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20. November 2014 | Dipl.-Met. Christian Herold

Lake Effect Snow - Rekordschneefälle in den USA

Im letzten Thema des Tages wurde die Entstehung von "Lake Effect"- Schnee beschrieben. Weltweit gesehen funktioniert dieser Prozess nirgendwo so effektiv wie entlang der Ostseiten der Großen Seen.

Auch aktuell haben Teile der USA mit einer extremen Kältewelle zu kämpfen, die Rekordschneefälle bei Buffalo (New York), verursacht durch den "Lake Effect", brachte.

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Verursacht wurde dieser Kaltlufteinbruch vor etwa einer Woche durch
die Überreste des Supertaifuns Niri, der sich bei den Aleuten in ein
sehr starkes außertropisches Tief umwandelte und außerordentlich
warme Luft bis in die Arktis führte. Dadurch hat sich in den USA ein
ungewöhnliches Strömungsmuster eingestellt. An der Westküste wölbte
sich ein starkes Hochdruckgebiet auf, indem die sehr warme Luft
weiterhin auf direktem Wege nach Norden bis in die Arktis geführt
wird. Gleichzeitig entwickelte sich ein kräftiges Tief über der
Mitte und dem Osten Nordamerikas. Auf seiner Rückseite dringt die
arktische Kaltluft sehr weit nach Süden vor.

Die Folge ist eine starke Kältewelle in großen Teilen der USA, bei
der es zu Temperaturen bis zu 9 Grad unter dem für die Jahreszeit
normalen Werten liegt. In vielen Gebieten war es noch nie so
frühzeitig so kalt.

Diese extrem kalte Luft strömte über die großen Seen, die immer noch
eine Wassertemperatur teilweise über 8 Grad haben. Dabei steigt die
leichtere feuchte Luft über dem warmen Wasser in der schweren
Kaltluft auf, wobei der Wasserdampf kondensiert und sich kräftige
Niederschlagsbänder bilden.


Besonders ausgeprägt war ein solches Niederschlagsband am Eriesee,
das über Buffalo an Land zog und dort Unmengen an Schnee ablud. In 24
Stunden fielen bis zu 1,5 m Schnee. Das ist Rekord für die USA. Das
Niederschlagsband war jedoch nur sehr schmal, sodass es einige
Kilometer entfernt nur wenige Zentimeter gab. In den nächsten Tagen
wird es in den betroffenen Gebieten jedoch deutlich wärmer, sodass
kräftiges Tauwetter einsetzt.

Zwar sind solche extremen Schneefäll, wie in den USA, an deutschen
Seen so nicht möglich, aber auch wir müssen uns während der
Winterzeit immer wieder mit dem "Lake Effect" Schnee beschäftigen.
Ein Beispiel dafür wäre Anfang Februar 2013 am östlichen Bodensee,
wo in Bregenz binnen 24 Stunden mehr als 50 cm Neuschnee fielen und
für teils chaotische Straßenverhältnisse sorgten. Natürlich dürfte
auch der Stau am Bregenzer Wald für die ergiebigen Niederschläge
gesorgt haben.
Die Küsten der Ostsee werden ebenfalls manchmal von solchen
Schneebändern heimgesucht.

Auch wenn momentan die kalte Luft fehlt, um solch ein regionales
Phänomen bei uns zu erzeugen, so werden wir in diesem Winter dank der
allgemein noch warmen Wassertemperaturen sicherlich noch das eine
oder andere Mal von diesem Effekt hören. Wir dürfen gespannt sein ...





© Deutscher Wetterdienst

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