Social
10. Juni 2014 |

Hitze und Blitze

An der Ostflanke des seit Tagen bei den Britischen Inseln befindlichen Tiefdruckgebietes ELA gelangten über Pfingsten mit südlicher Strömung Luftmassen afrikanischen Ursprungs nach Mitteleuropa und konnten sich unter leichtem Hochdruckeinfluss (WOLFGANG) bei meist prächtigem Sonnenschein zusätzlich erwärmen.

Diese Wetterlage nennt man "antizyklonale Südlage", sie führte zur
ersten "Hitzewelle" dieses Sommers.

Während es gestern in der norddeutschen Tiefebene sowie an den
deutschen Küsten meist bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 22 °C und
27 °C
blieb, wurden südlich einer gedachten Linie zwischen
Niederrhein und Berliner Raum im Tiefland durchweg 30 °C und mehr
erreicht.


So war der gestrige 9. Juni 2014 der bislang heißeste Tag dieses
Jahres
und das Pfingstfest das heißeste seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen. Heißeste Region Deutschlands war die
Oberrheinische Tiefebene mit den DWD-Stationen Rheinau (37.7 °C),
Waghäusel (37.3 °C) und Ohlsbach (37.1 °C). Ein weiterer "Hotspot"
lag am Untermain (Kitzingen 37.3 °C).

Blitze gestern im Zeitraum zwischen 19:30 und 21:30 Uhr


Auf die Hitze folgten die Blitze, denn die Westhälfte Deutschlands
geriet in den Einflussbereich eines sich von Frankreich her nähernden
Frontensystems. Verbreitet kam es zu Regenschauern und teils heftigen
Gewittern, die mit Starkregen, Hagel und Orkanböen einhergingen. Vor
allem in Nordrhein-Westfalen gab es durch umgestürzte Bäume und
geflutete Keller chaotische Zustände. Sechs Menschenleben waren zu
beklagen.

Schwerpunkt der Unwetterentwicklungen war der Zeitraum zwischen 21:00
und 23:00 Uhr, beispielsweise wurden in der Stunde bis 22:00 Uhr in
Düsseldorf Spitzenböen von 144 km/h gemessen, in Essen waren es 126
km/h
und in Wuppertal 90 km/h.


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.06.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

04.11. - Wasser - Lebensgrundlage und Naturwunder

03.11. - Gekommen um zu bleiben

02.11. - Deutschlandwetter im Oktober 2026

01.11. - Geschichte der Meteorologie − Teil 24: Meteorologie im 19. Jahrhundert (d)

31.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 23: Meteorologie im 19. Jahrhundert (c)

30.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 22: Meteorologische Polarforschung sowie Erkundung des tropischen Afrikas im 19. Jahrhundert

29.10. - Wo bewegt sich der Herbst 2026?

28.10. - Von der Feder zur digitalen Analyse - Die Wetterkarte Teil 1

26.10. - Herbstwetter mit zwei Gesichtern

25.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 21: Meteorologie im 19. Jahrhundert (b)

24.10. - Tief Manja: Schnell unterwegs, nicht nur beim Wind, sondern auch in der Entwicklung

23.10. - Sturmtiefs im Doppelpack

22.10. - Teils immer noch sehr trockene Böden

21.10. - Wer hatte Recht?

20.10. - Kulinarisches im Herbst

19.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)

18.10. - Mission impossible

17.10. - Bunte Satellitenbilder zur Unterscheidung von Wolkentypen

16.10. - Es grünt so grün

15.10. - Kaltfront in Lauerstellung

14.10. - Verifikation von Wettermodellen - Teil 2

13.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 2

12.10. - Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung - Teil 1

11.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 19: Übertragung meteorologischer Daten mit Telegraphie im 19. Jahrhundert

10.10. - Geschichte der Meteorologie − Teil 18: Aerologie im 18. und 19. Jahrhundert

09.10. - Herbstgewitter über der Nordsee – Das Meer als Gewittermotor

08.10. - Endlich Regen!

07.10. - Ist der Himmel wirklich blau?

06.10. - Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel

05.10. - Wetterentwicklung