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11. November 2023 | M.Sc. Meteorologe Nico Bauer

Regen, Regen und nochmals Regen!

Regen, Regen und nochmals Regen!

Datum 11.11.2023

Nachdem der Oktober im Deutschlandmittel bereits der niederschlagsreichste seit 2002 war, scheint der November in dessen Fußstapfen treten zu wollen. Denn in den nĂ€chsten Tagen zeigt sich der vorletzte Monat des Jahres von seiner sehr nassen Seite. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.

Viele, aber vor allem die Ă€lteren Leser erinnern sich bestimmt noch sehr gut an den zeitlosen Klassiker “November Rain“ von “Guns n Roses“. Und genau das ist auch das Stichwort beim Wetter in den nĂ€chsten Tagen.

Verantwortlich hierfĂŒr ist eine weiterhin sehr aktive Westwetterlage, wodurch immer wieder TiefauslĂ€ufer vom Atlantik nach Mitteleuropa gelenkt werden. Dadurch kam es bereits in den letzten Wochen immer wieder zu RegenfĂ€llen, sodass die Böden in einigen Regionen bereits schon reichlich gesĂ€ttigt sind. Nach einer kurzen Wetterberuhigung am morgigen Sonntag, beeinflusst bereits am Sonntagnachmittag die Okklusion eines Teiltiefs ĂŒber dem Nordmeer das Wettergeschehen im SĂŒdwesten Deutschlands. Dahinter gelangen dann zunehmend sehr feuchte und auch deutlich wĂ€rmere Luftmassen in die SĂŒdwesthĂ€lfte Deutschlands gefĂŒhrt. Gleichzeitig liegt der Nordosten zu Beginn der Woche weiterhin unter der eingeflossenen kĂŒhlen, maritimen Polarluft, sodass sich eine recht markante Luftmassengrenze ĂŒber Deutschland erstrecken wird. Diese Luftmassengrenze wird dadurch gestĂŒtzt, dass wir uns zu Wochenbeginn im Ausgangsbereich des Polarfront Jetstreams befinden. Dadurch verlangsamt sich die Höhenströmung, was auch Auswirkungen auf die Verlagerung der Fronten in der unteren TroposphĂ€re hat.

Die Analysekarte fĂŒr Montag 00 UTC zeigt die tiefdruckgeprĂ€gte Wetterlage mit der herannahenden Warmfront. (Quelle DWD)


Doch der Reihe nach. ZunĂ€chst einmal wird im Ă€ußersten SĂŒdwesten bereits im Laufe des Sonntags in Verbindung mit der Okklusion Niederschlag einsetzen. In der noch kĂŒhlen Luftmasse ist anfangs bis in mittlere Lagen (ab etwa 700 m) Schneefall mit dabei. Dort kann es teils um 5 cm, exponiert sogar bis 10 cm Neuschnee geben.

In der Nacht auf Montag folgt dann rasch eine Warmfront eines neuen Randtiefs. Damit werden feuchte und zunehmend sehr milde Luftmassen herangefĂŒhrt, wodurch teils krĂ€ftige RegenfĂ€lle einsetzen. Diese breiten sich bis zum Montagabend bis zur Elbe aus. In den Staulagen der sĂŒdwestdeutschen Mittelgebirge, sowie im AllgĂ€u kommen dabei innerhalb von 24 Stunden örtlich ĂŒber 50 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zusammen. Aber auch in den anderen Regionen in der SĂŒdwesthĂ€lfte fallen hĂ€ufig 10 bis 25 Liter pro Quadratmeter. Ausgenommen bleibt dagegen vorerst lediglich der Nordosten. Somit steigt im SĂŒden an kleineren FlĂŒssen die Hochwassergefahr an. Ein grĂ¶ĂŸeres Hochwasser ist aber vorerst nicht in Sicht!

Diese Grafik zeigt die Modellvorhersagen der 48-stĂŒndigen Niederschlagsmenge der fĂŒhrenden Wettermodelle bis Dienstag 00 Uhr, mit einem Maximum im SĂŒdschwarzwald und im AllgĂ€u. (Quelle DWD)


Am Dienstag kommt die Kaltfront des Randtiefs auf ihrem Weg nach SĂŒden kaum noch voran. Wodurch es voraussichtlich im Ă€ußersten SĂŒden vom SĂŒdschwarzwald ostwĂ€rts bis zum Alpenrand zu weiteren krĂ€ftigen RegenfĂ€llen kommen kann. Allerdings ist diese Entwicklung hinsichtlich der Lage und der Niederschlagsmengen noch mit einigen Unsicherheiten behaftet.

Auch im weiteren Verlauf der Woche bleibt uns diese Wetterlage erhalten. Die Frontalzone, welche warme Luftmassen in den Subtropen von kalten Luftmassen der polaren Breiten trennt, erstreckt sich weiterhin ĂŒber Mitteleuropa. Dadurch erreichen uns auch in der Folge immer wieder TiefauslĂ€ufer mit jeder Menge Niederschlag im GepĂ€ck.



© Deutscher Wetterdienst

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