In Skandinavien ist der lĂ€ngste Tag des Jahres ein Grund zum Feiern. In Schweden (und hier in Deutschland bei IKEA) begeht man das Midsommar-Fest, in Finnland heiĂt das Fest âJuhannusâ, in Norwegen feiert man Midtsommer und auf Island die âJĂłnsmessaâ. Bei uns ist man da eher nĂŒchterner unterwegs â sowohl im ĂŒbertragenen als auch im wörtlichen Sinne.
Besonders genieĂen lĂ€sst sich die TageslĂ€nge logischerweise im Ă€uĂersten Norden. Ein Blick nach Sylt verrĂ€t: Sonnenaufgang war hier heute um 4:46 Uhr, Sonnenuntergang ist um 22:09. Theoretisch sind also laut diesen Zeiten 17 Stunden und 23 Minuten Sonnenschein möglich. Im Ă€uĂersten SĂŒden Deutschlands (hier stellvertretend Oberstdorf/AllgĂ€u) dagegen nur fast 16 Stunden (Sonnenaufgang 5:22 Uhr, Sonnenuntergang 21:19), was aber immer noch ein guter Wert ist. Alle diese Angaben können allerdings etwas schwanken, je nachdem welche Berechnungsmethode fĂŒr diese astronomischen GröĂen verwendet wird.
Allerdings macht vor allem dem SĂŒden das Wetter ein Strich durch die Rechnung. Regen und eventuell einzelne Gewitter am Abend vermiesen den Blick auf die Sonne, wĂ€hrend man sich im hohen Norden ĂŒber einen Mix aus Sonne und Wolken bis zum spĂ€ten Abend freuen darf - ohne Regen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Zeiten des frĂŒhesten bzw. spĂ€testen Sonnenauf- bzw. -untergangs nicht mit der Sonnenwende zusammenfallen, sondern gegeneinander versetzt sind. TatsĂ€chlich war der Tag des frĂŒhesten Sonnenaufgangs bereits am 16. Juni. Der Tag des spĂ€testens Sonnenuntergangs ist dagegen erst sechs Tage nach der Sonnenwende am 26. Juni. Die Ursache dieses Effektes liegt in der Ekliptik (Schiefe) der Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Dieser Effekt fĂŒhrt am Ende zu den beschriebenen Abweichungen.
Mit der heutigen Sonnenwende beginnt nun auch der astronomische Sommer, nachdem der meteorologische Sommer bereits am 1. Juni seinen Anfang gefunden hat. Zumindest erweckt auch das Wetter den Eindruck, der Jahreszeit entsprechend im Laufe der nĂ€chsten Woche etwas sommerlicher daherzukommen. Dann erwartet uns zumindest bis kommenden Mittwoch verbreitet Hochdruckwetter mit warmen bis heiĂen Temperaturen von meist 25 bis 30°C. Bis dahin gilt es, noch eine unbestĂ€ndige Phase abzuwarten. Insbesondere am morgigen Freitag erwartet uns eine ĂŒberregionale Schwergewitterlage im Osten Deutschlands. Erst am Sonntag beruhigt sich das Wettergeschehen zusehends.
Der lÀngste Tag des Jahres
Heute ist Sommersonnenwende. Schaltjahr 2024 sei Dank diesmal schon an einem 20. Juni. Das hat Seltenheitswert. Nichtsdestotrotz die schlechte Nachricht: Ab jetzt werden die Tage wieder kĂŒrzer.


