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10. September 2022 | Dipl. -Met. Marcel Schmid zusammen mit den Praktikantinnen Jana Schitthof und Carolin Probst

Auf der Suche nach dem Schatz am Ende des Regenbogens

Auf der Suche nach dem Schatz am Ende des Regenbogens

Datum 10.09.2022

Wechselhaftes Schauerwetter ist in Deutschland eingekehrt und mitunter wurden nach einem Schauer wunderschöne Regenbögen gesichtet. Doch wie entstehen diese und findet man tatsächlich einen Schatz am Ende des Regenbogens?

Fast jeder kennt die irische Sage von dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens. Doch bevor der Blick auf das räumliche Ende des Regenbogens fällt, wird der zeitliche Anfang eines Regenbogens betrachtet. Ein Regenbogen ist ein optisches Phänomen, das entsteht, wenn Sonnenlicht auf Regentropfen trifft. Das Sonnenlicht wird von dem Regentropfen zweimal gebrochen, einmal beim Eintritt und einmal beim Austritt. Brechen heißt, dass das Sonnenlicht an der Oberfläche des Tropfens in eine andere Richtung gelenkt wird, als die aus der es kommt. Das Sonnenlicht sieht zwar auf den ersten Blick weiß aus, besteht jedoch aus verschiedenen Farben (Wellenlängen), die unterschiedlich stark gebrochen werden. Genauer wird der blaue Bestandteil (kurze Wellenlängen) des Sonnenlichts stärker gebrochen, der rote (lange Wellenlängen) weniger stark. Dadurch wird das Sonnenlicht in seine unterschiedlichen Bestandteile aufgeteilt und das Auge nimmt nun die unterschiedlichen Farben wahr. Vereinfacht darstellen lässt es sich mit einem Prisma aus Glas.


Zum Vergrößern bitte klicken
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Bei einem Regenschauer fallen viele Tropfen und an jedem von ihnen wird das Sonnenlicht gebrochen. Wie stark die Brechung ausfällt, hängt davon ab, in welchem Winkel die Sonne steht. Dabei gilt, je höher die Sonne steht, desto kleiner wirkt der Regenbogen. Weiterhin „wandert“ der Regenbogen mit dem Blickfeld des Betrachters und dessen Position zur Sonne und dem Bogen, steht man also an verschiedenen Orten, nimmt man den Regenbogen anders wahr.

An dieser Stelle bildet sich das erste Problem, das Ende des Regenbogens zu finden. Begibt man sich auf die Suche, wird man schnell feststellen, dass sich die Position des Regenbogens relativ zum eigenen Standort verändert.
Das zweite Problem ergibt sich, wenn der Einfallswinkel des Sonnenlichts verändert wird. Je höher die Sonne, desto kleiner der Regenbogen. Im Umkehrschluss: je tiefer die Sonne, desto größer der Regenbogen. Bewegt man sich selbst nach oben, desto tiefer steht die Sonne im Blickfeld und sehr schnell ergibt sich daraus das zweite Problem, welche jegliche Chancen auf den Topf voll Gold zunichtemacht. Denn steht die Sonne tief genug, ist für den Beobachter ein Kreis zu sehen – und der hat bekanntlich weder Anfang noch Ende.
Um jetzt auch noch den allerletzten Funken Hoffnung auf den Goldtopf zu nehmen, muss klargestellt werden, dass der Regenbogen immer ein Kreis ist und lediglich durch den Horizont nicht als solcher wahrzunehmen ist.

Abschließend kann man sagen, dass die Kobolde ihre Aufgabe sehr ernst nehmen und es tatsächlich geschafft haben, das allerbeste Versteck für das Gold zu finden.
Wer sich nun dennoch auf die Suche nach dem Topf voll Gold begeben möchte, dem wünschen wir viel Erfolg und starke Nerven. Möglichkeiten dafür bieten sich am heutigen Samstag und morgigen Sonntag sicherlich einige, denn Regenschauer begleiten uns durch das gesamte Wochenende.



© Deutscher Wetterdienst

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