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28. Januar 2026 | M.Sc. Met. Fabian Chow

Glatt, aber wieso?

Glatt, aber wieso?

Datum 28.01.2026

In Wettervorhersagen dieser Tage spielt die Glätte eine große Rolle. Aber welche Arten von Glätte gibt es überhaupt und was zeichnet sie aus?

Glätte hier, Glätte dort, das Winterwetter sorgt derzeit immer wieder für rutschige Straßen und Wege. In der Wettervorhersage fallen dann Begriffe wie überfrierende Nässe, Reif oder gefrierender Regen. Heute wollen wir uns daher ein wenig mit den unterschiedlichen Arten von Glätte oder Glatteis beschäftigen.

Reifglätte

Die erste Sorte entsteht, wenn sich – wie der Name schon vermuten lässt – Reif bildet. Das heißt in Bodennähe entspricht die Temperatur der Feuchttemperatur, sodass sich der in der Luft vorhandene Wasserdampf als Eis auf Oberflächen ablagern kann.
Dieser Reif kann nun beispielsweise auf Gehwegen von Fußgängern zusammengedrückt und dadurch kurzzeitig flüssig werden. Bei negativen Oberflächentemperaturen gefriert er danach wieder und es wird glatt.

Eisglätte

Die zweite Art der Glätte ist tückisch. Sie entsteht, wenn auf den Straßen noch Wasser jeglicher Art vorhanden ist. Wenn nun durch einen nächtlichen sternenklaren Himmel oder durch herangeführte Kaltluft die Temperatur sinkt, gefriert das Wasser auf den Straßen. Auch Restnässe von einem vergangenen Niederschlagsereignis kann für spiegelglatte Beläge sorgen. Das macht die Vorhersage, wo und wann es gefährlich wird umso herausfordernder.

Glatteis

Vielleicht auch unter dem umgangssprachlichen Begriff Blitzeis bekannt, ist dieses Phänomen besonders gefährlich. Meteorologisch gesehen, müssen zuerst Regentropfen in einer Wolke entstehen. Dazu werden positive Temperaturen benötigt, hier spricht man auch von einer "warmen Nase". Die Erklärung findet sich, wenn ein dazugehöriger Radiosondenaufstieg angeschaut wird - der Temperaturverlauf zeigt eine Ausbeulung nach rechts, ähnlich einer Nase (siehe Abb. 2). Die entstandenen Tropfen fallen auf ihrem Weg nach unten durch eine kalte Schicht, die jedoch nicht ausreicht, dass sie schon gefrieren. Die Tropfen sind nun unterkühlt und damit kälter als der Gefrierpunkt. Beim Auftreffen auf den Boden gefrieren sie sofort und können innerhalb sehr kurzer Zeit für gefährlich glatte Straßenverhältnissen sorgen.


Abb. 1: Glatteis auf Oberfläche
Abb. 1: Glatteis auf Oberfläche



Abb. 2: Skizze eines Temperaturverlaufs für gefrierenden Regen
Abb. 2: Skizze eines Temperaturverlaufs für gefrierenden Regen



Schwierig ist auch die Vorhersage bzw. die Detektion, da schon geringe Mengen reichen können. Wettermodelle sind nicht in der Lage jeden noch so kleinen Schauer präzise vorherzusagen. Gleichzeitig kann es sein, dass die Niederschlagsradare keine Signale zeigen, da der Sprühregen zu schwach ist oder die Wolken zu tief liegen, als dass der Radarstrahl sie erfassen könnte. Manchmal sind wir Meteorologen daher trotz der vielen Messgeräte blind und können lediglich auf Ihre Meldungen über die Warnwetter-App zurückgreifen. Daher vielen Dank für Ihre rege Aktivität dabei!

Schneeglätte

Diese Art der Glätte ist wohl die per Auge am einfachsten erkennbare. Überspitzt gesagt: Liegt Schnee? Ja! Gut, dann ist es glatt.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, aber tatsächlich wird eine Schneedecke benötigt. Wenn diese, ähnlich der Reifglätte, festgetreten oder zusammengepresst wird, verflüssigt sich der Schnee. Wenn er dann wieder gefriert, ist die Oberfläche glatt und die Schneeglätte ist entstanden. Somit ist bei Altschnee die Wahrscheinlichkeit höher, dass es glatt ist, als bei Neuschnee.



© Deutscher Wetterdienst

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