17:36 MESZ | 03.10.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
16. Januar 2023 | Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Tornado-Outbreak in den USA

Tornado-Outbreak in den USA

Datum 16.01.2023

Am vergangenen Donnerstag kam es im Südosten der USA zu einem Tornado-Outbreak (deutsch: Tornado-Ausbruch). Mehr dazu lesen Sie im heutigen Thema des Tages.

Mehrere Tornados sorgten am vergangenen Donnerstag in Teilen des Südostens der USA für Verwüstungen, zahlreiche Verletzte und leider auch sieben Tote. Besonders betroffen davon waren die Bundesstaaten Alabama und Georgia, aber auch aus Kentucky, Tennessee, Mississippi sowie North und South Carolina gingen Tornadomeldungen beim Storm Prediction Center des US-Wetterdienstes (SPC) ein. Abbildung 1 zeigt die Tornadomeldungen als rote Punkte markiert (in blau Sturm- und Orkanböen, in grün Hagel). Insgesamt waren es 50 solcher Meldungen, wobei die tatsächliche Anzahl durch Mehrfachsichtungen ein- und desselben Tornados etwas niedriger liegt. Tatsächlich geht man derzeit von 35 Tornados aus. Zwei davon wurden aufgrund der aufgetretenen Schäden der Kategorie EF3 zugeordnet, was einem Windgeschwindigkeitskorridor zwischen 218 und 266 km/h entspricht.


Tornado-, Böen- und Hagelmeldungen zwischen dem 12. und 13.01.2023, jeweils 13 Uhr.


Wie kam es zu diesem Outbreak? Auf der Ostflanke eines Tiefs über Oklahoma, das ost- nordostwärts zog, wurde sehr feuchte Luft vom Golf von Mexiko in den Südosten der USA transportiert. Gleichzeitig ließ ein weiteres, nur in höheren Luftschichten vorhandenes Tief relativ kalte (Höhen-)Luft aus Norden in die Region strömen. Dadurch wurde die Luftschichtung instabil, d.h. die Lufttemperatur nahm mit der Höhe recht stark ab. Zusammen mit einer kräftigen Windscherung konnten sich in der energiegeladenen Luftmasse organisierte Gewitter (Superzellen) entwickeln, die diese Vielzahl an Tornados hervorbrachten.

Tornados sind in den USA selbst im Januar keine Seltenheit. Abbildung 2 zeigt die mittlere Tornadoanzahl im Januar pro Bundesstaat. Demnach treten dabei durchschnittlich 1 bis 4 Tornados im Südosten der USA auf. Der vergangene Tornado Outbreak ist aber trotz alledem durchaus bemerkenswert, liegt die Tornadoanzahl doch meist deutlich über dem Mittelwert. Zudem gab es dort bereits vom 2. bis 4. Januar 2023 Tornadoevents mit rund 20 Tornados pro Tag. Insgesamt kann der Jahresbeginn damit als ziemlich tornadoaktiv angesehen werden. Im langjährigen Mittel tritt der erste Tornado des Jahres in den USA laut US-Wetterdienst übrigens am 11. Januar auf (Zeitraum 1950 bis 2011).


Mittlere Anzahl an Tornados im Januar pro Bundesstaat.


In den kommenden Tagen sind Tornados in den USA erst einmal kaum mehr ein Thema. Zwar prognostiziert das SPC für den Mittwoch ein geringes Risiko für schwere Gewitter von Osttexas bis nach Mississippi, Tornados sollten dabei aber nur die Ausnahme bilden. Die nächste Tornadolage wird aber kommen, so viel ist sicher.



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

03.10. - Navier-Stokes - ein (un)lösbares Problem?

02.10. - Deutschlandwetter im September 2026

01.10. - Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

30.09. - Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

29.09. - Kunterbuntes zum Monatswechsel

28.09. - Halos - optische Erscheinungen am Himmel

27.09. - Tag der Flüsse

26.09. - Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer

25.09. - Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer