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04. August 2020 |

Tief FARIDEH sorgt derzeit für Dauerregen, Hoch DETLEF demnächst für die neue Hitzewelle.

Tief FARIDEH sorgt derzeit für Dauerregen, Hoch DETLEF demnächst für die neue Hitzewelle.

Datum 04.08.2020

Manche Regionen wünschen sich Regen, in anderen fällt dieser in großen Mengen. Etwa südlich von Mosel und Main durfte man sich übe Regen, südlich der Donau auch über Regenmassen erfreuen. Doch auch dort stehen wie auch sonst im Lande erneut heiße und eher trockene Tage bevor!

Zunehmend bekommt der Azorenhochableger DETLEF, der es sich am heutigen Dienstag schon über Ostfrankreich gemütlich macht, Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Nur im Süden und Südosten ist der Atem von Tief FARIDEH über der Toskana noch deutlich zu spüren. FARIDEH schickt dabei weiter feuchtwarme Mittelmeerluft bis in den Südosten Deutschlands. Damit nun länger anhaltende, teils schauerartig verstärkte Niederschläge auftreten fehlt es also nur an Hebung, also an Impulsen für das Aufsteigen der Luft. Einen gewissen Anteil liefern dabei die Temperaturunterschiede der aufeinandertreffenden Luftmassen. Die Mittelmeerluft ist dabei deutlich höher temperiert als die über Deutschland liegende, gealterte Atlantikluft. Wärmere Luft ist leichter, wodurch sich die Mittelmeerluft über die Atlantikluft schiebt und so einen ersten Aufstiegsimpuls erfährt. Ein zusätzlicher, wesentlicher Impuls kommt jedoch aus höheren Luftschichten. Dort konnte sich ein sogenanntes Höhentief über Südostfrankreich von der Höhenströmung abkoppeln über Norditalien nun den Weg in den östlichen Mittelmeerraum eigenständig fortsetzen. Auf der Vorderseite dieses Höhentiefs strömt der Wind in höheren Luftschichten dabei auseinander, sodass eine divergente Strömung vorliegt. In diesem Fall wird dann Luft vom Boden in die Höhe gepumpt und fertig ist ein weiterer Hebungsantrieb (vgl. auch Konvergenz/Divergenz siehe Link). Zudem können natürlich auch orographische Hindernisse (Berge) das Aufsteigen von Luft erzwingen. Passen die verschiedenen Hebungsimpulse zusammen und befinden sich diese dann auch noch länger im gleichen Gebiet, können kräftige und länger andauernde Niederschläge ausgelöst werden. Seit Sonntag passen die beschriebenen Impulse zufälligerweise genau über Süddeutschland und dem Alpenraum nahezu perfekt zueinander, sodass es dort ordentlich vom Himmel prasselte und prasselt (vgl. Graphik 1.).


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In den letzten 24 Stunden bis heute Morgen 8 Uhr fielen südlich der Donau verbreitet 30 bis 80 l/qm, im östlichen Alpenvorland lokal sogar bis 155 l/qm. Spitzenreiter bezüglich der Regenmassen ist die Station Teisendorf-Neukirchen (BY) mit besagten 155 l/qm. Zwischen Donau und Main waren es überwiegend durch Schauer und Gewitter, die inhomogen verteilt aber auch noch 10 bis 40 l/qm, durch kräftige Gewitter örtlich auch bis 75 l/qm brachten. Dabei ragten die Stationen Freundenstadt-Kniebis mit 73 l/qm und Crailsheim (beide BW) mit 68 l/qm heraus (vgl. Graphik 2.).

In den nächsten 24 Stunden, bis Mittwochmorgen, sollen dann südlich der Donau nochmals 2 bis 10, vom Bayerischen Wald bis zum östlichen Alpenrand bis 30 l/qm zusammenkommen. Im südöstlichen Oberbayern sind örtlich sogar 30 bis 45 l/qm nicht ausgeschlossen. Über einen 48-stündigen Zeitraum kommen somit regional die 200 l/qm Regen in Reichweite. Die Folge sind randvolle bzw. über die Ufer tretende Flüsse. Allerdings schwindet ihr Strahlkraft von Tief FARIDEH hierzulande merklich, sodass sich die Niederschläge mehr und mehr zum östlichen Alpenrand zurückziehen und nachlassen. Anders sieht es in Nordostitalien und dem Adriaumfeld aus. Dort sorgen kräftige Schauer und Gewitter weiter für teils sintflutartigen Regen.

In Deutschland kann sich dagegen von Westen her Hoch DETLEF breitmachen und die Sonne strahlen lassen. Einhergehend sind in der Kölner Bucht schon am morgigen Mittwoch wieder Temperaturen knapp über der 30 Grad Marke zu erwarten. Ab Donnerstag startet dann die neue Hitzewelle so richtig durch. Hoch DETLEF wandert über Deutschland hinweg und findet schließlich im Bereich der östlichen und nördlichen Ostsee ein neues zu Hause. Von da aus kann er seinen Einflussbereich stetig erweitern. Auf seinem Höhepunkt regiert er über Skandinavien, Nordwestrussland und über große Teile Mitteleuropas. Gleichzeitig kann sich vom Atlantik her ein Spielkamerad ostwärts bis zu den Britischen Inseln ausdehnen. Damit ist auf dem europäischen Kontinent kaum noch Platz für tiefen Luftdruck, der sich verstärkt in den östlichen Mittelmeerraum zurückzieht und dort für Ungemach sorgt. Auch Tiefausläufer haben es schwer Deutschland zu erreichen. Allenfalls der Norden kommt ab und an in deren Nähe, was dort für etwas dichtere Wolkenfelder sorgt. Auch im Südosten können sich mal dickere Wolkenfelder verirren. Ansonsten strahlt die Sonne verbreitet nahezu ungehindert vom Himmel und kann die Temperaturen Tag für Tag weiter in die Höhe treiben. Die höchsten Werten werden bis Sonntag bevorzugt in einem Streifen von NRW und Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg erwartet. Donnerstag sollen es in NRW 35 Grad, am Freitag 36 Grad und am Samstag 37 Grad sein.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.08.2020

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