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06. Mai 2024 | Diplom-Meteorologe Christian Herold

Wolkenklassifikation

Wolkenklassifikation

Datum 06.05.2024

Wer hat nicht als Kind nach Figuren in den Wolken gesucht? Dabei fÀllt auf, dass Wolken in den unterschiedlichsten Formen auftreten können. Heute möchten wir uns damit befassen, wie Ordnung in das scheinbare Chaos der Wolken gebracht wird und woher sie ihre Namen haben.

Wolken zeigen sich in verschiedensten Gestalten: Mal als filigrane Schleier, mal als mÀchtige Ambosse oder bedrohliche Walzen. Eine Wolke ist eine vergleichsweise dichte Ansammlung winziger Wassertröpfchen oder Eiskristalle in der Luft. Wasser kondensiert dabei an Staubpartikeln, die als Kondensationskeime dienen, bei einer Luftfeuchtigkeit von 100 %. Die unglaubliche Vielfalt ihrer Erscheinungsformen machte es zunÀchst nahezu unmöglich, eine systematische Klassifikation von Wolken zu erstellen. Doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte der englische Pharmazeut und Amateurmeteorologe Luke Howard mit seinem Klassifikationsschema Ordnung in dieses Durcheinander. Er ordnete die Wolken Àhnlich wie in der Biologie in Familien, Gattungen, Arten und Unterarten ein.

Seine Klassifizierung ist auch heute noch als internationales Standardwerk anerkannt und soll im Folgenden kurz erlĂ€utert werden. Die Wolkenfamilien werden zunĂ€chst nach ihrer Höhe ĂŒber dem Boden (Stockwerk) klassifiziert: Es gibt hohe Wolken, die sich in mittleren Breiten in einer Höhe von 7 bis 13 km befinden, mittelhohe Wolken in einer Höhe von 2 bis 7 km und tiefe Wolken in einer Höhe von 0 bis 2 km. ZusĂ€tzlich gibt es Wolken mit großer vertikaler Ausdehnung, die sich ĂŒber mehrere Stockwerke erstrecken. Pro Familie gibt es in der Regel zwei Gattungen: haufenförmige Wolken (Cumulus) und schichtförmige Wolken (Stratus). In höheren Stockwerken gibt es eine weitere Gattung, die aus reinen Eiskristallen bestehende Schleierwolken (Cirrus). In den unteren Schichten gibt es auch Mischformen zwischen Stratus und Cumulus (Stratocumulus). Insgesamt ergeben sich 10 Gattungen. Der Name einer Wolke setzt sich aus dem Namen des Stockwerks und der Gattung zusammen. FĂŒr hohe Wolken wird der PrĂ€fix "Cirro-", fĂŒr mittelhohe Wolken "Alto-" und fĂŒr vertikal mĂ€chtige Wolken "Nimbo-" verwendet. Bei tiefen Wolken wird der PrĂ€fix weggelassen.


Die 10 Wolkengattungen. Quelle: Ines Kappler, DWD (Quelle Ines Kappler, DWD)


Die Arten beschreiben dann die Gestalt der Wolken, wie zum Beispiel, ob sie linsenförmig (lenticularis) oder schichtartig (stratiformis) sind. In den Unterarten werden weitere Eigenschaften wie LichtdurchlĂ€ssigkeit und Anordnung beschrieben. Als Beispiel einer Klassifikation sei die Wolke "Altocumulus stratiformis perlucidus" genannt. Dabei handelt es sich um eine mittelhohe, flache Haufenwolke, die sich ĂŒber eine große FlĂ€che erstreckt und kleine LĂŒcken zwischen den Wolkenteilen aufweist, durch die man den Himmel sieht. Umgangssprachlich sind diese als "SchĂ€fchenwolken" bekannt.


Altocumulusolken als Vertreter des mittleren Wolkenstockwerks. darĂŒber Cirruswolken. am Horizont flache Cumuluswolken




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