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11. März 2026 | M.Sc.-Meteorologe Oliver Reuter

Wetterumstellung ante portas!

Wetterumstellung ante portas!

Datum 11.03.2026

Nach einem langen, trockenen und überwiegend sonnigen Witterungsabschnitt ist die Wetterlage aktuell dabei, sich grundlegend umzustellen und mehr von Tiefdruckeinfluss geprägt zu sein. Welches Wetter uns dabei in den kommenden Tagen erwartet und wie abwechslungsreich es wird, soll heute das Thema des Tages sein.

Während man heute in der Osthälfte Deutschlands noch eifrig Vitamin D tanken kann, hat sich der Himmel im Westen schon ordentlich zugezogen und es hat heute Vormittag angefangen, leicht zu regnen. Über der östlichen Mitte kündigen ein paar Schauer ebenso die nahende Umstellung an, wobei dies durch Schauer und einzelne Gewitter bereits am gestrigen Dienstag erkennbar war. Diese Gewitter kann es am heutigen Mittwoch auch über Bayern und dem Osten Baden-Württembergs geben, da vorderseitig der heranziehenden Kaltfrontokklusion (okkludierte Front mit Kaltfrontcharakter) noch ein Rest feuchterer und labil geschichteter Luft liegt. Auch die Temperaturen zeugen von einer deutlichen Umstellung, denn so liegen sie im Osten häufig noch bei 17 bis 18 Grad, im Westen dagegen ist bei 11 bis 13 Grad meistens Schluss. Böiger Südwestwind lässt das ganze nochmals etwas kühler wirken.


Während es im Westen schon regnet, scheint über dem Osten noch verbreitet die Sonne. Über dem Süden haben sich derweil erste Gewitter entwickelt.



In der Nacht überquert die Front unter stetiger Abschwächung dann weite Teile des Landes und erreicht den Osten und Südosten, um sich hier aber zusehends aufzulösen. An den Alpen kann es oberhalb von 1000-1200 m sogar wieder etwas schneien.

Auf der Karte dargestellt ist die Großwetterlage am heutigen Mittwochmittag. Gut zu erkennen ist die von Nordwesten heranziehende Okklusionsfront, die die Wetterumstellung einleitet.



Ansonsten ist nach dem teils ungeständigen Mittwoch am morgigen Donnerstag erstmal wieder Durchschnaufen angesagt. Mit einem Ableger des umfangreichen Azorenhochs namens LUKAS herrscht landesweit ruhiges, teils sonniges Wetter vor mit Temperaturen von 12 bis 14, gelegentlich auch um 15 oder bis knapp 16 Grad. Der Wind spielt eine nur untergeordnete Rolle.


Wie für ein Zwischenhoch aber so üblich hat auch das nicht lange Bestand. Denn am Atlantik tut sich was, weil das umfangreiche Tief FRITAUN Verstärkung von GINA bekommt, woraus sich ein großräumiges Tiefdrucksystem entwickelt. Davon ausgehend greift eine langsam ziehende, teils sogar wellende Kaltfront am Freitag wieder auf den Westen/Nordwesten über und bringt Regenfälle, die mitunter etwas kräftiger ausfallen können.



Am Freitag sorgt eine langgestreckte, teils wellende Kaltfront für erneutes Regenwetter und ordentlich Wind.



Aufgrund der trockenen Vorgeschichte ist der Regen mehr Segen als Fluch für die Natur. Die Regenfälle liegen am Freitagmittag quer über der Nordwesthälfte, um abends und nachts auch den Osten und Südosten zu erreichen. Vorderseitig wird es einerseits nochmals mild mit bis zu 18 Grad, andererseits weht aber auch ein böiger Süd- bis Südwestwind. Rückseitig strömt dann Meereskaltluft ein, was die Schneefallgrenze kurz vor dem Abklingen der Niederschläge wieder herunterdrückt und Schneefall in einigen Gipfellagen der Mittelgebirge ermöglicht.


Am Samstag geht das Wechselspiel munter weiter, denn wieder ist es Zwischenhocheinfluss, der für meist ruhiges, wenn auch kühleres Wetter sorgt bei Höchstwerten um 7 bis 12 Grad.
Und am Sonntag? Natürlich wieder die umgekehrte Welt mit einem weiteren heranziehenden Frontensystem und neuen Niederschlägen von Nordwesten her.

Im Trend für Wiesbaden wird deutlich, dass es erstmal vergleichsweise mild bleibt mit meistens über 10, teils um 15 Grad, vor allem ab der kommenden Woche. Dazu gibt es bis einschließlich Montag immer wieder Regen, bevor es tendenziell trockener wird.



Kurz noch zum Trend für die neue Woche, der aber noch mit größeren Unsicherheiten behaftet ist: Nach einem noch unbeständigen Montag tendiert das Wetter ab Dienstag wieder mehr zu Hochdruck, womit eine "Wetterrückstellung" bevorstehen könnte. Wie lange dieser anhält und ob die Temperaturen an die der vergangenen Tage heranreichen, ist noch mehr als ungewiss.



© Deutscher Wetterdienst

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