Fast jeder kennt die irische Sage von dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens. Doch bevor der Blick auf das rĂ€umliche Ende des Regenbogens fĂ€llt, wird der zeitliche Anfang eines Regenbogens betrachtet. Ein Regenbogen ist ein optisches PhĂ€nomen, das entsteht, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen trifft. Das Sonnenlicht wird von dem Regentropfen zweimal gebrochen, einmal beim Eintritt und einmal beim Austritt. Brechen heiĂt, dass das Sonnenlicht an der OberflĂ€che des Tropfens in eine andere Richtung gelenkt wird, als die aus der es kommt. Das Sonnenlicht sieht zwar auf den ersten Blick weiĂ aus, besteht jedoch aus verschiedenen Farben (WellenlĂ€ngen), die unterschiedlich stark gebrochen werden. Genauer wird der blaue Bestandteil (kurze WellenlĂ€ngen) des Sonnenlichts stĂ€rker gebrochen, der rote (lange WellenlĂ€ngen) weniger stark. Dadurch wird das Sonnenlicht in seine unterschiedlichen Bestandteile aufgeteilt und das Auge nimmt nun die unterschiedlichen Farben wahr. Vereinfacht darstellen lĂ€sst es sich mit einem Prisma aus Glas.
Bei einem Regenschauer fallen viele Tropfen und an jedem von ihnen wird das Sonnenlicht gebrochen. Wie stark die Brechung ausfĂ€llt, hĂ€ngt davon ab, in welchem Winkel die Sonne steht. Dabei gilt, je höher die Sonne steht, desto kleiner wirkt der Regenbogen. Weiterhin âwandertâ der Regenbogen mit dem Blickfeld des Betrachters und dessen Position zur Sonne und dem Bogen, steht man also an verschiedenen Orten, nimmt man den Regenbogen anders wahr.
An dieser Stelle bildet sich das erste Problem, das Ende des Regenbogens zu finden. Begibt man sich auf die Suche, wird man schnell feststellen, dass sich die Position des Regenbogens relativ zum eigenen Standort verÀndert.
Das zweite Problem ergibt sich, wenn der Einfallswinkel des Sonnenlichts verĂ€ndert wird. Je höher die Sonne, desto kleiner der Regenbogen. Im Umkehrschluss: je tiefer die Sonne, desto gröĂer der Regenbogen. Bewegt man sich selbst nach oben, desto tiefer steht die Sonne im Blickfeld und sehr schnell ergibt sich daraus das zweite Problem, welche jegliche Chancen auf den Topf voll Gold zunichtemacht. Denn steht die Sonne tief genug, ist fĂŒr den Beobachter ein Kreis zu sehen â und der hat bekanntlich weder Anfang noch Ende.
Um jetzt auch noch den allerletzten Funken Hoffnung auf den Goldtopf zu nehmen, muss klargestellt werden, dass der Regenbogen immer ein Kreis ist und lediglich durch den Horizont nicht als solcher wahrzunehmen ist.
AbschlieĂend kann man sagen, dass die Kobolde ihre Aufgabe sehr ernst nehmen und es tatsĂ€chlich geschafft haben, das allerbeste Versteck fĂŒr das Gold zu finden.
Wer sich nun dennoch auf die Suche nach dem Topf voll Gold begeben möchte, dem wĂŒnschen wir viel Erfolg und starke Nerven. Möglichkeiten dafĂŒr bieten sich am heutigen Samstag und morgigen Sonntag sicherlich einige, denn Regenschauer begleiten uns durch das gesamte Wochenende.



