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17. Juni 2020 |

Juni - vom Frühling in den Sommer

Juni - vom Frühling in den Sommer

Datum 17.06.2020

Der Juni ist der sechste Monat im gregorianischen Kalender. In ihm wendet die Sonne am nördlichen Wendekreis, erreicht somit ihren Höchststand auf der Nordhalbkugel und der Sommer beginnt.

Im altrömischen Kalendarium war der Juni ursprünglich der vierte Monat des Jahres. Überlieferungen zufolge ist er nach der Himmelsgöttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter, benannt. Sie galt als "jugendlich blühende", sie war die Göttin der Gestirne, außerdem Stifterin und Hüterin der Frauen, der Liebenden und der Ehe. Ein altdeutscher Name für den Juni ist "Brachmond", da in der mittelalterlichen Dreifelderwirtschaft in diesem Monat die Bearbeitung der seit der Vorjahresernte liegen gebliebenen Brache begann.

Sowohl die Tageslänge als auch die Mittagshöhe der Sonne wächst im Juni nur noch wenig an, bevor sie zwischen dem 20. und 22. ihren Höchststand erreicht. Dieses Jahr findet die Sonnenwende am nördlichen Wendekreis am 20.06. gegen 23:44 Uhr MESZ statt. Mit der Wende beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische oder kalendarische Sommer. Am 20. Juni beträgt die lichte Tageslänge in Frankfurt am Main 16 Stunden 23 Minuten und 19 Sekunden. Aufgrund der Wende gegen Mitternacht ist die lichte Tageslänge am 21. Juni nur eine Sekunde kürzer. Ein Umstand, den man kaum merken wird.

Übrigens war am 1. Juni klimatologischer Sommerbeginn, jedoch kann der Juni durchaus nicht-sommerlich ausfallen. Eine bekannte Wettersingularität im Juni ist die Schafskälte. Unter ihr versteht man einen Polarlufteinbruch aus Nord oder Nordwest, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht alljährlich, etwa zwischen dem 4. und dem 20. Juni auftritt. Der Name lässt sich auf die Schafe zurückführen, die zu diesem Zeitpunkt meist schon geschoren sind und durch die niedrige Temperatur dann frieren müssen. In diesem Jahr schlug die Schafskälte in Deutschland bereits in der ersten Juniwoche zu (vgl. Thema des Tages v. 04.06.2020: www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/6/4.html).

Eine weitere Singularität stellt der Siebenschläfertag am 27. Juni dar. Durch die Kalenderreform rückt der meteorologische Lostag für die Witterung der folgenden 7 Wochen zwar etwa 10 Tage in die Zukunft, also auf den 07. Juli, der Gedenktag an die Siebenschläfer bleibt aber der 27. Juni. Mit dem Tier Siebenschläfer hat der Tag nichts zu tun, vielmehr gedenkt er sieben Christen, die auf ihrer Flucht im 2. Jahrhundert nach Christi in einer Höhle Zuflucht gesucht hatten und dort bei lebendigem Leib eingemauert wurden. Der Legende zufolge starben die Sieben nicht, sondern schliefen fast 200 Jahre bis zu ihrer Entdeckung an einem 27. Juni, erwachten dann und starben kurz darauf.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 17.06.2020

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