19:51 MESZ | 13.05.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
25. Februar 2013 |

Das Problem der Schneehöhenbestimmung

Deutschland ist weiterhin fest im Griff des Winters, überall liest
man Angaben über Schneehöhen und immer wieder die Erkenntnis, dass
die Beobachtungen im heimischen Garten nicht mit jenen der von der
Wetterstation um die Ecke gemeldeten Schneehöhe übereinstimmen.

So stellt sich die Frage, woher kommen die offiziell gemessenen Werte
und wo liegt die Problematik in der Schneehöhenmessung?

An personell besetzten Stationen gibt es in der Tat Beobachter, die
mit einem Zollstock in der Hand in den Schnee hinaus stapfen und die
Schneehöhe messen. Dazu wird viermal am Tag an fünf repräsentativen
Punkten im Umkreis der Messstation die Schneehöhe bestimmt und danach
gemittelt. Diese Art der Messung versucht, den Effekt von
Schneeverwehungen zu berücksichtigen. Zudem ist nur bei manuellen
Messungen auch die Bestimmung der Neuschneehöhe möglich.

Doch dies ist längst nicht mehr die einzige Messmethode. In Zeiten
zunehmender Automatisierung ist es nur logisch, dass auch hier ein
Verfahren entwickelt wurde, das die automatische Schneehöhenmessung
ermöglicht. Dazu wird ein Ultraschallsensor verwendet, dessen
Funktionsweise der Orientierung einer Fledermaus ähnelt.
Ultraschallwellen werden von dem Sender ausgesendet, treffen auf die
Schneeoberfläche, werden dort reflektiert und wieder vom Sensor
registriert. Über die Laufzeit, die die Schallwelle braucht, kann die
Schneehöhe berechnet werden. Allerdings bringt dieses Messverfahren
auch Probleme mit sich, einerseits handelt sich um eine Punktmessung
und somit werden Schneeverwehungen nicht berücksichtigt. Andererseits
ergibt sich durch die Temperaturabhängigkeit der
Schallgeschwindigkeit eine maximale Messgenauigkeit von +/- 2 cm.
Eine Abbildung dieser Messvorrichtung finden Sie nebenstehend.

Zum Vergrößern bitte klicken


Aber selbst dieses Messverfahren gehört aller Voraussicht nach bald
der Vergangenheit an. Ab kommendem Winter 2013/14 soll der
Ultraschallsensor durch einen LASER ersetzt werden. Damit wäre der
Einfluss der Temperaturabhängigkeit hinfällig. Allerdings sorgen
Schneeverwehungen, weiterhin für Ungenauigkeiten.

Die Schneehöhenmessung bleibt also trotz aller Bemühungen im
technischen Bereich weiterhin problematisch und die eigenen
Beobachtungen werden auch in Zukunft von den in den Medien genannten
Werten abweichen.




Dipl.-Met. D. Paetzold, S. Donner, M. Ernst
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.02.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

13.05. - Wo ist der Polarjet hin?

12.05. - Der Geruch von Regen

11.05. - Turbulente und kühle Maitage

10.05. - Pannekoek in der Kalahari – wenn die Savanne wieder zum Leben erwacht

09.05. - Die Eisheiligen: Nur ein Mythos?

08.05. - Warmes Wochenende, kühler Wochenstart

07.05. - Wie funktioniert eine Gewittervorhersage?

06.05. - Endlich (zu viel) Regen

05.05. - Unwetterpotenzial in der Mitte: Starkregen und Gewitter

04.05. - Ausblick in die Wetterwoche

03.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 5: Meteorologie im Spätmittelalter an der Schwelle zur Renaissance

02.05. - Deutschlandwetter im April 2026

01.05. - Facettenreicher Schönwetterhimmel

30.04. - Geschichte der Meteorologie – Teil 4: Meteorologie im Früh- und Hochmittelalter

29.04. - Hoch WINFRIED bestimmt das Wetter – Umstellung zum Wochenende

28.04. - Einheitenchaos - Teil 3: Niederschlag

27.04. - Wettergötter und -propheten Teil 1: Wenn Petrus die Himmelspforte öffnet

26.04. - Hagelereignisse in Deutschland

25.04. - Hochdruck ohne Ende

24.04. - Wie Wetter Geschichte schrieb

23.04. - Flache Kaltluftschicht und große Tagesgänge

22.04. - Über Erhaltungsgrößen - und eine grell-bunte Animation

21.04. - Hoch ULI und die späten Nachtfröste

20.04. - Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten

19.04. - Petrichor – Der Duft des Regens

18.04. - Einheitenchaos - Teil 2: Wind

17.04. - Der April auf Achterbahnfahrt!

16.04. - Geschichte der Meteorologie − Teil 3: Meteorologie der Spätantike sowie im europäischen Frühmittelalter

15.04. - Zwischen Hoch und Tief im meteorologischen Niemandsland

14.04. - Hinweise auf ungewöhnlich starken El-Niño im Laufe des Jahres