09:28 MESZ | 07.10.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
04. Juni 2018 |

Ausblick Hurrikansaison 2018

Ausblick Hurrikansaison 2018

Datum 04.06.2018

Am 1. Juni begann offiziell die diesjährige Hurrikansaison für den Nordatlantik und die Karibik. Neueste Prognosen gehen von einer durchschnittlich oder leicht unterdurchschnittlich aktiven Saison aus, nachdem das Jahr 2017 besonders viele schwere Hurrikane hervorbrachte.

Die Zeit vom 1. Juni bis zum 30. November gilt als offizielle Hurrikansaison für den Nordatlantik und die Karibik. In diesem Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten tropischer Stürme am größten. Das heißt aber auch, dass einzelne Stürme außerhalb dieser Spanne auftreten können. So auch dieses Jahr, als sich in den letzten Maitagen ein tropischer Sturm in der Karibik bildete und als solcher am 28. Mai in Florida auf Land traf.


Zum Vergrößern bitte klicken


Am 30. bzw. 31. Mai wurden von einem privaten britischen Unternehmen, Tropical Storm Risk (TSR), und der Colorado State University (CSU) in den USA Prognosen für die Aktivität der gerade begonnenen Hurrikansaison veröffentlicht. Während die CSU von einer durchschnittlich aktiven Saison mit 14 Stürmen, davon 7 Hurrikane und hiervon wiederum 3 schweren Hurrikanen (Kategorie 3 oder höher) ausgeht, sieht TSR eine deutlich weniger aktive Saison mit 9 Stürmen, 4 Hurrikanen und einem schweren Hurrikan. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 1981-2010 gab es im Durchschnitt pro Jahr 12 Stürme, 6,5 Hurrikane und 2 schwere Hurrikane.

Nach der besonders aktiven Saison mit 6 schweren Hurrikanen im vergangenen Jahr wird also von weniger Hurrikanen für 2018 ausgegangen. Als Hauptgrund für die geringere Anzahl an erwarteten Stürmen werden die im Vergleich zum langjährigen Mittel aktuell um 1 Grad tieferen Oberflächentemperaturen des tropischen Atlantiks (zwischen 10-20 Grad Nord und 60-20 Grad West) genannt. Ein Grad mag zwar auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, aber über die Größe des Gebiets ist dies schon eine erhebliche Abweichung. Man muss schon bis zum Jahr 1994 zurückgehen, um noch größere negative Abweichungen zu finden. Als Folge der tieferen Wassertemperaturen steht möglichen tropischen Stürmen weniger Energie in Form von verdunstendem Wasserdampf zur Verfügung. Verantwortlich für das vergleichsweise kühle Wasser sind ungewöhnlich starke Passatwinde, ausgelöst durch ein kräftiges Subtropenhoch weiter nördlich, welche durch stärkere Verdunstung und eine bessere Durchmischung den oberflächennahen Ozean abgekühlt haben.

Die beiden vorgestellten Prognosen sind zwei der aktuellsten, bei weitem aber nicht die einzigen Einschätzungen. Eine Sammlung der Vorhersagen zur Hurrikanaktivität in diesem Jahr und Statistiken zu den vergangenen Jahren finden Sie auf einer gemeinsamen Seite des Barcelona Super Computing Center und der Colorado State University (http://www.bsc.es/seasonalhurricanepredictions/). Die dort aufgelisteten Prognosen zeigen noch eine größere Spanne möglicher Szenarien. Ein Grund für die diesjährige Prognoseunsicherheit ist die Frage, ob es im Laufe des Jahres zu einem El-Nino-Ereignis (https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/lexikon_node.html) kommt oder nicht. Prinzipiell tendiert El-Nino dazu die Hurrikanaktivität auf dem Atlantik zu hemmen.

Stets aktuelle Vorhersagen für die kommenden Tage zu tropischen Stürmen finden Sie auf der Webseite des National Hurricane Center (https://www.nhc.noaa.gov/).

MSc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.06.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

06.10. - Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel

05.10. - Wetterentwicklung

04.10. - Der dritte im Bunde - MTG-I2

03.10. - Navier-Stokes - ein (un)lösbares Problem?

02.10. - Deutschlandwetter im September 2026

01.10. - Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen

30.09. - Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!

29.09. - Kunterbuntes zum Monatswechsel

28.09. - Halos - optische Erscheinungen am Himmel

27.09. - Tag der Flüsse

26.09. - Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer

25.09. - Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)