07:39 MESZ | 16.06.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
09. August 2012 |

Ein Schneemann für Afrika...

...ist der Titel eines Kinderfilms aus den siebziger Jahren. Einen
solchen zu bauen, dafür reichte der vorgestern in Johannesburg
gefallene Schnee sicherlich nicht, aber für viele Südafrikaner war es
eine Premiere, sie sahen zum ersten Mal leibhaftigen Schnee. Zwar
herrscht, entgegengesetzt zur Nordhalbkugel, derzeit Winter in
Südafrika, der in einigen Landesteilen auch recht kalt werden kann,
dennoch treten Schneefälle nicht so häufig auf. Das Land am Kap liegt
in der subtropischen Klimazone, im Sommer ist es dort warm bis heiß,
im Winter mild bis kühl.



Während der größte Teil Südafrikas ganzjährig unter dem Einfluss des
Südostpassats steht, gelangen die Küstenregionen im Winter in den
Bereich der Westwinddrift und werden, ähnlich wie Südeuropa, bei
kräftigen Tiefdruckentwicklungen von südatlantischen Frontensystemen
gestreift, die von Westen heran ziehen.

Seit Montag entwickelte sich über dem Südzipfel Afrikas in der stark
mäandrierenden Höhenströmung ein hoch reichendes Tiefdrucksystem, das
sich weit nordwärts verlagerte, für kräftige Niederschläge sorgte und
auf seiner Rückseite subpolare Meeresluft weit ins Landesinnere
führte.

Die Niederschläge wurden zum Teil im Staubereich des Bergland
verstärkt, so fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis gestern
früh örtlich mehr als 100 L/m². Im Zentralplateau ("Highveld", 900
bis 2000 m NN), so auch im knapp 1700 m hoch gelegenen Johannesburg,
gab es Schneeschauer. Nach Abzug des Frontensystems wurde es in der
vergangenen Nacht auf dem Highveld empfindlich kalt, verbreitet sank
das Quecksilber unter den Gefrierpunkt. In Johannesburg wurde ein
Minimum von -3,6 °C registriert, der langjährige Rekordwert für den
Juli beträgt dort -5 °C.

Eine Karte der Isobaren des Bodendruckfeldes [hPa], der nächtlichen
Tiefsttemperaturen [1/10 °C], vom 09.08.2012, 06:00 UTC, unterlegt
mit einem infraroten Satellitenbild (Kanal bei 10,8 µm im
"atmosphärischen Fenster") finden Sie nachfolgend:

Zum Vergrößern bitte klicken




Dipl.-Met. Thomas Ruppert.
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.08.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

15.06. - Weltwindtag

14.06. - Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

13.06. - Das Vertikalprofil - ein zentrales Analyse-Werkzeug

12.06. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ist-Zustand und Prognosen

11.06. - Nicht so schönes Wochenende?

10.06. - Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick

09.06. - Wetterweisheiten aus den Bergen

08.06. - Die Schafskühle

07.06. - Die Wettervorhersage für den D-Day

06.06. - Eine Nebelnacht im Juni

05.06. - Aprilwetter im Juni

04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026

01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen

28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?

27.05. - In 16000 m Höhe

26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?

25.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 7: Meteorologie im beginnenden Zeitalter der Aufklärung und Weiterentwicklung der quantitativen Meteorologie

24.05. - Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!

23.05. - Des einen Freud…

22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!

21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!

20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai

19.05. - Tag der Diversität

18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?

16.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 6: Meteorologie im Zeitalter der Renaissance und Anfänge der quantitativen Meteorologie

15.05. - König Fußball und das Wetter