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24. März 2019 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

Nach dem "kraftlosen KARSTEN" bringt uns der "lebhafte LOUIE" das Aprilwetter zurück

Nach dem "kraftlosen KARSTEN" bringt uns der "lebhafte LOUIE" das Aprilwetter zurück

Datum 24.03.2019

Nach einem vorübergehend ruhigen Witterungsabschnitt sorgt Tief "LOUIE" ab der kommenden Nacht zum Montag wieder für das der Jahreszeit entsprechende Aprilwetter mit einem Wechsel aus Schauern, einzelnen Gewittern und dem einen oder anderen Sonnenstrahl.

Hoch "HANNELORE" bescherte uns in dieser Woche viel Sonnenschein und sehr milde Temperaturen. In den beiden vergangenen Tagen konnten einige Stationen dabei sogar die 20-Grad-Marke knacken. Nur im Norden vermochte sich "HANNELORE" nicht so richtig zu behaupten. Dort zeigten sich auch häufiger Wolken am Himmel.


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Mittlerweile hat sich "HANNELORE" zum Schwarzen Meer verlagert. Damit verschaffte sie einem Ausläufer von Tief "KARSTEN", dessen Kern am heutigen Sonntagvormittag über dem Weißen Meer zu finden ist, den nötigen Platz, um den Himmel über Deutschland gebietsweise mit dichteren Wolken einzutrüben. Der Tiefausläufer, der nicht allzu viel "Dampf auf dem Kessel hat", griff bereits am gestrigen Samstag auf die Nordhälfte über und wird heute besonders im Bereich der Mittelgebirge für dichte Wolken und geringfügigen Regen sorgen. Ansonsten gibt er sich recht harmlos.

Rückseitig des Ausläufers fließt etwas kühlere Meeresluft in den Norden. Entsprechend werden dort trotz zeitweiligem Sonnenschein lediglich Tageshöchstwerte von 8 bis 12 Grad erreicht, was allerdings im März immer noch als "mild" klassifiziert werden kann. Anders sieht es im Süden aus: Auf der Vorderseite des Tiefausläufers zeigt sich heute ebenfalls die Sonne. In der dort noch vorherrschenden sehr milden Luftmasse steigen die Höchstwerte örtlich nochmals auf bis zu 20 Grad.

In der Nacht zum Montag erreicht der Ausläufer von "KARSTEN" dann die Alpen, wo er noch für geringe Niederschläge sorgt, in Höhen von 1200 bis 1500 Metern können sich auch wenige Schneeflocken darunter mischen. Allerdings richtet sich das Hauptaugenmerk bereits wieder gen Norden. Denn vom Europäischen Nordmeer steuert ein weiteres, kleinräumiges Tief namens "LOUIE" in Richtung Südskandinavien. Dessen Frontensystem greift in der Nacht zum Montag auf den Norden und Nordwesten über und hat weitere Meeresluft aus polaren Breiten im Schlepptau. Aber nicht nur am Boden, auch in höheren atmosphärischen Luftschichten fließt deutlich kältere Luft ein. In circa 5500 Metern Höhe werden dann bis zu -37 Grad Celsius erreicht. Dadurch nehmen die vertikalen Temperaturunterschiede über Deutschland zu, wodurch Schauer aufkommen, die bis Montagfrüh etwa eine Linie von der Eifel bis zum Oderbruch erreichen. Auch einzelne Gewitter können dabei nicht ausgeschlossen werden.

Damit aber nicht genug. Ein weiterer Warnparameter wird ebenfalls wieder in Erscheinung treten, den wir in diesem Frühling bereits häufiger auf der Warnkarte entdeckt haben: Mit dem Aufzug von Tief "LOUIE" verschärfen sich nun auch die Luftdruckgegensätze über Deutschland, womit der Wind bereits in der Nacht im Nordseeumfeld sowie im höheren Bergland wieder stark bis stürmisch auflebt.

Am Montag zieht "LOUIE" von Südschweden in Richtung Baltikum und Weißrussland. Die zugehörige Luftmassengrenze überquert weite Teile Mitteleuropas und erreicht zum Abend die Alpen, bevor sie in der Nacht zum Dienstag dann vollends abzieht. Dabei fließt rückseitig weiterhin kühlere Meeresluft ein. Dies wird man anhand der Tageshöchstwerte spüren, denn diese liegen tagsüber nur noch bei Werten zwischen 6 und 9 Grad, nur in Flussniederungen im Westen und Südwesten können bis zu 12 Grad erreicht werden.

Was den Wettercharakter angeht, wird man sicher von "Aprilwetter" reden können. Neben Schauern, die ab 500 bis 700 Metern als Schnee niedergehen sowie einzelnen kurzen Graupelgewittern zeigt sich hier und da auch mal die Sonne am Himmel. Bei besonders kräftigen Schauern kann es vorübergehend bis ins Flachland schneien. Zudem frischt der Wind tagsüber auch in tiefen Lagen auf. Recht verbreitet muss mit starken bis stürmischen Böen, im höheren Bergland sowie an der Küste auch mit Sturmböen gerechnet werden.

In der Nacht zum Dienstag lässt der Wind rasch wieder nach, die Schauer und Gewitter klingen ab und die Frühtemperatur liegt gebietsweise im leichten Frostbereich. Die bis in tiefe Lagen sinkende Schneefallgrenze ist dann lediglich noch im Erzgebirge sowie an den Alpen interessant. Denn besonders an den Alpen können die Niederschläge im Stau noch länger anhalten. Bis Dienstagmittag kommen dort etwa 10 cm, örtlich auch bis 20 cm an Neuschnee zusammen.

Darüber hinaus bleibt es bis zur Wochenmitte häufig wolkig, zeitweise stark bewölkt und nur vereinzelt zeigt sich die Sonne auch mal länger über Deutschland. Die stellenweise auftretenden Niederschläge fallen meist gering aus, die Schneefallgrenze steigt allmählich wieder bis ins höhere Bergland an. Aber bereits heute schon kann man über dem Nordostatlantik Hoch "IRMELIN" entdecken, welches sich westlich der Britischen Inseln in Stellung bringt. Im Laufe der Woche rückt "IRMELIN" immer näher an Deutschland heran und beschert uns dann zunehmend freundliches und trockenes Wetter. Auch die Temperatur steigt tagsüber wieder auf Werte von 14 bis 18 Grad an.



© Deutscher Wetterdienst

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