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17. September 2019 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

Mit dem Herbst kommt der Nebel

Mit dem Herbst kommt der Nebel

Datum 17.09.2019

Meteorologisch gesehen hat der Herbst bereits begonnen. Auch das Wetter scheint sich daran zu halten, denn in den Wetterberichten ist nun wieder häufiger die Rede von nächtlicher Nebelbildung. Aber wie kommt es dazu? Und stellt sich jetzt wirklich dauerhaft Herbstwetter ein?

Nach dem vergangenen spätsommerlichen Wochenende möchte man eigentlich noch gar nicht an den Herbst denken. Geht es nach den Meteorologen, beginnt der Herbst jedoch bereits am 1. September. Aber auch der kalendarische Herbstanfang (23. September 2019) ist nun nicht mehr weit.


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Zudem scheint sich das Wetter aktuell ebenfalls auf den Herbst einzustimmen. Nachdem Hoch "Gaia" in den vergangenen Tagen noch für viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 30 Grad am Oberrhein sorgte, leitet nun Tief "Ignaz" in weiten Teilen Deutschlands einen kühleren und teils wechselhafteren Witterungsabschnitt ein. Zurzeit erstreckt sich "Ignaz" vom Baltikum bis nach Russland und führt auf seiner Westflanke erwärmte Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland. Wie der Name der Luftmasse schon sagt, stammt diese ursprünglich aus polaren Regionen, erwärmte sich jedoch auf dem Weg über den Atlantik bzw. das Nordmeer, bevor sie bei uns eintraf. So sinken die Tageshöchstwerte nun sukzessive ab. So werden heute an der Grenze zur Schweiz vielleicht nochmal die 25 Grad erreicht, in weiten Teilen Deutschlands bleibt die Temperatur jedoch meist unter 20 Grad. In den kommenden Tagen überschreitet das Quecksilber dann nur noch punktuell die 20-Grad-Marke. Zudem muss in den Nächten besonders im Süden und Südosten wieder mit Frost in Bodennähe gerechnet werden.

Aber nicht nur die Temperatur deutet auf den Herbstanfang hin. Ein weiterer Parameter schafft es wieder häufiger in die Wetterberichte, tritt er doch bevorzugt im Frühling und im Herbst auf - der Nebel.

Die Tage werden nun kürzer, die Nächte länger und somit dauert auch die nächtliche Auskühlung länger an. Gerade bei schwachen Windverhältnissen während herbstlicher Hochdrucklagen und einem meist nur gering bewölkten oder klaren Himmel kann sich die Luft in der Nacht bis zur sogenannten Taupunkttemperatur abkühlen. Bei dieser Temperatur handelt es sich jedoch keineswegs um die Temperatur, ab der Eis taut, sondern vielmehr um jene Temperatur, ab der sich Tau beispielsweise auf Wiesen niederschlägt (siehe http://www.dwd.de/lexikon). Bei Erreichen der Taupunkttemperatur ist die Luft mit Wasserdampf gesättigt, der dann beginnt zu kondensieren. Es bilden sich winzige Nebeltröpfchen. Wird dabei die horizontale Sichtweite in Augenhöhe nicht allzu sehr beeinträchtigt, spricht man von Dunst. Beträgt die Sicht jedoch weniger als einen Kilometer, herrscht definitionsgemäß Nebel. Unterschreitet die Sichtweite überregional die Schwelle von 150 Metern, wird laut den Warnkriterien des DWD eine Nebelwarnung fällig.

Dabei variiert aber die Andauer der Warnung im Herbst. Während sich der Nebel im September im Laufe des Tages aufgrund des noch höheren Sonnenstandes meist vollständig auflöst, kann er ab Oktober in windgeschützten Niederungen bereits den ganzen Tag anhalten und die Sonne - wenn überhaupt - lediglich als blasse, trübe Scheibe am Himmel erscheinen lassen. Besonders nebelanfällig sind beispielsweise das Donautal und der Bodensee. Dort sorgt die Nähe zum Wasser für zusätzliche Feuchtigkeit in der Umgebungsluft.

In der kommenden Nacht, also der Nacht zum Mittwoch, wird sich nur örtlich Nebel bilden können, bevorzugt in windgeschützten Lagen in Teilen der Mitte und im Süden. Sonst ist der Wind noch zu lebhaft. In den darauffolgenden Nächten schläft der Wind jedoch immer weiter ein und es schiebt sich Hoch "Hanneke" über Deutschland, was für weitere Wetterberuhigung sorgt. Somit steigt die Nebelgefahr besonders in der zweiten Nachthälfte an.

Bleibt es nun bei dem herbstlichen Wettercharakter? Zumindest am kommenden Wochenende legt der Herbst bereits vorübergehend eine Pause ein und der Spätsommer kehrt zurück. Mit einer süd- bis südwestlichen Strömung werden wieder wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt. Zudem sorgt "Hanneke" für einen weitgehend wolkenfreien und sonnigen Himmel. So dürften die Temperaturen stellenweise auch wieder die 25-Grad-Marke überschreiten.



© Deutscher Wetterdienst

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