08:21 MESZ | 22.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
25. Januar 2022 |

Es liegt was in der Luft

Es liegt was in der Luft

Datum 25.01.2022

Stellt sich ein Wintereinbruch in den bisher vom Schnee vernachlässigten Regionen im westlichen und nordwestlichen Tiefland ein? Das würde sicherlich einige Schneefans dort freuen, leider liegt aber etwas ganz anderes in der Luft.

Die Zeichen stehen den Vorhersagen der verschiedenen Wettermodelle zufolge für die kommenden Tage nach einer meist ruhigen Hochdruckphase wieder auf "Berglandwinter" - in den Niederungen hingegen findet die in diesem Winter fast schon inflationär bemühte Umschreibung "nass-kalt" erneut Verwendung. Ein paar kleine Schneeoptionen haben die Wettermodelle dabei zwar durchaus bis in die Niederungen in petto, der große Wintereinbruch liegt aber in den bisher vom Schnee vernachlässigten Regionen im westlichen und nordwestlichen Tiefland weiterhin eher nicht in der Luft. Der wochenlange Hochdruckeinfluss bei nicht allzu tiefen Temperaturen (der Januar ist deutlich auf Kurs "zu mild") hat jedoch etwas anderes gefördert: So haben Hasel und Erle angefangen zu blühen, womit deren Pollen bereits den "Flugbetrieb" aufgenommen und dadurch schon eine zum Teil mittlere Belastung hervorgerufen haben.


Zum Vergrößern bitte klicken


Die Pollen dieser beiden Birkengewächse sind in der Regel die ersten im Jahr, die bei entsprechenden Witterungsverhältnissen meist schon mit der im Januar beginnenden Vorblüte fliegen (siehe dazu auch den Pollenflugkalender unter www.pollenstiftung.de/pollenvorhersage/pollenflugkalender.html). Ihre Hauptsaison dauert von Anfang Februar (Hasel) bzw. Ende Februar (Erle) bis Mitte oder Ende März. Gleichwohl können die Pollen bereits im Dezember vorkommen und noch bis in den Mai (Hasel) oder sogar bis in den Juni (Erle) unterwegs sein. Im weiteren Verlauf des Jahres bekommen dann andere Pollenarten ihre "Flugerlaubnis" (Saison).

Geschätzt etwa 12 bis 15 Millionen Deutsche - und damit gut 15 % der Bevölkerung - müssen sich mit den lästigen Nebenwirkungen des Pollenflugs herumschlagen. Mit Beginn der Pollenflugsaison treten durch Heuschnupfen Beschwerden wie Niesen, Jucken oder gar asthmatische Anfälle bis hin zu Bindehautentzündungen auf.

Für die acht allergologisch wichtigsten Blütenpollen gibt es beim Deutschen Wetterdienst Vorhersagen der Belastungsintensität durch den sogenannten Pollenflug-Gefahrenindex. Zu diesen acht zählen die Pollen der Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und der Ambrosia. Etwa 95 % aller Pollenallergiker in Deutschland leiden beim Flug dieser Pollen. Aktuell sorgt Hoch ERICH mit seiner ruhigen und eher milderen Witterung vor allem in den westlichen Landesteilen bereits für eine mittlere Belastung durch Haselpollen. Aber auch in vielen weiteren Regionen ist eine geringe bis mittlere Belastung zu verzeichnen (siehe rechter Teil der Grafik unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/1/25_Bild.png). Bei den Erlenpollen hingegen ist die Blüte noch nicht so weit vorangeschritten, womit es entweder keine oder nur eine geringe Belastung gibt (linker Teil der Grafik).

Ab Donnerstag wird Hoch ERICH seinen Platz bei uns jedoch räumen müssen, was den Tiefdruckgebieten LIN und MARIE Gelegenheit verschafft, mit ihren Ausläufern auf Deutschland überzugreifen. Damit kommen Wind und Niederschläge auf, die die Pollen aus der Luft auswaschen und Allergikern eine Verschnaufpause bringen, bis das nächste Hoch bei uns aufschlägt. Vorhersagen der Belastungsintensität sind unter www.dwd.de/pollenflug abrufbar und können auch unter www.dwd.de/newsletter als kostenloser Newsletter abonniert werden. Darüber hinaus können Sie sich unter www.dwd.de/DE/leistungen/gesundheitswetter/gesundheitswetter.html die allerdings kostenpflichtige GesundheitsWetter-App des Deutschen Wetterdienstes herunterladen, in der neben weiteren die Gesundheit betreffenden Wetterelementen auch Pollenflugvorhersagen integriert sind.

Dipl.-Met. Simon Trippler

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 25.01.2022

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

22.06. - Sommer, Sonne, Hitze