07:08 MESZ | 23.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
13. Juli 2022 |

Heftige Monsunregenfälle u.a. in Pakistan

Heftige Monsunregenfälle u.a. in Pakistan

Datum 13.07.2022

Teile von Indien und Pakistan oder auch Bangladesch wurden, regional differenziert in den letzten Wochen bereits mehrfach durch heftige Monsunregenfälle heimgesucht, nun droht neues Ungemach.

Heftige Monsunregenfälle verursachten an diesem Montag (11.07.22) in der pakistanischen Finanzmetropole Karachi weitreichende Überschwemmungen und Schäden und überfluteten sogar das Geschäftsviertel. Die meisten Unterführungen waren überflutet, sagte der Ministerpräsident der Provinz Sindh, Murad Ali Shah. Zudem führte er an, dass innerhalb von drei Stunden eine wohl noch nie dagewesene Regenmenge von 126 l/qm gefallen sei.



In der südwestlichen Provinz Belutschistan wurden hingegen etwa ein Dutzend Dörfer im Bezirk Lasbela überflutet, als der Fluss Winder über die Ufer trat und das Wasser in die Häuser drang.

Bereits in den letzten Wochen gab es bei heftigen Monsunregenfällen in Südasien (z.B. Indien, Bangladesch und Pakistan) regional teils schwere Überschwemmungen und zahlreiche Opfer.

Der indische Monsun stellt jedoch eine recht verlässliche Klimaerscheinung mit nur relativ geringfügigen Unterschieden im Verlauf mehrerer Jahre dar. Insofern sind zwar regionale Abweichungen immer mal wieder zu verzeichnen, andererseits sind die langjährigen mittleren Monsun-Niederschläge nicht allzu großen Schwankungen unterworfen. So spiegelt die mittlere jährliche Niederschlagsmenge von etwa 850 l/qm ein per se feuchtes Klima wider.

Einige klimatische Trendanalysen auf der Basis von meteorologischen Beobachtungen deuten jedoch auf eine mittelfristige Zunahme der Monsunniederschläge speziell im indischen Raum durch die globale Erwärmung hin. Allerdings zeigen andere wissenschaftliche Untersuchungen und Studien auch teils gegenläufige Simulationen hinsichtlich der differenziellen Auswirkungen der Erwärmung von Land- und Meeresoberflächen (Indischer Ozean).

Interessant sind zudem Zusammenhänge mit übergeordneten Zirkulationsmustern. Die Trendvorhersage des Pakistan Meteorological Department (PMD) für den Monsun (Juli, August, September 2022) vom Juni 2022 ging z.B. davon aus, dass während der Monsunzeit (JAS 2022) noch (wenn auch schwache) La-Niña-Bedingungen und eine negative Phase des Indisch Ozeanischen Dipols (IOD) vorliegen würden (siehe Erläuterungen dazu hier vom Bureau of Meteorology: www.bom.gov.au/climate/enso/) .

Basierend auf den simulierten globalen und regionalen Zirkulationsmustern wurde für den Monsun 2022 (JAS 2022) in Pakistan somit eine Tendenz zu überdurchschnittlichem Niederschlag während der Vorhersagesaison (JAS) simuliert. Bis dato stellt das eine recht schlüssige Prognose dar, die ja auch lokale hydrometeorologische Extreme miteinschließt (wie bereits beobachtet).

Soweit zum Thema saisonale Vorhersage. Aktuell warnt das PMD erneut vor starken bis sehr starken Regenfällen (vom 14. bis 17. Juli) in Karachi und anderen Teilen der Provinz Sindh (Pakistan), wobei neue lokale Überschwemmungen quasi vorprogrammiert sind.

Dipl.-Met. Dr. Jens Bonewitz

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.07.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.08. - Pokalwetter mit Sommer-Comeback

21.08. - Noch einmal turbulent, dann wird's wieder ruhiger

20.08. - Sommer im Barock

19.08. - Übers Ziel hinausgeschossen

18.08. - Von laut bis leise: Der Donner

17.08. - Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

16.08. - Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

15.08. - Waldbrandwetter

14.08. - Hitze ade?

13.08. - Von Labilität und Feuchte

12.08. - Höhepunkt der Perseiden

11.08. - Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

10.08. - Ätna: Feuer, Asche und Gewitter

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen