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25. Juni 2019 | Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Wenn die Luft "ausgeht"...

Wenn die Luft "ausgeht"...

Datum 25.06.2019

Die Hitze hat nahezu ganz Deutschland in Beschlag genommen. Das bedeutet dicke Luft - vor allem in den Ballungsräumen. Doch wohin entfliehen? An die See oder doch lieber in die Berge? Bei letzterem Ziel kann die Luft allerdings schnell dünn werden...zu dünn!

Spricht man derzeit über das Wetter, so gibt es meist nur ein Thema: Hitze! Mit dem heutigen Dienstag hat sie nun fast das gesamte Land im Griff und wird am morgigen Mittwoch ihren Höhepunkt erreichen. Besonders in den Großstädten ist dabei "dicke Luft" vorprogrammiert: Tagsüber heizen sich diese auf, nachts bleibt die ersehnte Erfrischung bei Tiefsttemperaturen von oftmals über 20 Grad quasi aus. Da möchte manch einer sicher nur noch flüchten, raus aus den stickigen Ballungsräumen, hin zur kühleren See oder noch besser: in die Berge! Je höher, desto besser, wobei...übertreiben sollte man dabei lieber nicht, denn irgendwann wird die Luft gefährlich dünn.


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Die Luft ist nämlich ein Gasgemisch, das zu etwa 21 % aus dem für uns lebenswichtigen Sauerstoff besteht. Auf die Luftmoleküle wirkt - genauso wie auf uns Menschen - die Schwerkraft. Daher sind in den bodennahen Luftschichten die meisten Luftmoleküle zu finden. Je weiter man in die Höhe steigt, desto weniger Moleküle sind in der Luft vorhanden und dementsprechend geringer ist auch der Luftdruck. Die prozentuale Zusammensetzung der Luft ist zwar in der Höhe nahezu unverändert, die Anzahl ihrer Moleküle (und damit auch der Sauerstoffgehalt) aber geringer.

Der Sauerstoffmangel wirkt sich ab etwa 2500 m (Angaben stets ü. NN.) spürbar auf den menschlichen Körper aus. In dieser Höhe kann vor allem bei nicht genügend akklimatisierten Personen bereits die sogenannte akute Höhenkrankheit auftreten. Diese äußert sich beispielsweise durch Kopfweh, Übelkeit und/oder Schwindelgefühle. Oberhalb von etwa 3000 m kann es dann ohne vernünftige Akklimatisierung schon richtig gefährlich werden. Die Wahrscheinlichkeit an der Höhenkrankheit zu erkranken steigt rapide an. Auch die Bildung von Ödemen in Lunge oder Gehirn sind möglich, was im allerschlimmsten Fall sogar tödlich ausgehen kann. Dabei ist die körpereigene Fitness übrigens nicht ausschlaggebend. Entscheidend sind Aufstiegsgeschwindigkeit (je langsamer, desto besser), erreichte Höhe (v.a. die Übernachtungshöhe) und die eigene Empfindlichkeit.


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In diesen Höhen ist es also immens wichtig, seinem Körper die nötige Zeit zu geben, sich der dünneren Luft anzupassen. Für die kurzfristige Anpassung beschleunigt der Körper zunächst nur die Atmung, um dem eigenen Sauerstoffbedarf gerecht zu werden. Erst bei mehrtägigem Aufenthalt in großen Höhen beginnt er mit der Produktion roter Blutkörperchen, um mehr Sauerstoff pro Zeit in den Blutbahnen transportieren zu können.

Oberhalb von etwa 7000 m würde dann aber selbst die beste Akklimatisierung nichts mehr nützen, denn ab dieser Höhe kann der Körper den eigenen Sauerstoffbedarf kaum mehr decken, sodass er unweigerlich abbaut. Das hätte letztendlich für die meisten Menschen den sicheren Tod zur Folge, weshalb man in diesem Höhenbereich auch von der sogenannten Todeszone spricht.

Zu dünne Luft kann also sehr schädlich sein, zu dicke ist aber auch nicht wirklich förderlich. Ein Kompromiss wäre vielleicht der Aufenthalt auf einer Almhütte auf z. B. 1500 m? Da ist die Luft weder zu dick, noch zu dünn und ins Schwitzen kommt man höchsten beim Auf- und Abstieg ;-)



© Deutscher Wetterdienst

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