert.


M.Sc. Meteorologe Nico Bauer



© Deutscher Wetterdienst

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