20:00 MESZ | 11.10.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
19. Februar 2020 |

Stürmisches Schmuddel-Wetter kontra sehr mildes "Biergartenwetter" im Süden!

Stürmisches Schmuddel-Wetter kontra sehr mildes "Biergartenwetter" im Süden!

Datum 19.02.2020

Das Wetter und die Karnevalisten sind nicht immer gute Freunde. Erst letztes Jahr fielen die Rosenmontagszüge teilweise einem Sturm zum Opfer. Auch dieses Jahr weht der Wind über die närrischen Straßenkarnevalstage teils wieder ruppig. Doch es gibt auch Ausnahmen!

Der Winter ist weiter außer und somit die Großwetterlage ist derzeit wie in Stein gemeißelt und regeneriert sich immer wieder.


Zum Vergrößern bitte klicken


Einem riesigen Tiefdruckkomplex, der von Neufundland bis nach Skandinavien reicht, steht als Gegenpart hoher Luftdruck vom Atlantik bis in den westlichen, teils auch bis in den zentralen Mittelmeerraum gegenüber. In diesem Tiefdruckkomplex tummeln sich dann auch die Tiefs VICTORIA bei Skandinavien und WILTRUD südlich von Island. Da die Luftdruckgegensätze weiterhin beachtlich sind und teilweise 80 hPa betragen, hält bodennah die stramme westlich Strömung an, mit der wiederholt Randtiefs und/oder Tiefausläufer in rascher Abfolge über Westeuropa ostwärts geführt (vgl. Graphik). In höheren Luftschichten kann sich gleichzeitig das Starkwindband, der sogenannte Polarjet (siehe Link), in voller Stärke bis 320 km/h vom Atlantik bis nach Mitteleuropa erstrecken.

Die Folge sind überwiegend unbeständige, milde bis sehr milde und stürmische Witterungsbedingungen. Wiederholt muss mit Regenfällen gerechnet werden. Aufgrund der überwiegend milden bis sehr milden Temperaturen bleibt die für den Februar eigentlich typische weiße Pracht meist dem höheren Bergland vorbehalten. Nur vorübergehend kann der Schnee auch mal bis in mittlere Lagen fallen, ohne jedoch eine Chance zu haben liegen zu bleiben. In tiefen Lagen wird es daher vor allem im Norden und der Mitte ungemütlich. Die Karnevalisten sollten sich zwar nicht dick, dafür aber wind- und wetterfest kleiden. Beim Start in den Straßenfastnacht zeigt sich das Wetter zumindest tagsüber verbreitet von seiner noch recht zahmen Seite. Abgesehen von etwas Regen im Küstenumfeld sowie im Mittelgebirgsraum sollte es überwiegend trocken bleiben. Allerdings weht der Wind den Karnevalisten im Westen und Nordwesten in Böen stark, lokal auch stürmisch um die Ohren. Am Abend und in der Nacht gesellen sich von Westen und Nordwesten zu dem stürmisch auffrischenden Wind auch kräftige Regenfälle, die bis zum Morgen südostwärts über das gesamte Land hinweg rollen.

Am Wochenende steht dann voraussichtlich wieder Sturm auf dem Programm. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag sollen demnach verbreitet stürmische Böen oder Sturmböen auftreten, Richtung See und im Bergland sind auch einzelne schwere Sturmböen wahrscheinlich. Erst zum Montag beruhigt sich das Wetter wieder etwas, sodass den Rosenmontagszügen nach derzeitigen Prognosen in diesem Jahr bei einzelnen starken Böen keine größeren Einschränkungen entgegenstehen. Insgesamt sollten sich vor allem die Bürger im Norden und der Mitte auch abseits der Karnevalshochburgen bei häufigem Schmuddel-Wetter eher nach Indoor-Aktivitäten umsehen oder aber wind- und wetterfeste Kleidung als ständigen Begleiter ansehen.

Einen Lichtblick gibt es allerdings im Süden, wo sich die Wolken häufig auflösen oder sehr löchrig zeigen und somit der Sonne längere Zeitfenster zum Scheinen geben. Zudem weht auch der Wind dort im Vergleich zu den rechtlichen Landesteilen über alle Tage am schwächsten und erreicht am Samstag und Montag allenfalls starke, am Sonntag auch einzelne stürmische Böen. Bei Höchsttemperaturen zwischen 8 und 15 Grad, am Montag regional bis 19 Grad, könnte sogar der Biergarten zu einem Besuch einladen. Allerdings ist eine etwas dickere Jacke für die Zeit nach Sonnenuntergang und somit entsprechender Abkühlung empfehlenswert.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 19.02.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

11.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 19: Übertragung meteorologischer Daten mit Telegraphie im 19. Jahrhundert

10.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 18: Aerologie im 18. und 19. Jahrhundert

09.10. - Herbstgewitter über der Nordsee – Das Meer als Gewittermotor

08.10. - Endlich Regen!

07.10. - Ist der Himmel wirklich blau?

06.10. - Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel

05.10. - Wetterentwicklung

04.10. - Der dritte im Bunde - MTG-I2

03.10. - Navier-Stokes - ein (un)lösbares Problem?

02.10. - Deutschlandwetter im September 2026

01.10. - Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

30.09. - Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

29.09. - Kunterbuntes zum Monatswechsel

28.09. - Halos - optische Erscheinungen am Himmel

27.09. - Tag der Flüsse

26.09. - Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer

25.09. - Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?